Alles über Tag der Logistik
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Foto: Matthias Rathmann

Tag der Logistik bei Fritz in Heilbronn

Fritz-Gruppe bietet Blick hinter die Kulissen

Worin liegen die Vorteile eines Telematiksystems, worauf kommt es bei der Just-in-Sequence-Belieferung der Automobilindustrie an und was ist beim Betrieb eines Gefahrstofflagers zu beachten? Das alles erfuhren die rund 160 Besucher, die der Einladung der Fritz-Gruppe in Heilbronn zum Tag der Logistik gefolgt waren. "Wir sind der Bundesvereinigung Logistik sehr dankbar, dass sie einen festen Termin geschaffen hat, bei dem wir mit unseren Kunden und Lieferanten zusammenkommen können", sagt Marketingleiterin Sylvia Fritz im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Sowohl die Besucher als auch die Mitarbeiter der Fritz-Gruppe schätzten diesen Termin zum Austausch und Netzwerken.

Fritz-Gruppe nimmt zum 9. Mal am Tag der Logistik teil

Bereits zum neunten Mal beteilige sich sein Unternehmen an der BVL-Aktion, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter Wolfram Fritz. Sein Anspruch ist es, den Besuchern jedes Mal etwas Neues zu bieten – eine feste Konstante ist dabei der gemütliche Rahmen in einer umfunktionierten Logistikhalle. Wissenschaftler Dr. Thomas Bruhn vom auf Nachhaltigkeit spezialisierten Institut IASS in Potsdam sprach darin über die Folgen der menschlichen Eingriffe in das Ökosystem. Es fehle häufig eine vernetzte Sicht der Dinge und ein ganzheitlicher Lösungsansatz, erläuterte er.

Der Grund: Viele Probleme sind zu komplex, als dass man sie zum Beispiel nur lokal oder mit einer Einzelmaßnahme lösen kann. Der Physiker führte die Herstellung eines Handys an, das aus 60 Materialien, darunter 30 Metallen bestehe. Abbau, Transport und Endlagerung seien teilweise äußerst problematisch und mit Beeinträchtigungen für Gesundheit und Umwelt verbunden. "Das ist eine hochkomplexe Gemengelage. Wo soll man hier ansetzen?", fragte der Wissenschaftler und argumentierte, dass hier nur ein koordinierter, vernetzter Ansatz helfe.

Fritz kündigt standardisierten Nachhaltigkeitsbericht an

Auch die Logistik muss ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Davon ist Firmenchef Fritz überzeugt, der 2010 – ebenfalls zum Tag der Logistik – den ersten Umweltbericht seines Hauses vorstellte und nun einen standardisierten Nachhaltigkeitsbericht ankündigte. Solche Werke hätten bisher vielleicht große DAX-Unternehmen, nicht aber der Mittelstand, sagte Fritz nicht ohne Stolz. "Wir werden einer der ersten aus der Branche sein, die einen solchen Bericht erstellen."

Ebenfalls in Verbindung mit umweltgerechten Transportlösungen steht die Einführung einer neuen Telematiklösung, die der Flotte eine höhere Effizienz bringt. 55 Fahrzeuge seien bereits mit der neuen Lösung des Anbieters Spedion ausgestattet und das vorläufige Fazit sei durchweg positiv, sagte Maurizio Manta, der mit seiner Kollegin Monica Scicchitano den Besuchern die neue IT-Lösung für den Fuhrpark vorstellte. Die Fahrer schätzten den Umgang mit Tablets und die gegenüber der vorherigen Lösung deutlich verbesserte Navigation.

Telematik von Spedion liefert Daten in Echtzeit

Die Disponenten weisen den Fahrern ihre Touren zu. Letztere wiederum erhalten alle relevanten Informationen und können ihre Daten der Disposition in Echtzeit zur Verfügung stellen – zum Beispiel die digitale Unterschrift des Empfängers bei der Anlieferung.
Eher nicht benötigt wird die Telematik für die Vielzahl an täglichen Pendelfahrten zum nahe gelegenen Audi-Werk in Neckarsulm. Fritz erledigt für den Zulieferer Faurecia die Just-in-Sequence-Versorgung mit Abgasanlagen für die Baureihen A6 und A8. Rund 30 verschiedene Varianten solcher Anlage gebe es, die der Logistikdienstleister in speziellen Großgestellen nach Neckarsulm bringt.

Wieder andere Besonderheiten gelten beim Lagern von Gefahrstoffen, wie Andreas Nohe aus dem Bereich Sicherheit und Umwelt und Andreas Pedalina, Leiter des Bereichs Gefahrgut, erläuterten. Eine Spezialität in den Hallen 7 und 8 sei die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten. Der Bedarf sei so groß, dass das Unternehmen die Genehmigung für die Lagerung von 50 weiteren Tonnen beantragt habe. Aktuell lagert Fritz bereits 30 Tonnen entsprechender Flüssigkeiten.

Telematik, Produktionsversorgung, Gefahrstoffe – die Logistik hat vieles zu bieten, so dass sich der Blick hinter die Kulissen bei der Fritz-Gruppe in Heilbronn für die Kunden und Lieferanten erneut gelohnt hat.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

28. April 2017
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