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Besichtigungen und Karrieremessen

Erfolgreicher Tag der Logistik 2019

Foto: Audi AG 23 Bilder

Erneut hat die Branche sich am Tag der Logistik der Öffentlichkeit präsentiert. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) als Initiator zählte mehr als 260 Events, bei der sich die Logistik als interessanter Arbeitgeber und erfolgreicher Wirtschaftszweig zeigte.

Mehr als nur das Containerschiff, das Waren aus Asien in den Hafen bringt, mehr als nur der Lkw, der von der Fabrik zum Handelslager und dann zur Discounterfiliale fährt: „Logistik ist mehr“ war das Motto des Tags der Logistik 2019, der der interessierten Öffentlichkeit sowie Schülern und Studenten einen Einblick in die Vielfalt der Logistikbranche gewährte.

Weniger Besucher als 2018

Schade für die teilnehmenden Unternehmen und Organisationen, vor allem aber für die Bundesvereinigung Logistik (BVL), auf deren Initiative der Aktionstag zurückgeht: Dieses Jahr wurden 270 Veranstaltungen gemeldet, an denen nach Zählung der BVL rund 23.000 Personen teilnahmen – im vergangenen Jahr waren es 350 Veranstaltungen mit rund 35.000 Besuchern. Ein Rückgang, der sicherlich der Tatsache geschuldet war, dass der Tag in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mitten in die Osterferien fiel und somit viele Schüler nicht teilnahmen.

Dabei dient der Tag der Branche in Zeiten des Fachkräftemangels auch dazu, neue Arbeitskräfte und vor allem Nachwuchs zu werben: „Wir sind die Architekten der Logistik von morgen“ hieß es etwa bei Andreas Schmid Logistik in Gersthofen, die bei der Veranstaltung gezielt Studenten und Fachpublikum auf das innovative Arbeitsumfeld hinwies. Elsen Logistik lud in sein Multi-User-Logistikzentrum in Koblenz ein, um die Prozesse im Lager und vor allem die verschiedenen Berufsbilder vorzustellen – vom Kommissionierer zum Junior Lean Manager. Und an der TU Berlin gab es ein Logistikpraxisseminar zum Thema Künstliche Intelligenz in der Logistik (siehe Artikel unten).

Fortbildung für Fachpublikum

Aber auch für Logistiker selber ist der Tag immer wieder eine gute Möglichkeit, um sich zu informieren – sei es, um bei anderen Unternehmen einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, wie bei der Firma Pabst in Gochsheim, die einen Rundgang durch ihr neues Logistik-Center anbot (siehe Artikel unten). Oder sei es, um sich selbst über aktuelle Trends fortzubilden – wie bei der Veranstaltung von Ubimax in Bremen, bei der die Anwendung von Datenbrillen live getestet werden konnte.

Und vor allem richtet sich die Veranstaltung an die Öffentlichkeit, die die Logistik meist nur in Form von Lkw, Güterbahn oder Seeschiff wahrnimmt. Dass ohne Logistik tatsächlich alles, womit wir arbeiten, und vor allem die Dinge des täglichen Bedarfs fehlen würden, zeigten etwa der Handelskonzern Rewe beim Blick hinter die Kulissen seines Logistikzentrums in Neudietendorf bei Erfurt oder Amazon Deutschland, das gleich an zwölf Standorten seine Türen öffnete (siehe Artikel unten). Von der Krankenhauslogistik über die Ersatzteillogistik, Offshore-Windanlagen, Pharmagroßhandel und der Logistik für die Luftfahrtindustrie bis zur Organisation der kompletten Supply Chain – Logistik kann einfach mehr.

Pforzheim – Amazon

Sogar ein Fernseh-Team des SWR ist am Tag der Logistik zu Amazon nach Pforzheim gekommen, um darüber zu berichten, was hier hinter sonst verschlossenen Türen vor sich geht. Armin Cossmann, Regionaldirektor Amazon Operations Deutschland, sagt: „Wir zeigen, was passiert, nachdem man auf „Jetzt kaufen“ klickt.“

Einweihung des neuen Hochregallagers

Am Tag der Logistik weiht Amazon in Pforzheim gleichzeitig mit Gästen aus Lokalpolitik und Geschäftspartnern sein neues Schmalgang-Hochregallager ein. „Zehn Millionen Invest bedeutet dieser Umbau“, informiert Standortleiter Alexander Bruggner. Anfang des Jahres ist das Projekt gestartet, weit mehr als 300 Staplerfahrer mit Schwerpunkt Hochregallager hat das Unternehmen seither ausgebildet – mehr als 200 Flurförderfahrzeuge sind hier unterwegs. Mit dem neuen Hochregal lassen sich rund zwei Millionen Artikel mehr lagern, 115 Hochregalstapler der Firma Jungheinrich wurden dafür ebenfalls neu angeschafft. Eine Batteriewechselstation mit 144 Ladeplätzen ermöglicht, dass Fahrer ihren Stapler mit leeren Akkus hier einfach abstellen und sofort auf einen frisch aufgeladenen umsteigen – ein Akku hält 1,7 Schichten.

Seit 2012 besteht das Logistikzentrum in Pforzheim und umfasst 110.000 Quadratmeter. Mehr als 1.300 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, sieben Auszubildende im Bereich Lagerlogistik und zwei Studierende der Dualen Hochschule gibt es. In jeder Schicht sind 500 bis 600 Mitarbeiter beschäftigt, täglich liefern 40 bis 50 Lkw Waren an: die Hälfte ist Amazon-Ware, die andere Hälfte Ware, bei der der Online-Händler als Plattform fungiert. Von Pforzheim aus beliefert Amazon seine Kunden in München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Heidelberg und Augsburg noch am selben Tag. „Wir sind hier vorbereitet auf Zustellungen innerhalb von zwei oder vier Stunden“, informiert Standortleiter Alexander Bruggner die 50 Besucher und sagt: „In zehn Jahren werden vielleicht Lieferungen in einer Stunde möglich sein – wir sind darauf vorbereitet.“

Das Pforzheimer Logistikzentrum ist heute Referenzwerk im Amazon Non-Sort-Netzwerk – also „für Artikel, die größer sind als ein Schuhkarton“, wie Markus Simeit, Learning & Development Manager bei Amazon Pforzheim, der Besuchergruppe erklärt. „Das ist Amazon: Geschwindigkeit, Geschwindigkeit, Geschwindigkeit“, sagt Simeit, weiter, „wir wollen immer schneller, immer besser werden.“

Berlin – Technische Universität

Volle Ränge im Hörsaal H1012 der TU Berlin in der Straße des 17. Juni: Neben Studenten haben sich auch deutlich ältere Fachbesucher zu diesem Logistikpraxisseminar eingefunden. Zu der Veranstaltung im Rahmen einer öffentlichen Vortragsreihe der Technischen Universität hat das Fachgebiet Logistik – Institut für Technologie und Management eingeladen. Die Veranstaltung am Tag der Logistik verlangt von den Zuhörern einiges ab: „Künstliche Intelligenz in der Logistik – Mehr als nur ein Hype“. Prof. Frank Straube, Leiter des Fachgebiets Logistik, berichtet über das Forschungsprojekt SMECS (Smart Event Forecast for Seaports), das mittels Künstlicher Intelligenz ein Modell zur Ankunftszeitenprognose (ETA) bei multimodalen und internationalen Containertransporten entwickeln will.

ETA mit KI managen

Ziel des Vorhabens ist es, Verspätungen und Terminalüberlastungen besser prognostizieren zu können. Um das Thema ETA geht es auch im folgenden Beitrag von Hannah Richta, Managerin Performance Analytics und Leiterin eines ETA-Projekts bei DB Cargo, bei dem KI für die Prognosen für Ankunftszeiten im Schienengüterverkehr genutzt wird. Weitere Referenten kommen von MLG Logistic, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), Microsoft Deutschland, Arvato Bertelsmann sowie den Start-ups Tracks und Blik.

Gochsheim – Pabst Transport

Pabst Transport aus Gochsheim baut seinen Geschäftsbereich Value Added Services weiter aus. Die Betriebsfläche vergrößert sich auf über 100.000 Quadratmeter. Dies gab Geschäftsführer Hans Pabst beim Tag der Logistik am Unternehmenssitz in Gochsheim bekannt. Unter Value Added Services versteht Pabst Dienstleistungen rund um das Outsourcing von Teilprozessen bei Kunden aus der Region, zum Beispiel: Um- oder Neuverpackung, Belabelung, Bestellverwaltung und Fakturierung, Behälterreinigung, Kommissionierung und Konfektionierung, Containerentladungen oder Ladungssicherungen. „In den vergangenen Jahren konnten wir uns auf diesem Gebiet einen Namen machen“, erklärt Pabst.

Der Ausbau dieser Geschäftsaktivitäten erfordert weitere Logistikflächen. Dafür hat Pabst Transport mit dem ersten Bauabschnitt 15.000 Quadratmeter neue Logistikfläche fertiggestellt und damit seine Lagerkapazität von 25.000 Quadratmeter auf aktuell 40.000 Quadratmeter erweitert. Langfristig soll die Logistikfläche auf insgesamt 75.000 Quadratmeter wachsen. In dem Zuge vergrößert sich die Betriebsfläche in Gochsheim auf über 100.000 Quadratmeter. Das neue Logistik-Center entstand in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Betriebsareal in Verlängerung der Firmenzentrale in der Julius-Hofmann-Straße.

Nachhaltiger Neubau

Der Neubau entstand nach neuesten Baunormen. Bei der Umsetzung des Projekts lag der Fokus auf Nachhaltigkeit – gemäß der Unternehmensphilosophie von Pabst. LED-Beleuchtung sowie eine Photovoltaikanlage sind daher Standard. Das neue Logistik-Center ist durchgängig mit Regalen ausgestattet. Insgesamt 23.000 Paletten-Stellplätze und eine Lagernutzhöhe von 10,60 Meter sowie Bereiche für die Kommissionierung und Konfektionierung sollen eine hohe Flexibilität auf einem hohen Qualitätsniveau gewährleisten. Durch die flexible IT-Struktur im Haus können Kundenanbindungen individuell gestaltet werden. Auch sind die Prozesse sowohl manuell als auch teilautomatisiert flexibel abbildbar. Hier kommen neben modernen Android-Lager-Scannern auch effiziente Flurfördergeräte zum Einsatz.

Das Unternehmen beschäftigt zurzeit gut 400 Kraftfahrer und gut 220 Mitarbeiter in anderen kaufmännischen und gewerblichen Berufen. Darin sind 73 Auszubildende in allen Bereichen enthalten. Insgesamt sind für das Unternehmen rund 300 Fahrzeuge unterwegs, die alle zentral von der Firmenzentrale in Gochsheim koordiniert werden.

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