Jan Weber Geschäftsführer Logistikdienstleister Meyer Meyer Osnabrück Zoom

Die Pläne des neuen Firmenchefs Jan Weber: Meyer & Meyer will internationaler werden

Der Logistikdienstleister Meyer & Meyer will international stärker wachsen. Das Unternehmen aus Osnabrück befindet sich aktuell in einem Transformationsprozess, wie der neue Geschäftsführer Jan Weber exklusiv im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell sagt.

Der Logistikdienstleister Meyer & Meyer hat die Welt im Blick und will in den nächsten Jahren stärker über die Landesgrenzen hinaus Impulse setzen. "Wir befinden uns aktuell in einem Transformationsprozess und wollen auch international deutlich wachsen", sagt der neue Geschäftsführer der Firmenholding, Jan Weber, im Gespräch mit trans aktuell. Damit wolle man der Internationalisierung der Mode- und Textilbranche Rechnung tragen, auf die sich Meyer & Meyer spezialisiert hat.

Neuausrichtung soll bis 2021 laufen

Bis 2021 soll die Neuausrichtung abgeschlossen sein. In diesen fünf Jahren hat sich Meyer & Meyer, was neue Kunden und Services angeht, viel vorgenommen. Eine entsprechende Strategie will Weber im Mai dem neu gebildeten Beirat des Unternehmens vorstellen.
Das fünfköpfige Leitungsgremium hat zu Monatsbeginn seine Arbeit aufgenommen, zum selben Zeitpunkt hat Jan Weber die operative Führung übernommen. Dem Beirat gehören neben Michael und Rolf Meyer sowie ihrem früheren Geschäftsführer Dr. Clemens Haskamp auch die externen Mitglieder Dr. Klaus Eierhoff (ehemals Bertelsmann) sowie Dieter Urbanke (Chef von Hermes Fulfilment) an. Die Cousins Michael und Rolf Meyer hatten 1990 mit der Fusion der beiden elterlichen Betriebe das Fundament für das dynamische Wachstum ihrer Firmengruppe gelegt, die heute mehr als 2.000 Mitarbeiter in Europa, Nordafrika und Asien beschäftigt.

Dreiviertel des Umsatzes in Deutschland

Trotz internationaler Präsenz liegt der Fokus des Logistikdienstleisters aus Osnabrück derzeit noch stark auf Deutschland. Rund Dreiviertel des Umsatzes von 250 Millionen entfallen auf den Heimatmarkt. Zielsetzung für Firmenchef Weber, der zuletzt bei dem finnischen Rohstoffproduzenten Nordkalk das operative Geschäft leitete, ist es daher, die Internationalisierung voran zu treiben. "Sie ist einer unserer wichtigsten Eckpfeiler", betont er. Die Umsatzentwicklung beschreibt der 43-Jährige als stabil, wobei er für die Zukunft noch Luft nach oben sieht. "Ich bin schon der Meinung, dass wir mittelfristig zweistellig wachsen sollten", sagt er.

Noch viel Potenzial für Outsourcing

Obgleich die Nachfrage auf dem Modemarkt an manchen Stellen schwächele, sieht Weber gute Perspektiven. "Es gibt noch sehr viel Outsourcing-Potenzial, und die Fashionwelt wartet mit zahlreichen Aufgaben auf uns", sagt er. Der Firmenchef will diese mit einem ganzheitlichen und globalen Servicekonzept überzeugen. Die Philosophie dahinter lautet "From Sheep to Shop". Soll heißen: Der Service reicht von der Schafwolle beziehungsweise der Beschaffung bis hin zur Filialbelieferung und deckt über ein Joint Venture auch den E-Commerce-Sektor ab. Weber hält diesen Ansatz für ein Alleinstellungsmerkmal, den er den Kunden gegenüber noch stärker herausstellen möchte. 
Wer die komplette Klaviatur spielen möchte, muss auch alle relevanten Kanäle beherrschen, also neben der Logistik für den stationären Handel auch Kompetenz im Bereich E-Commerce und Multi-Channel an den Tag legen. Dass Meyer & Meyer das gelingt, stellt das Unternehmen zurzeit in Peine unter Beweis.

Dort investiert die Firma 25 Millionen Euro, um ein neues, für den Onlinehandel optimiertes Logistikzentrum in Betrieb zu nehmen. Die Arbeiten für das Projekt Peine 3, das 35.000 Quadratmeter umfasst, laufen. 100 neue Arbeitsplätze entstehen dort. Meyer & Meyer stellt sich darauf ein, dass in dem neuen Logistikzentrum jährlich bis zu 64 Millionen Teile abgewickelt werden können.

Gerry Weber steigt selbst in die Logistik ein

Neugeschäft  zu akquirieren, ist laut Weber auch aus einem anderen Grund erforderlich: So hat Meyer & Meyer mit dem Modeunternehmen Gerry Weber einen wichtigen Kunden verloren, der weite Teile seiner Logistik fortan in Eigenregie abwickelt und dafür im westfälischen Halle im Dezember ein mehr als 100.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Betrieb genommen hatte. 

Meyer & Meyer-Geschäftsführer Weber ist jedoch zuversichtlich, dass es gelingt, diesen Verlust auszugleichen. 2015 habe man  Neukundengeschäft im zweistelligen Millionenbereich akquiriert. Und auch 2016 habe das Unternehmen schon zwei namhafte Neukunden akquiriert. 

Jan Weber ist guter Dinge, dass es bei diesem Duo nicht bleiben wird. "Mir fallen auf Anhieb 20 Labels ein, die wir noch gerne als Kunden hätten." Die meisten von ihnen seien international unterwegs – was ja durchaus im Sinne des Firmenchefs ist und zur Neuausrichtung von Meyer & Meyer passt.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

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Matthias Rathmann

Datum

15. April 2016
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