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Roland Berger

Autonomes Fahren: Mit USA auf Augenhohe

autonome Scania Kipper Foto: Michael Kern

Beim autonomen Fahren gelten amerikanische und deutsche Hersteller allgemein als weltweit führend. Für die Zukunft wird allerdings entscheidend sein, wie die Regierungen der Länder die Rahmenbedingungen für Testflotten und die Serienzulassung von autonomen Fahrzeugen gestalten – so eine Studie von Roland Berger und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka).

11.01.2018 Ralf Lanzinger

Bei der Weiterentwicklung der Technologie geht es demnach vor allem um Fahrzeugtests unter realen Bedingungen. Laut der neuesten Ausgabe des "Index Automatisierte Fahrzeuge" wird dieser Aspekt zu einem wichtigen Kriterium für die Attraktivität eines Standorts. Für den "Index Automatisierte Fahrzeuge" analysieren Roland Berger und die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka) regelmäßig die Wettbewerbspositionen der relevanten Automobilnationen.

Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger: "Im vergangenen Jahr haben sich die Aktivitäten rund um das automatisierte Fahren nochmal deutlich verstärkt. Jetzt liefern sich OEMs, Zulieferer und Technologieunternehmen ein Rennen, wer die ersten hochautomatisierten Fahrzeuge für den Stadtverkehr auf den Markt bringt."

Mehr Fahrerassistenz-Funktionen

Das Angebot an Fahrerassistenz-Funktionen ist seit der letzten Ausgabe des "Index Automatisiertes Fahren" bei fast allen Herstellern gewachsen, teilt Roland Berger mit. Den Angaben nach behalten die deutschen OEMs ihre Führungsposition bei. Denn sie bieten mittlerweile in fast allen Fahrzeugklassen entsprechende Systeme an, während die meisten anderen Hersteller ihr Angebot auf bestimmte Klassen oder spezifische Funktionen beschränken.

Doch als entscheidend für den Vorsprung im Rennen um das vollautonome Fahren erachtet Roland Berger die Entwicklung und Erprobung der Technologie im realen Straßenverkehr.

Algorithmen trainieren

Christian Burkard von der fka: "Die Algorithmen der Fahrzeuge müssen trainiert werden. Das kann zwar zu mehr als 95 Prozent in virtuellen Umgebungen erfolgen, doch reale Testflotten sind weiterhin notwendig." Weiter meint Burkard: "Je früher die Systeme kommerziell in Flotten eingesetzt werden, desto schneller können sie weiterentwickelt werden. Dann entsteht ein sich selbst verstärkender Effekt, der genutzt werden kann, um eine dominierende Marktposition aufzubauen."

Als besonders erfolgreich in dieser Hinsicht gelten die amerikanischen Hersteller, unterstützt durch die regulatorischen Rahmenbedingungen: "Im Gegensatz zu Deutschland und Europa erlauben die gesetzlichen Vorgaben in den USA bereits heute einen kommerziellen Einsatz des hochautomatisierten Fahrens", sagt Bernhart. "Durch unkomplizierte Zulassungsverfahren werden Testflotten möglich, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassen – ein Vielfaches gegenüber dem, was in Europa angedacht ist."

Großteil der Tests in den USA

Daher dürfte ein Großteil der bereits laufenden oder geplanten Tests in den USA stattfinden, wodurch die dortigen Hersteller ihre führende Position in diesem Technologiefeld weiter ausbauen und die Ansiedlung von Hightech-Unternehmen gefördert werden dürften. Deutschland werde seine Vorreiterrolle als Technologie- und Wissensträger vorerst weiterhin behalten, prognostizieren die Studienautoren. Das sei jedoch keine Garantie dafür, dass das Land auch bei der hochautomatisierten Mobilität vorne mitspielen werde.

Mit den USA auf Augenhöhe

"Die Gesetzgebung muss mit der Entwicklung Schritt halten, wenn Deutschland beim Thema automatisiertes Fahren mit den USA auf Augenhöhe bleiben will", warnt fka-Experte Burkard. "Die Anpassung des Straßenverkehrsgesetzes im Frühjahr 2017 weist schon in die richtige Richtung, allerdings erlaubt sie bei weitem noch keinen Durchbruch zur vollständigen Automatisierung auf öffentlichen Straßen."

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