Weiterer Großauftrag für RMMV

4.000 Wechsellader für die Bundeswehr

Rheinmetall Foto: Rheinmetall

Die Bundeswehr hat mit Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 4.000 neuen Wechselladern auf Chassis des HX 8x8 geschlossen.

Auf diesem Rahmenvertrag hat die Bundeswehr zunächst 540 Fahrzeuge geordert, davon 230 mit geschützten Kabinen, die der Besatzung Schutz vor Sprengfallen, Splittern, Handwaffenbeschuss und ABC-Kampfmitteln bieten. Dieses erste Los hat einen Auftragswert von 348 Millionen Euro brutto und beinhaltet neben der Lieferung der Lastwagen und des Zubehörs auch die Schulung des technischen Personals der Bundeswehr. Die Auslieferung soll Anfang 2021 beginnen.

Die Wechsellader basieren auf 8x8-Fahrzeugen aus der HX-Serie von RMMV. Kernausstattung ist das von Hiab entwickelte Hakenladegerät, mit dem sich die zugehörigen Wechselladerpritschen schnell aufnehmen und absetzen lassen. Alternativ können die Vierachser auch eine Wechselpritsche oder einen 20-Fuß-Container über die standardisierten ISO-Schnittstellen aufnehmen.

Lesen Sie auch bundeswehr, man, gelände, einsatz, multi Militärfahrzeuge Die PS-Könige im Lkw-Fuhrpark der Bundeswehr

Ziel des Beschaffungsvorhabens ist, dass die Bundeswehr genügend Logistikfahrzeuge besitzt, wenn Deutschland 2023 die Führung der Nato-Speerspitze „Very High Readiness Joint Task Force“ (VJTF) übernimmt. Derzeit hat die Bundeswehr mehrere Hundert Wechsellader verschiedener Baujahre in ihrem Bestand, bestehend aus zwei Mustern: dem in den 90er-Jahren beschafften Multi A1.1 sowie dem in den 2000ern für die Auslandseinsätze entwickelten Multi A4 FSA mit geschützter Kabine. Beide Generationen stammen noch vom schraubengefederten, hochgeländegängigen MAN mil gl beziehungsweise der SX-Serie von RMMV ab, die inzwischen zu Gunsten der HX-Baureihe eingestellt wurde.

Multifunktional, hochmobil und weit verbreitet

Der nun abgeschlossene Rahmenvertrag, der über mehrere Haushaltsjahre ausgeschöpft werden kann, verjüngt und erweitert den Logistikfuhrpark der Bundeswehr deutlich. „Die Fahrzeuge sind hochmobil, geländegängig und allradgetrieben, können Ladungen von bis zu 15 Tonnen transportieren und sind mit der bewährten Wechselladerpritsche des schon eingeführten Systems Multi ausgestattet“, unterstreicht das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) die Vorzüge der neuen Generation. Dank der Wechselladereinrichtung könne das Be- und Entladen von Versorgungsgütern ohne weitere Unterstützung durch Kräne oder Gabelstapler erfolgen.

„Die geschützten Wechselladersysteme erhöhen Überlebens- und Durchhaltefähigkeit sowie die taktische Flexibilität der Nachschubtruppe erheblich“, ergänzt Rheinmetall in einer Pressemitteilung. Ein weiterer Vorteil: Identische Bedienung und Teilegleichheit mit bereits beschafften oder bestellten RMMV-Lkw erleichtern Ausbildung, Einsatz und Instandhaltung. Die weltweite Verbreitung von SX/HX-Lastwagen birgt auch im Hinblick auf multinationale Einsätze Vorteile. Aktuell gehören neben Deutschland unter anderem Großbritannien, Australien, Neuseeland und Dänemark zu den Nutzern. Montiert wird die HX-Baureihe im Wiener RMMV-Werk, die wesentlichen Komponenten entstammen laut Rheinmetall größtenteils deutscher Fertigung.

Mit dem Rahmenvertrag verbindet sich für RMMV über die Laufzeit von 2021 bis 2027 ein Gesamtvolumen von bis zu zwei Milliarden Euro. Damit kann das Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und MAN seine Position als führender Hersteller militärischer Logistikfahrzeuge weiter ausbauen.

Aktuelle Fragen Bullenfänger illegal? Sind Bullenfänger in Deutschland erlaubt? LNG/LPG (Unterschied) Warum LNG statt LPG? Tageskontrollblätter Können die Lenk- und Ruhezeiten über Tageskontrollblätter aufgezeichnet werden?
Kostenloser Newsletter
eurotransport Newslettertitel Jetzt auswählen und profitieren

Maßgeschneidert: Die neuen Themen-Newsletter für Transportprofis.