Paneuropa, Rösch, Projektarbeit Zoom

Henrik Bramlage: Lernen fürs Leben

Einen kühlen Kopf braucht Henrik Bramlage nicht nur bei der Projektarbeit bei Paneuropa-Rösch, sondern auch in seiner Freizeit. Er ist Schiedsrichter in der Regionalliga Nord.

Konzentriert ist er und ehrgeizig", sagt Jürgen Muhle, Gesellschafter von  Paneuropa-Rösch, über seinen Mitarbeiter Henrik Bramlage – und lacht mit diesem. Ein gutes Verhältnis ist gegeben. Muhle und Bramlage sind zur Preisverleihung des Dekra Award nach Stuttgart gereist: Paneuropa-Rösch hatte sich mit seiner Klima-Anpassungsstrategie für die Auszeichnung beworben und es ins Finale geschafft. 

"Fit für den Klimawandel"

Es war nicht das erste Konzept, das Bramlage im Rahmen der Projektarbeit mit seinem Team aus Vechta umgesetzt hat. Erst voriges Jahr gewannen sie den Preis "Fit für den Klimawandel" der Initiative 2050 für die Region Bremen-Oldenburg.  Auch am Hanse-Globe der Logistikinitiative Hamburg und dem Eco-Performance-Award von DKV und Uni St. Gallen hat das Team bereits teilgenommen. Im Fokus immer das Thema Nachhaltigkeit in der Logistik.

"Mir macht es Spaß, in einer Branche, die per se immer negativ gezeigt wird, Wege aufzuzeigen, wie man sich nachhaltig engagieren kann", sagt Bramlage. "Mit unserer Arbeit können wir zeigen, dass das Thema Nachhaltigkeit eben kein Marketinginstrument, sondern wirtschaftlich absolut notwendig ist."

75 Prozent des Umsatz auf der Schiene

Mit dieser Ansicht ist Bramlage bei Paneuropa-Rösch an der richtigen Adresse: Das Logistikunternehmen macht rund 75 Prozent seines Umsatzes auf der Schiene. "Natürlich können nicht alle Güter auf die Schiene verlagert werden, aber man sollte die Vor- und Nachteile des jeweiligen Verkehrsträgers genauer betrachten und sie dann zusammen besser nutzen", sagt Bramlage. "Wenn man es clever macht, überwiegen die Vorteile im Kombinierten Verkehr – man spart im Vergleich zum Lkw 70 Prozent an CO2 und kann vier Tonnen mehr laden."

Ein Praktikum während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften im niederländischen Groningen brachte Bramlage, der auch aus Vechta kommt, das erste Mal zu Pan­europa-Rösch. "Damals haben wir im Rahmen meines Praktikums überlegt, wie wir das Engagement des Unternehmens im Kombinierten Verkehr noch besser kommunizieren können – so bin ich in das Thema Nachhaltigkeit gerutscht." Nach Ende des dreimonatigen Praktikums setzte er seine Arbeit bei dem Logistiker mit einem Budget von 20 Stunden im Monat neben dem Studium fort.

Teilzeit bei Paneuropa - Promotion am Lehrstuhl Unternehmensführung

Seit seinem Abschluss 2011 ist er fest bei Paneuropa beschäftigt – in Teilzeit. Der Diplom-Wirtschaftswissenschaftler promoviert derzeit am Lehrstuhl Unternehmensführung der Uni Oldenburg. Das Thema: die notwendige nationale Transformation der Fleischwirtschaft. "Ein Bereich, der wie die Logistik mit einem weniger guten Ruf zu kämpfen hat und in dem die Unternehmen nur durch Nachhaltigkeit wettbewerbsfähig sind", sagt Bramlage.

Unter der Woche ist der 27-Jährige also gut ausgelastet. Doch auch seine Wochenenden sind meist verplant: Samstags steht er als Schiedsrichter auf dem Platz. Schon in seiner Jugend hat er eine ehrenamtliche Karriere als Schiedsrichter eingeschlagen, "nachdem ich festgestellt hatte, dass ich fußballerisch perspektivlos bin." Jahrelang dauert es, bis man als Schiedsrichter alle wichtigen Bereiche und Ausbildungsschritte durchlaufen hat.

Heute pfeift Bramlage als Schiedsrichter Spiele in der Regionalliga und ist bei Spielen der 3. Bundesliga Assistent. Was sich leichter anhört, als es ist: Zum einen setzt der Einsatz eine Topkondition voraus – zehn bis zwölf Kilometer legt Bramlage nach eigenen Angaben pro Spiel zurück. Das bedeutet dreimal in der Woche Fitnessstudio mit Lauf- und Krafttraining.

Größte Herausforderung ist die Leitung des Spiels

Eine weitere Voraussetzung ist die Vor- und Nachbereitung: Vor jedem Spiel schaut er sich die Tabellenlage sowie die letzten zehn Spielergebnisse der Mannschaften an, informiert sich über schwierige Spieler. Nach den Spielen vor allem in der 3. Bundesliga gibt es ein Zusammentreffen mit den anderen Schiedsrichtern und einem DFB-Beobachter, bei dem strittige Situationen nochmals durchgegangen werden.

Die größte Herausforderung ist die Leitung des Spiels: "In diesen 90 Minuten muss man mit Einfühlungsvermögen, aber auch mit Autorität auf die Spieler einwirken", erklärt Bramlage, "das zeichnet einen guten Schiedsrichter aus." Als Mann in Schwarz müsse man Spieler leiten und managen sowie Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde treffen. Und einen kühlen Kopf bewahren. Zudem sollte man komplett regelsicher sein. "Als Schiedsrichter lernt man wirklich fürs  Leben", sagt Bramlage. Wer auf dem Platz richtig führt, braucht auch in der Firma nie die rote Karte zeigen.

Ilona Jüngst

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Ilona jüngst

Datum

4. Dezember 2013
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