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Duale Hochschule BW: Sprungbrett für den Nachwuchs

Wie junge Führungskräfte die Branche erobern können, zeigt dieDuale Hochschule Baden-Württemberg. Seit 30 Jahren bildet sie Logistikprofis aus.

Wer sich für eine Hochschulausbildung im Speditions- und Logistikgewerbe entscheidet, hat zunehmend die Qual der Wahl. Die Vielfalt an Studiengängen ist gewaltig und wächst weiter. Wer eine detaillierte Übersicht über Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren sucht, kann sich ins Internet stürzen. Privat oder staatlich, in Vollzeit oder dual, wo und mit welchem Themenschwerpunkt, als Fernstudium oder auf dem Campus? Vor dem Start gilt es, viele Fragen zu klären. Für manche trifft der Geldbeutel die Entscheidung, denn einige tausend Euro Gebühren sind bei privaten Unis keine Seltenheit. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) – bis 2008 Berufsakademie – bietet jungen Menschen seit 1974 ein berufsbegleitendes Studium an.

Mit 18 Studenten ging Lörrach an den Start

Zu den Standorten in Stuttgart und Mannheim kam 1982 Lörrach hinzu. Der betriebswirtschaftliche Studiengang "BWL-Spedition, Transport und Logistik" ging damals mit 18 Studenten an den Start. Jetzt lud die Fakultät zum 10. Lörracher Logistik-Forum und feierte zugleich das 30-jährige Bestehen des Studiengangs. Zum Herbstsemester werden sich 90 junge Menschen in drei nationalen Kursen einschreiben – und der Tausendste Studierende. Fast die Hälfte sind Frauen. Wer hier lernen will, braucht das (fachgebundene) Abitur und einen Ausbildungsvertrag mit einem Logisitikdienstleister. Einige bringen durch eine Lehre bereits Branchenerfahrung mit.

Die Duale Hochschule ist ein Erfolgsmodell, auch dank der engagierten Unternehmen, die ihren Nachwuchs hier ausbilden. Zehn neue Partnerbetriebe konnte Studiengangsleiter Prof. Dr. Armin Schwolgin zum Wintersemester 2011 als Partner gewinnen, zu den 140 Bestandskunde aus dem gesamten Bundesgebiet. "Wir sind auf Messen und Kongressen stark vertreten", erklärt Schwolgin die Strategie des Führungstrios, hier führe er Gespräche mit Ausbildungspartnern und reserviere die notwendigen Studienplätze für die Betriebe.

Lörracher BWL-Logistik-Studenten können gebührenfrei lernen

Deren Kern bilden namhafte Speditionen und Logistikdienstleister wie Schenker, Hellmann, Panalpina, Kühne + Nagel und Grieshaber, hinzu kommen Kep-Dienste und Logistiker aus Industrie und Handel. Nachdem die grün-rote Landesregierung die Semestergebühren ab April wieder abgeschafft hat, können auch Lörracher BWL-Logistik-Studenten gebührenfrei lernen. Als Azubi in einem Betrieb bekommen sie zudem eine Ausbildungsvergütung von 700 bis 800 Euro monatlich. "Drei Jahre lang eine Vergütung, das ist sehr attraktiv", weiß Prof. Rolf Fuhrmann, Chef des Zwillingsstudiengangs an der Dualen Hochschule Mannheim.

Die praxisorientierte Hochschulausbildung kommt an – bei den Studenten und den Betrieben. Theoriewissen gleich in der Praxis einzusetzen, das hat was. So wundert es nicht, dass auf einen Studienplatz laut Fuhrmann rund 50 Bewerber kommen. Wer seinen Abschluss schafft, habe äußerst gute Aufstiegschancen in der Branche. Auslandserfahrung ist fast ein Muss – und wird reichlich genutzt. Die Lehrenden helfen bei der Auswahl eines Auslandspraktikum oder -semesters.

Weltweite Kooperation mit zehn Hochschulen

Die Lörracher kooperieren mittlerweile mit zehn Hochschulen weltweit. Wer ganz nah am Wachstumsmarkt Asien sein will, ist in Lörrach richtig. Der seit zehn Jahren existierende China-Schwerpunkt wurde weiter vertieft. Seit vier Jahren bietet Lörrach für bis zu zwölf chinesische Studierenden der Partneruniversität in Peking einen extra Kurs an, umgekehrt haben 15 deutsche Studenten ihr Auslands- und Praxissemester in China verbracht. Das duale Studium hat aber auch Tücken: Es gibt keine Semesterferien, der Student ist immer abwechselnd drei Monate an der Hochschule und drei Monate im Betrieb – gute Organisation ist hier gefragt. So ist das Studium straff organisiert. Bei einer Übernahmequote von rund 95 Prozent haben die Absolventen beste Jobchancen.

Ein Bachelorstudent hat aber auch für die Partnerbetriebe viele Vorteile. "Professionelle und praxisnah ausgebildete Mitarbeiter sind in Unternehmen sehr gesucht", bestätigt Kurt Grieshaber, Inhaber der gleichnamigen Spedition, die sich im Hochschulrat engagiert. Bei geschätzten Kosten pro Student von 35.000 Euro für drei Jahre und einer geringen Abbrecherquote bietet das DHBW-System klare Vorteile für die Gewinnung von Führungsnachwuchs. Die Studenten wachsen in den Betrieb hinein, sind in Projekte integriert, übernehmen teilweise Urlaubsvertretungen.

Jede Hochschule setzt andere Schwerpunkte

Den richtigen Studienort zu finden, ist nicht einfach. "Schauen Sie sich das Curriculum genau an", rät Schwolgin, denn jede Hochschule setzt andere Schwerpunkte. In Lörrach heißen diese: internationale Ausrichtung mit englischsprachigen Seminaren, Logistik-Controlling, Rail- und Umweltmanagement. "Schauen Sie sich auch die Dozenten und deren Standing in der Branche genau an", ergänzt Schwolgin. "Wer mit Messeauftritten, Vorträgen und Publikationen nach draußen geht, wird auch kritisch diskutiert – diesem Wettbewerb stellen wir uns."

Stillstand ist Rückschritt, und so hat der Studiengang dieses Jahr ein berufsbegleitendes Masterstudium aus der Taufe gehoben, das im Herbst mit zwölf Studenten starten wird. Die Partnerunternehmen sind im Hochschulrat vertreten, so wird garantiert, dass sich neue Anforderungen aus der Praxis rasch im Lehrplan widerspiegeln; so wie der Wunsch vieler Betriebe, "keine reinen Fachidioten auszubilden", sagt Schwolgin. "Wir legen deshalb großen Wert auf die weichen Faktoren." Als Ansporn für besondere Leistungen verleiht die Hochschule deshalb jedes Jahr Preise für die Jahrgangsbesten. Die Preisträger 2012, Maren Drauschke (Fiege Stiftung) und Matthias Luge (MAT Transport), überzeugten nicht nur durch einen guten Abschluss, sondern zusätzlich durch Handlungskompetenz, persönliche und fachliche Eignung und emotionale Intelligenz".

Stipendiat der Stadt Lörrach beeindruckt die Jury mit einem Konzept zur Preisoptimierung

Als bester Logistik-Studenten wurde Johannes Drüge geehrt. Der Stipendiat der Stadt Lörrach hatte im Rahmen seiner Bachelorarbeit bei Hellmann Worldwide Logistics ein Konzept zur Preisoptimierung in der Luftfracht erarbeitet und die Jury damit beeindruckt. Seine Karriere setzt der 24-jährige nun als Prozessanalyst für Hellmann in Dubai fort. "Solche Leute braucht die Logistik, denn die ist nun einmal international", lobte der Stifter Andreas Obermeyer bei der Preisverleihung. Erfolg beflügelt.

Studiengänge im Überblick

Eine kleine Auswahl von Seiten, die einen guten Überblick bieten.

www.logistik-studium.de
Alphabetisch sortiert nach Studienorten mit Link

www.logistik-studieren.de
Hintergrundinfos und mögliche Studiengänge

www.berufswelt-logistik.de
Infos über die Branche und ihre Ausbildungswege

Erfolgreich studieren

Hellmann Worldwide Logistics stellt zum vierten Mal (in acht Jahren) den besten Logistikstudenten der DHBW Lörrach. Was macht für Prof. Armin Schwolgin diesen Erfolg aus?

Für das Unternehmen:

  • Sehr gute Personalauswahl
  • 
Fördern durch strukturierte Projekte in den Praxisphasen (mit Auslandseinsätzen, inhaltlich anspruchsvollen Themen, Mitarbeit als Assistenzkraft, gute Betreuung)
  • 
Klare berufliche Perspektiven nach dem Examen im Unternehmen

Für den Studenten:

  • Gutes Zeitmanagement
  • Aufgaben gut strukturieren, da kompaktes Studium
  • Soziales, kulturelles und politisches Engament kommt an
  • Praxis- und Studienphasen international ausrichten

Portrait

Autor

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DHBW Lörrach

Datum

27. April 2012
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