Weltpremiere bei Rosenbauer Karlsruhe

Automatisierter Drehleiterbau

Johannes Roller Foto: Johannes Roller

Mit der weltweit ersten robotergestützten Leiterschweißerei perfektioniert Rosenbauer nicht nur den Bau von Hubrettungsfahrzeugen, sondern wertet auch den Traditionsstandort Karlsruhe auf.

In einer unscheinbaren weißen Fabrikhalle im Karlsruher Rheinhafen hat Rosenbauer in den vergangenen fünf Jahren einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0 unternommen. War bisher jede Feuerwehrdrehleiter ein handwerkliches Unikat, ist nun eine ebenso variantenreiche wie einheitliche Sequenzfertigung möglich. Drei Zellen mit Präzisionsschweißrobotern sind das Herzstück des neuen Werks, das Rosenbauer mit Corona-bedingter Verzögerung im Beisein des Karlsruher Oberbürgermeisters und hochrangiger Feuerwehrvertreter offiziell eingeweiht hat.

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Daniel Tomaschko (CTO Rosenbauer International AG), Dr. Frank Mentrup (Oberbürgermeister Karlsruhe) und Michael Kristeller (Geschäftsführer Rosenbauer Karlsruhe) bei der offiziellen Einweihung.

Erste Automatisierungsversuche

„Bereits in den 80er-Jahren gab es erste Automatisierungsversuche beim Drehleiterbau“, erklärte Rosenbauer-CTO Daniel Tomaschko. Doch es blieb beim Unikat mit hohem Handarbeitsanteil, was nicht zuletzt die saftigen Preise für eine Drehleiter erklärt. 1998 erweiterte Rosenbauer International sein Portfolio und übernahm den Traditionshersteller Metz, der seit 2015 unter Rosenbauer Karlsruhe firmiert und neben Magirus zu den weltweit größten Herstellern von Hubrettungsfahrzeugen gehört.

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„Vor fünf Jahren unternahmen wir einen neuen Anlauf, eine Drehleiter mit einem Roboter zu schweißen“, führte Tomaschko weiter aus. 4,2 Millionen Euro wurden investiert, einige Hürden gemeistert und mit Partnern wie Carl Cloos Schweißtechnik, Sondermaschinenbau Calvörde und Leisinger Deutschland eine weitgehend digitalisierte Produktionsanlage geschaffen. Laut Rosenbauer handelt es sich um die erste robotergestützte Fertigung von Leitersätzen für Drehleiterfahrzeuge überhaupt.

Produktivität steigern, qualifizierte Arbeitsplätze sichern

Man habe eine Fabrik der Zukunft geschaffen, die nicht nur Vorteile in Bezug auf Produktivität, Prozesssicherheit, Bauteilpräzision und Qualität der Endprodukte mit sich bringe, sondern auch qualifizierte Arbeitsplätze sichere.

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Stichwort Arbeitsplätze: Neben der zunehmenden Anforderungsvielfalt seitens der Feuerwehren und dem Fachkräftemangel bei den Schweißern sei auch das hohe Lohnniveau im deutschen Südwesten ein Grund für diese Effizienzsteigerung gewesen. Auf 40 Prozent bezifferte Michael Kristeller, Geschäftsführer von Rosenbauer Karlsruhe, den Produktivitätsgewinn. Er betonte aber: „Trotz Modernisierung, Digitalisierung und Robotik braucht man weiterhin den Mensch.“ Ob als Anlagenbediener oder weiterhin als Schweißer, denn überall kommen die Schweißroboter nicht hin. Und eine Drehleiter hat „unendlich viele Schweißpunkte“, so Kristeller.

1.500 Einzelteile, „unendlich viele Schweißpunkte“

Gelenk-Drehleitern mit 30 Metern Rettungshöhe bestehen laut Rosenbauer aus über 500 verschiedenen Bau- und mehr als 1.500 Einzelteilen. Jedes einzelne Teil und jede Steckverbindung werden exakt konstruiert und digital erfasst. Damit ist sichergestellt, dass sie wie Schloss und Schlüssel zueinander passen und etwaige Fehler im Produktionsprozess von vornherein ausgeschlossen sind.

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Die Teile werden auf Lasermaschinen präzise zugeschnitten und mit passgenauen Schlitzen, Bohrungen, Laschen und Zapfen versehen. Im nächsten Arbeitsgang werden sie auf speziellen Vorrichtungen positioniert und geheftet, bevor sie von Robotern zusammengeschweißt werden. Die Schweißroboter verfügen über eine Laserabtastung und Stereokameras, um punktgenau erkennen zu können, wo eine Schweißnaht zu setzen ist.

Darauf folgen das Fertigschweißen von Menschenhand, das Flammrichten mit Einstellung der Leitervorspannung, das Sandstrahlen der Oberflächen sowie das „Verputzen“, also Einebnen von Schweißnähten und Verschließen von Schweißporen. Am Ende steht das Kaltrichten, bei dem die einzelnen Leiterteile zu einem Leitersatz zusammengeschoben und voreingestellt werden.

Die Ausrüstung mit Löschtechnik und der Aufbau aufs Fahrzeug finden schließlich ein paar Hundert Meter weiter im ehemaligen Metz-Werk statt.

Johannes Roller Foto: Johannes Roller

Rosenbauer Karlsruhe

Der Standort Karlsruhe ist das Rosenbauer Entwicklungs- und Produktionszentrum für Drehleitern und Hubrettungsbühnen nach europäischer Norm mit eigenem Service- und Schulungszentrum. Hier beschäftigt Rosenbauer rund 500 Mitarbeiter, die im Jahr 200 Hubrettungsgeräte produzieren und an Kunden auf der ganzen Welt ausliefern.

Ein Querschnitt des Fahrzeugprogramms war im Rahmen der Werkseröffnung zu sehen, darunter sechs Drehleitern mit 32 Meter Rettungshöhe für Kunden in Deutschland, Österreich, Saudi-Arabien und Australien, zwei Drehleitern mit 24 bzw. 27 Meter Rettungshöhe und Kompaktdrehgestell, drei Hubrettungsbühnen mit 32, 45 und 55 Meter Arbeitshöhe sowie die brandneue L32A-XSF, deren offizielle Markteinführung auf der Feuerwehrmesse Florian vom 8. bis 10 Oktober 2020 in Dresden erfolgen wird.

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