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Schlechte Anbindung der Binnenhäfen: Verband kritisiert den Bund

Der Bund will die Binnenschifffahrt weiter fördern. Daher sehe die maritime Wirtschaftsförderung vor, Häfen besser anzubinden.

"Damit die See- und Binnenhäfen ihre herausragende Funktion für die deutsche Volkswirtschaft weiterhin erfüllen und ausbauen können, sind die Engpässe bei den seewärtigen Zufahrten, Binnenwasserstraßen und der landseitigen Anbindung deutscher See- und Binnenhäfen mit nationaler und internationaler Bedeutung vordringlich zu beseitigen", zitiert der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) einen Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung und Zukunftsperspektiven der maritimen Wirtschaft in Deutschland. Erfreulich sei, dass die Regierung anerkennt, dass logistische Optimierungen einen notwendigen Infrastrukturausbau nicht ersetzen können. Allerdings teile der Bund nicht mit, welche Binnenwasserstraßen dies konkret betreffe.

Der Verband moniert zudem, dass der Bund auch nicht auf den fehlenden Binnenwasseranschluss des Tiefseehafens JadeWeserPort in Wilhelmshaven eingehe. So habe eine eigens gegründete Projektgruppe Jade-Weser-Kanal bereits vor 15 Jahren festgestellt: "Der Nutzen-Kosten-Vorteil für eine Kanalanbindung wird je nach Variante mit drei bis sechs abgeschätzt. Es erscheint sinnvoll, die Machbarkeit eines Wasserstraßenanschlusses weiterzuverfolgen." Straße und Schiene seien indes mit einer ganzjährig nutzbaren Infrastruktur an den Hafen angeschlossen. Um an der prognostizierten Umschlagsmenge von rund 70 Millionen Tonnen pro Jahr in Wilhelmshaven teilzuhaben, müsse die Binnenschifffahrt über das Meer kurvend in Richtung Weser fahren. Dies sei nicht unproblematisch, da Binnenschiffe nicht typischerweise seegängig seien, besonders bei schlechtem Wetter.

Nachbarn als Vorbilder

Der BDB verweist darum auf die westlichen Nachbarländer. So betrage der Verkehrsträgeranteil der Binnenschifffahrt in Antwerpen im Modalsplit mehr als 30 Prozent, in Rotterdam mehr als 40 Prozent.

Statt den JadeWeserPort ans Kanalnetz anzuschließen, habe die Bundesregierung den Förderschwerpunkt Schifffahrt aufgelegt mit dem Ziel, "innovative technische Möglichkeiten eines Binnenschiffstransports vom Tiefwasserhafen in das Hinterland für alle Güterarten" zu untersuchen. Als Ersatz für die fehlende Wasserstraßeninfrastruktur habe bereits vor vier Jahren das Land Niedersachsen speziell für die Seefahrt umzubauende Schiffe ins Gespräch gebracht. Laut BDB sei aber derzeit offen, ob diese betriebswirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können.

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Greiwing

Datum

20. August 2015
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