die Logistik als Beschäftigungsmotor Zoom
Foto: Florence Frieser

BAG Bericht: Trend zu großen Unternehmen

Der neue Bericht des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) präsentiert die Zahlen zu gewerblichen Flotten und Werkverkehr. Dabei fällt auf, dass es immer weniger kleine Unternehmen gibt.

Die Transport- und Logistikbranche ist eine Wachstumsbranche. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten in den gewerblichen Flotten und beim Werkverkehr weiter erhöht. Ein neuer Bericht des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) zur Struktur der Unternehmen zeigt auf, wie sich Parameter wie Firmengrößen und Mitarbeiterzahlen von Oktober 2010 bis Oktober 2015 verändert haben. Im Oktober 2015 betrieben in Deutschland rund 88.000 Unternehmen gewerblichen Güterkraftverkehr oder Werkverkehr mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen. Das waren rund 1.000 oder 1,1 Prozent weniger als im Oktober 2010, dem vorangegangenen Stichtag der Untersuchung.

Die Unternehmen beschäftigten voriges Jahr zusammen rund 950.000 Menschen und damit 83.000 oder 9,5 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Dagegen sank die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge – Lkw, Zugmaschinen und Anhänger (minus 0,4 Prozent) – gegenüber dem Stichtag 2010 kaum.

Werkverkehre nehmen zu

Differenziert man die Zahlen nach gewerblichem Güterkraftverkehr und Werkverkehr, ergeben sich unterschiedliche Bilder. Im gewerblichen Güterkraftverkehr ging die Zahl der Firmen in den fünf Jahren um mehr als 4.600 oder 9,3 Prozent auf rund 45.000 zurück, während sie im Werkverkehr um gut 3.600 oder 9,3 Prozent auf knapp 42.600 Unternehmen anstieg. Bei den Beschäftigtenzahlen legten beide Bereiche zu: der gewerbliche Verkehr um 44.500 (plus 7,6 Prozent) auf über 630.000, der Werkverkehr um gut 38.000 (plus 13,5 Prozent) auf mehr als 320.000.

Für den gewerblichen Verkehr waren im Oktober 2015 rund 380.000 Lkw und Zugmaschinen (plus 3,5 Prozent) sowie über 290.000 Anhänger und Auflieger unterwegs, für den Werkverkehr über 220.000 Lkw und Zugmaschinen (plus 1,9 Prozent) sowie etwa 134.000 Anhänger (plus 8,3 Prozent). Von den im gewerblichen Güterkraftverkehr registrierten gut 45.000 Unternehmen hatten 33.683 ihren Schwerpunkt im erlaubnispflichtigen Güterverkehr, 1.531 in Spedition, Logistik, Lagerei und Umschlag, 553 wurden unter Kep-Dienste geführt und 9.284 – immerhin jeder fünfte Betrieb – unter "sonstige Tätigkeiten". Darunter fallen Firmen, die als Schwerpunkt etwa Autovermietung/Fahrzeugverleih, Krandienstleistung, Abschleppdienste oder Entsorgung angegeben haben.

Deutliche Rückgänge bei kleineren Betrieben

Im gewerblichen Güterkraftverkehr waren die meisten Unternehmen (8.744) in Nordrhein-Westfalen angesiedelt, gefolgt von Bayern (8.305), Baden-Württemberg (6.130) und Niedersachsen (4.003). Deutschlandweit wurden 25.600 Güterkraftverkehrs-Betriebe als Einzelunternehmen geführt, 13.727 als Kapital- und 5.467 als Personalgesellschaft. Was die Firmengröße angeht, gab es deutliche Rückgänge bei den kleineren Betrieben: bei den mit bis zu drei Beschäftigten um 20,7 Prozent auf rund 17.100 sowie bei den mit vier bis neun Beschäftigten um 12,2 Prozent auf gut 12.300. Dagegen legten die größeren Unternehmen mit zehn und mehr Mitarbeitern um elf Prozent auf über 15.600 zu.

Als Gründe für das überproportionale Ausscheiden kleinerer Betriebe nennt das BAG mangelnde Ertragsaussichten wegen veränderter Marktstrukturen, fehlende Nachfolgeregelungen, mangelnde Angebote an qualifizierten Mitarbeitern/Fahrern sowie Einstiegsbarrieren in digitale Kommunikations- und Abwicklungssysteme. Bei der Struktur der Beschäftigten fällt auf, dass im Vergleich zu 2010 der Personalaufbau im Lager- und Technikbereich gegenüber dem bei Kraftfahrern und Verwaltungsangestellten deutlich größer ausgefallen ist. Laut BAG bestätigt dies den Trend, wonach die Transportunternehmen in speditionellen Tätigkeiten "ertragsreiche Ergänzungen zum margenschwachen Transportgeschäft sehen".

Wirtschaftlicher Schwerpunkt im Groß- und Einzelhandel

Auch im Werkverkehr gab es in den vergangenen fünf Jahren erhebliche Veränderungen. Von den gut 42.000 Unternehmen haben die meisten ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im Groß- und Einzelhandel (über 10.000), gefolgt vom Baugewerbe (gut 9.000), der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei (rund 3.700), dem Holz-, Glas-, Verlags- und Druckgewerbe, der Herstellung von Sportgeräten und Spielwaren (rund 2.900) und schließlich dem Bereich der Metallerzeugung und -verarbeitung (knapp 2.800).

Von den über 300.000 im Werkverkehr Beschäftigten sind die meisten als Fahrer (knapp 234.000) und in der Verwaltung (rund 41.000) tätig. Das Lager- und Ladepersonal wird mit gut 39.000 ausgewiesen und das technische Personal mit rund 10.000. Mehr als 210.000 sind Arbeiter, 99.000 Angestellte und über 4.000 Auszubildende. Über 8.000 arbeiten als Inhaber oder als "unbezahlt mithelfende Angehörige" mit.

Dieser Artikel stammt aus Heft trans aktuell 01/2017.
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Datum

16. Dezember 2016
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