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Wachstum in allen Bereichen: Dekra setzt auf digitale Sicherheit

Die Prüforganisation Dekra hat ihre Weichen in Richtung Industrie 4.0 gestellt und will auch beim Internet der Dinge für Sicherheit sorgen.

Durch Prüfung der einzelnen Komponenten und ihres Zusammenspiels will Dekra garantieren, dass zum Beispiel Maschinen und Geräte über drahtlose Verbindungen sicher miteinander kommunizieren können. Mit gezielten Zukäufen der Firmen AT-4-Wireless aus Spanien und Quietek aus Taiwan hat sich die Prüforganisation voriges Jahr entsprechend positioniert. "Wir sind auf einen Schlag im Feld der sicheren Konnektivität zu den Top-5-Anbietern in der Welt aufgerückt", sagte Vorstandschef Stefan Kölbl am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Stuttgart.

Kölbl: Konnektivität als Megatrend

Kölbl bezeichnete die Konnektivität als einen Megatrend. Das damit verbundene Geschäft sei international und biete hervorragende Perspektiven, betonte er. Dieses Know-How will Dekra in unterschiedlichen Bereichen aufbauen und Kunden zur Verfügung stellen: im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause.

Genau auf diese drei Lebensbereiche konzentriert sich das Unternehmen insgesamt auch im Rahmen seiner Vision 2025. Dahinter steht die Maxime, der globale Partner für eine sichere Welt zu sein. Angesichts von 1,2 Millionen Menschen, die jährlich im Verkehr sterben, von 2,3 Millionen Menschen, die bei Arbeitsunfällen ums Leben kommen, und bei einer weiteren Million Menschen, die bei Unfällen zu Hause tödlich verunglücken, sieht Kölbl Dekra auch weiterhin stark gefordert. "Unser Anspruch ist es, die Welt täglich ein Stück sicherer zu machen", sagte er.

Mit diesem Anspruch sind 2015 rund 37.000 Mitarbeiter weltweit bei Dekra angetreten, 1.650 mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro. 5,9 Prozent davon sind organisch entstanden, der Rest durch Übernahmen. "Das entspricht unserer Strategie, eine gesunde Balance, aus beiden Bereichen zu erreichen", erklärte Personal- und Finanzvorstand Roland Gerdon. So will Dekra auch künftig vornehmlich aus eigener Kraft wachsen, sich gleichzeitig aber gezielten Akquisitionen nicht verschließen.

Automotive als stärkste Säule

Der Bereich Automotive ist die traditionell stärkste Säule, die für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes steht. Er legte um 6,9 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro zu. An zweiter Stelle steht die Sparte Industrial, die ihre Umsätze um 14,8 Prozent auf 806 Millionen Euro steigerte. Die dritte Säule Personnel, in der Zeitarbeit und Qualifizierung gebündelt sind, wuchs um 2,4 Prozent auf 467 Millionen Euro.

In ihrer wichtigsten Sparte Automotive sieht sich Dekra als Weltmarktführer mit jährlich rund 26 Millionen Fahrzeugprüfungen gleich mit mehreren aktuellen Themen konfrontiert. So sammeln die Ingenieure zurzeit Erfahrungen mit dem autonomen Fahren, indem sie das Konzeptfahrzeug Etos der Schweizer Firma Rinspeed begleiten. Ferner sind die Sachverständigen nach dem VW-Abgasskandal weiterhin gefragte Ansprechpartner, wenn es darum geht, das Prüfwesen manipulationssicher weiterzuentwickeln. So macht sich Dekra dafür stark, Tests unter Laborbedingungen mit Tests auf der Straße zu kombinieren und die Abgasprüfungen im Rahmen der periodischen Prüfung zu erweitern.

Was den Ausblick auf das laufende Jahr angeht, zeigt sich Dekra Vorstandschef Kölbl zuversichtlich. Der Start sei bereits gut geglückt. Im ersten Quartal setzte der Konzern 662 Millionen Euro um, ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Daher falle auch die Prognose für das Gesamtjahr positiv aus.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Wolfgang Grube

Datum

11. Mai 2016
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