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Aktion gegen den Toten Winkel

Blickkontakt rettet Leben

Diese Woche haben sich auch die Erstklässler in Baden-Württemberg und Bayern auf den Weg gemacht. Foto: BGL

Diese Woche haben sich auch die Erstklässler in Baden-Württemberg und Bayern auf den Weg gemacht. Schulstart in allen Bundesländern. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) nimmt dies zum Anlass, auf die Gefahr durch den sogenannten "Toten Winkel" beim Rechtsabbiegen von Lkw aufmerksam zu machen, der zu schweren, oftmals sogar tödlichen Unfällen führen kann.

Zwar werden bereits seit mehreren Jahren die Sichtfelder der Spiegel vergrößert und zusätzliche Spiegel am Lkw erfassen den Raum seitlich und unmittelbar vor dem Lkw. Trotzdem gibt es technisch bedingt immer noch blinde Flecken, warnt der BGL.

"Vor allem Radfahrer, die sich parallel zum Lkw in einer bestimmten Geschwindigkeit zum rechts abbiegenden Lkw bewegen, bleiben für den Lkw-Fahrer buchstäblich unsichtbar", so der BGL. Dies erkläre, weshalb die Mehrzahl der schweren Abbiegeunfälle bei Geschwindigkeiten von nur zehn bis 15 Kilometern pro Stunde passieren.

Technische Hilfsmittel helfen nicht immer

Für Abhilfe könnten Abbiegeassistenten sorgen, doch alle Systeme der einzelnen Lkw- Herstellerangaben sind zurzeit noch in der Erprobungsphase. Bei MAN wurde ein entsprechendes Gerät bereits 2007 vorgestellt und mit dem ADAC-Mobilitätspreis ausgezeichnet. Jetzt hat Daimler den Blind Spot Assist (BSA) vorgestellt und will künftig damit die ohnehin schon umfangreiche Palette an Fahrerassistenzsystemen ergänzen. Zwar sollten die drei am Lkw vorhandenen Außenspiegel fast keinen toten Winkel mehr erlauben – zumindest sofern sie korrekt eingestellt sind. Und dennoch passieren solche Unfälle – etwa bei schlechter Sicht, unübersichtlichen Verkehrsbereichen oder an Ampeln, die sowohl abbiegendem Lkw als auch Fußgängern grün erteilen. Noch ist das System nicht in Serie zu haben. Laut Daimler soll es aber in den nächsten Jahren auf den Markt kommen.

Bis zur behördlichen Betriebsgenehmigung und zum Eingang in die Serie und in die Lieferverzeichnisse dürfte es also noch dauern. "Bis bessere Techniken verfügbar sind, wollen wir nicht warten", kündigt Prof. Dr. Karlheinz Schmidt, Geschäftsführendes BGL-Präsidialmitglied. "Wir müssen alle Beteiligten zu mehr Wachsamkeit aufrufen", fordert er. Zusätzlich können entsprechende Aufkleber am Heck der Lkw die Radfahrer schon beim Vorbeifahren auf die besondere Gefahr hinweisen.

Tipps für mehr Sicherheit:

  • Lkw-Fahrer: Täglich vor der Abfahrt die Spiegeleinstellungen checken und wenn nötig korrigieren
  • Transport- und Logistikunternehmen: Die Fahrer über die richtigen Spiegeleinstellungen informieren. Regelmäßig auf deren Einhaltung achten. Sobald erprobte und praxistaugliche Abbiegeassistenten auf den Markt kommen, sollten diese dem heutigen "Spiegelkabinett" vorgezogen werden
  • Radfahrer und Fußgänger: Blickkontakt mit dem abbiegenden Lkw-Fahrer suchen. Solange dieser fehlt, stehen bleiben.
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