Iveco Eurocargo

Mit der Neuauflage die Marktführerschaft stärken

Neuer Iveco Eurocargo Speerfrist Mitte September ITOY Foto: Oliver Willms 6 Bilder

Mit der Neuauflage des Eurocargo will Iveco die Marktführerschaft im leichten und mittelschweren Segment stärken. Der Italiener hat nicht nur beim Design nachgelegt.

Das ausgeprägte italienische Formempfinden macht auch vor dem Design eines vermeintlich auf schnöden Nutzwert ausgerichteten Lkw nicht halt. Das zeigt die Neuauflage des Bestsellers Iveco Eurocargo, die noch in diesem September vom Stapel laufen soll. Vorab kursieren beim Iveco-Händler schon Prospekte, in denen man dem runderneuerten Leichtgewicht bereits ins rundum freundliche Gesicht schauen kann. lastauto omnibus indes hat als erste und einzige Fachzeitschrift Deutschlands die Möglichkeit, den amtierenden Europameister im Segment der leichten und mittelschweren Lkw Probe zu fahren.

Doch zunächst bleibt der Blick auf der neuen Frontpartie des Eurocargo hängen. Mit gekonntem Strich haben die Produktdesigner dem Fahrzeug ein ebenso energisches wie auch freundliches Gesicht gezeichnet, das in ausgeprägten Rundungen an der A-Säule und den vorderen Fahrerhausecken mündet, um den Wind geschmeidig um die Kabine zu führen.

Unter neuer Kunststoffhaut sitzt die bewährte Rohkarosse

Rund zwei Prozent Verbesserung beim Cw-Wert sollen des Eurocargo neue Karosseriekleider bringen. Klarglas-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, optional auch mit Xenon-Lampen – und ein mittiger Platz für den Radarsensor des künftig vorgeschriebenen Notbremsassistenten AEBS komplettieren das Design. Dass unter der neuen Kunststoffhaut immer noch die seit vielen Jahren bewährte Rohkarosse sitzt, tut der Praktikabilität im Lieferalltag keinen Abbruch. Mit dem Einstieg über eine breite Stufe und die weit öffnenden Türen mit dem kecken Fußraumfensterchen bietet auch der jüngste Eurocargo einen einfachen Einstig in die gute Fahrerhausstube der leichten Fahrzeugreihe. Im kurzen Fahrerhaus ist der Verstellbereich des rundum neu konzipierten Fahrersitzes länger als im langen Fahrerhaus. Dort begrenzt die untere Ruheliege das Stühlerücken.

Keine Einschränkungen gibt es bei der Bedienung am weitreichend überarbeiteten Armaturenträger. Der Fahrer darf fortan an das aus dem Stralis entlehnte Multifunktionslenkrad greifen. Als einziges Relikt ist der mechanische Hebel der Lenksäulenverstellung übrig geblieben. Der Rest wirkt ergonomisch und modern gestaltet.

Fahrerhaus wird zum mobilen Kleinbüro

Die bekannte Taster-Klaviatur sitzt mittig im Armaturenträger, darüber kann der Eurocargo-Pilot Navigationsgeräte oder das etwas unmotiviert platzierte Iveco-Telematik- und Navi-Display an USB-Steckplätzen einstöpseln. Auch die Bedienschalter des nach wie vor empfehlenswerten automatisierten Getriebes von ZF wurden nun endlich stimmig ins Designbild integriert.

Mit einer wuchtigen Mittelbox – von den Iveco-Marketingexperten zum Office-Modul geadelt – wird das Eurocargo-Fahrerhaus tatsächlich zum mobilen Kleinbüro. Neben USB-Anschlüssen bietet die Staubox einen ausschiebbaren Tisch als Schreibunterlage und genug Stauvolumen für einen kleinen Laptop oder Mobildrucker. Der Durchstieg zur Beifahrerseite fällt damit aber weitgehend flach, was aber in der Praxis keinen Verlust darstellt.

Keine Verluste in der Wirtschaftlichkeit

Keinerlei Verluste wollen die Iveco-Techniker ihrem jüngsten Kind bei der Wirtschaftlichkeit zumuten. Deswegen bekamen die bekannten Vier- und Sechszylindermotoren eine technische Kur mit erhöhten Einspritzdrücken, niedrigeren Drehzahlen fürs Drehmomentmaximum und Leichtlaufölen an Motor sowie Hinterachse. Elektromagnetische Lüfterkupplungen und ein Freilauf für das Zwölfganggetriebe sollen weiterhin zur Ökonomie beitragen. Ein neues abgasreines CNG-Triebwerk mit sechs Liter Hubraum und 204 PS stößt zu den bekannten Diesel-Antrieben hinzu.

In puncto Getriebe bleibt man in Turin bei Bewährtem: Automatisch kann der Eurocargo-Kunde sechs oder zwölf Fahrstufen sortieren lassen. Eine Ecoswitch-Funktion und der Ecoroll-Freilauf beim zwölfstufigen Getriebe sollen zusätzlich Kraftstoff sparen helfen. Daneben gibt es weiter die bekannten handgeschalteten Getriebe mit sechs oder neun Gängen sowie einen Allison-Wandlerautomat für die Kommunalfraktion.

Der Trend führt zum vollwertigen Leicht-Lkw

Neben den umfassenden Optimierungsmaßnahmen im Antriebsstrang setzt Iveco auch im neuen Eurocargo wieder die Hi-SCR-Abgaskarte aus, die auf jedwede Abgasrückführung und die Partikelfilterregeneration verzichtet. Iveco-Chef Pierre Lahutte verspricht in Verbund mit der reinen SCR-Abgasreinigung von einer Gesamtverbrauchseinsparung von bis zu acht Prozent. Das wäre eine starke Ansage, die es baldmöglichst im Test zu untermauern gilt. Bereits während der ersten Probefahrt vor Ort lässt sich schon die Charakteristik der neu abgestimmten Triebwerke bewerten. Die Tector-Motoren – ob 4,5 Liter großer Vierzylinder oder der 6,7-Liter-Sechssylinder gelten als fahr- aktive Triebwerke. Die Senkung des Drehmomentbestwertes kommt im City-Verkehr spürbar zum Tragen. An ihrem spritzigen Charakter haben die Tector-Aggregate nichts eingebüßt. Allein die schwergängige Lenkung im 18-Tonnen-Eurocargo schränkt die Fahrfreude etwas ein. Dem 7,5-Tonner bleibt dagegen sein leichtfüßiges Verhalten erhalten. Apropos Tonnage: Nachdem das mittelschwere und leichte Lkw-Segment europaweit rückläufig ist, macht man sich auch bei Iveco Gedanken, wohin die Reise im Leicht-Lkw geht.

Der Trend geht in diesem Segment weg vom Billigprodukt und hin zu einem vollwertig mit allen Sicherheitsfeatures wie Spurhalteassistenten und Bremsassistenten ausgestatteten Leicht-Lkw, der höherwertige Aufgaben erfüllen soll. Im neuen mautfreien Segment bis 7,5 Tonnen bekommt der leichte Eurocargo allerdings scharfe Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Der schwere Transporter Iveco Daily wartet als 7,2-Tonner mit Nutzlastwerten jenseits von vier Tonnen auf – wenn dem neuen Eurocargo angesichts dieser Konkurrenz nicht mal das freundliche Kühlerlächeln vergeht.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Lao 09 2015 Titel
lastauto omnibus 09 / 2015
17. August 2015
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