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Imperial trennt sich von Umschlagtochter: HGK erwirbt Neska

Der Logistikdienstleister Imperial gibt sich neue Strukturen und trennt sich von seiner Umschlagtochter – eurotransport.de berichtet exklusiv.

Der Logistikdienstleister Imperial trennt sich nach Informationen der Fachzeitschrift trans aktuell von seiner auf Hafenumschlag und Logistik spezialisierten Tochterfirma Neska. Das Unternehmen geht an die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) über. Ihr Schwerpunkt sind Transport- und Logistikaktivitäten an den Kölner Rheinhäfen. Neben weiteren Hafenbeteiligungen hält sie seit August 2012 ferner 50 Prozent der Anteile an der Güterbahn Rheincargo. Die HGK als neuer Eigentümer erklärte auf Anfrage, dass eine Kommentierung der Transaktion zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich sei. Auch Imperial teilte gegenüber trans aktuell mit, dass man dazu keinen Kommentar abgeben könne.

Für Marktkenner kommt die Veräußerung nicht überraschend: Die Unternehmen standen sich schon bisher sehr nahe: So hielt die HGK über ihre Beteiligung an der Häfen und Transport AG (HTAG) in Duisburg seit langem 35 Prozent des Stammkapitals an Neska. Die HGK hat diesen Anteil zum Jahresende übernommen. Das Unternehmen erhofft sich von diesem Schritt eine höhere Einflussnahme auf die Zusammenarbeit unter den ihr angeschlossenen Unternehmen.

Aufstocken des Neska-Anteils ist konsequent

"Zwischen HGK, Rheincargo, Neska und ihren Beteiligungsgesellschaften bestehen zahlreiche operative Überschneidungen in den Häfen in Köln, Neuss und Düsseldorf", heißt es im aktuellen HGK-Geschäftsbericht. Insofern halten Marktkenner ein Aufstocken des Neska-Anteils für konsequent, um diese Synergien auszubauen und damit die Marktposition zu verbessern. Hinzu kommt, dass sich das Kölner Unternehmen auf die Fahne geschrieben hat, seine Transport- und Umschlagmengen zu erhöhen und überzeugende Logistikkonzepte zu entwickeln, um neue Kunden und Güter für Schiene, Wasserstraße und Hafenumschlag zu gewinnen.

Der Kleinere erwirbt den Größeren

Bei der Transaktion erwirbt der Kleinere den Größeren: Die HGK beschäftigt knapp 590 Mitarbeiter und setze voriges Jahr 30 Millionen Euro um. Neska hat 300 Mitarbeiter mehr und erzielte im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von 208 Millionen Euro. Was die Profitabilität von Neska angeht, berichten Kenner davon, dass diese in den vergangenen Jahren „deutlich abgerutscht“ sei. Die HGK schloss das Jahr 2014 mit einem Ergebnis von 4,6 Millionen Euro ab, zu Grunde liegt ein Rückgang von 1,3 Millionen gegenüber 2013.
Offensichtlich ist auch, dass Neska in der neuen Markenstrategie von Carsten Taucke, dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung von Imperial Logistics International, wohl eher ein Fremdkörper wäre. Ein Insider spricht vom fünften Rad am Wagen. Die zum 1. Juli dort geschaffenen Strukturen legen den Fokus auf die Dachmarke Imperial. Bisher standen eher die einzelnen Firmennamen im Vordergrund, eher beiläufig wurde mit dem Zusatz „We are Imperial“ die Zugehörigkeit zum Konzernverbund deutlich. Unter der Dachmarke sind fortan zwei Divisionen gebündelt. Das wäre einmal der Bereich Imperial Transport Solutions, in dem die Transportaktivitäten auf Wasserstraße, Straße und im Kombinierten Verkehr gebündelt sind. Das wäre zum anderen der Bereich Imperial Supply Chain Solutions, der Lager- und Logistikaktivitäten umfasst.

Kenner bezweifeln, dass die HGK als Gesellschafter einer Umbenennung der Traditionsmarke Neska in Imperial zugestimmt hätte. Sie bezweifeln ebenfalls, dass sie einer Aufspaltung von Neska im Zuge der neuen Strukturen akzeptiert hätten. Bei den Imperial-Gesellschaften Panopa und Lehnkering jedoch sei genau das eingetreten: Ein Teil der Aktivitäten gehe in die Transportsparte, ein anderer in der Logistiksparte auf. Imperial-Chef Taucke sieht in einer klaren und einfachen Struktur dagegen Vorteile für die Kunden. "Für sie waren unsere Strukturen zu komplex und unübersichtlich", teilt er mit. Vor dem 1. Juli bestand der Konzern aus mehreren Unternehmen, die sich in fünf Divisionen unterteilten.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Cornelis Gollhardt

Datum

22. Juli 2015
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