Historische E-Busse von MAN

Zurück in die Zukunft

Elektrobusse von MAN Foto: MAN 8 Bilder

Anlässlich der nahenden Serienproduktion des Elektro-Stadtbusses Lion's City E wagt MAN einen Blick ins Archiv – ins Jahr 1970, als der erste Elektrobus der Münchner seine ersten Meter absolvierte.

Trotz der Corona-Krise will MAN noch in diesem Jahr mit der Serienproduktion des Lion's City E durchstarten. Die ersten Exemplare des Elektro-Stadtbusses sollen im Anschluss im vierten Quartal zu den Kunden rollen – und damit genau 50 Jahre nach der Erprobung des ersten Elektrobusses der Münchner.

Im Februar 1970 nämlich präsentierte MAN laut eigener Angaben gemeinsam mit den Partnern RWE, Bosch und Varta nach zwei Jahren Entwicklungszeit einen ersten elektrischen Stadtbus. In der damaligen Pressemitteilung zum Modell 750 HO-M10 E heißt es, dass der Bus "einen positiven Beitrag der Industrie zur Bekämpfung von Luftverschmutzung und Lärm im innerstädtischen Straßenverkehr leisten" solle.

Elektrobus mit Batterien im Anhänger

Elf Monate später – im Januar 1971 – ging der Prototyp dann für einen einjährigen Praxistest an die Koblenzer Verkehrsgesellschaft. Bis zu 99 Fahrgäste konnte er dort befördern, seine Reichweite lag bei rund 50 Kilometern. Zwei bis drei Stunden war der Elektro-MAN damit ohne Zwischenstopp einsatzfähig – musste danach wohlgemerkt aber nicht gleich viele Stunden ans Netz. Seine 108 kWh fassenden Batterien nämlich zog der erste Elektro-Stadtbus der Münchner per Einachs-Anhänger hinter sich her. Und diese Powerbank auf Rädern konnte in einer Wechselstation schnell ausgetauscht werden.

"Dass zwei Anhängermodule mit Batterien zur Verfügung standen, hatte neben der ständigen Verfügbarkeit des Elektrobusses den Vorteil, dass die Batterien mit kostengünstigem Nachtstrom aufgeladen werden konnten", erklärt Henning Stibbe, Leiter des historischen Archivs von MAN. Bis Juni 1971 hat der Elektrobus laut MAN auf diese Weise rund 6.000 Kilometer abgespult – "ohne wesentliche Störung".

Neben dem Praxistest 1971 in Koblenz engagierte sich MAN in den 70ern aber auch zu den Olympischen Spielen in München mit zwei Elektro- und acht Erdgasbussen. Von 1974 bis 1979 hat zudem die Stadt Mönchengladbach MAN-Elektrobusse der zweiten Generation vom Typ SL-E erprobt, die zu dieser Zeit schon über eine Reichweite von 80 Kilometern verfügten und deren 163 kWh fassenden Anhängermodule außerdem vollautomatisch gewechselt werden konnten. Auch Düsseldorf und Frankfurt am Main zählt MAN zu den Kunden für die historischen Elektrobusse.

Hybrid-Stadtbus im Trend

Noch 25 Jahre vor der Präsentation des ersten Elektrobusses von MAN feierten die Münchner zudem laut eigener Angaben die Premiere des ersten gasbetriebenen Stadtbusses. Auch dieser Bus wurde an einen Anhänger mit zusätzlichen Kraftstofftanks gekoppelt, um so die Reichweite zu vergrößern. Heute bezeichnet sich MAN selbst als Markt- und Technologieführer im Segment der gasbetriebenen Stadtbusse in Europa. Seit 2011 sind zudem über 800 Einheiten des Lion's City mit Hybrid-Antriebsstrang vom Band gelaufen.

"Der Hybridbus liegt im Trend. Er ist der erste Schritt in Richtung emissionsfreier Verkehr", erklärt hierzu Rudi Kuchta. Nahezu alle aktuellen Stadtbus-Auslieferungen seien durch die effiziente Hybridtechnologie alternativ angetrieben. "Dank der neuen Technologie kann der Bus beim Zwischenstopp an Haltestellen oder Ampeln erstmals komplett abgeschaltet werden. Diese Funktionsweise des MAN EfficientHybrid bieten wir bislang exklusiv als Unternehmen im Markt an", so der Leiter des Busgeschäfts bei MAN.

Entscheidende Kompetenzen im Haus

"Dass wir bereits vor fünf Jahrzehnten als eines der ersten Unternehmen überhaupt auf Elektromobilität gesetzt haben und seit vielen Jahren alternative Antriebe maßgeblich vorantreiben, zeigt die Innovationskraft und den Erfindergeist von MAN", sagt Kuchta weiter. Jetzt sei die Zeit und der Markt reif für die Elektromobilität und die politischen Rahmenbedingungen würden passen. Der Elektromotor des Lion's City E stamme aus dem eigenen Haus, die im Elektrobus entscheidenden Kompetenzen wie die Batterietechnologie entwickle man im Konzern. "Zudem stehen wir unseren Kunden mit kompetenter und ganzheitlicher Beratung zur Seite, um ihnen den Einstieg in die Elektromobilität so einfach wie möglich zu gestalten."

Der Leiter des Busgeschäfts bei MAN zeigt sich überzeugt: "Wenn es um alternative Antriebskonzepte geht, setzen unsere Busse schon immer Maßstäbe. Um unseren Kunden auch künftig modernste Mobilitätslösungen bieten zu können, werden wir auch weiterhin all unser Know-how und Engagement in die kontinuierliche Verbesserung bestehender und in die Entwicklung neuer Technologien stecken."

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