Spedition Rothermel

Gut organisierter Mittelständler

Spedition Rothermel FF 2/20 2/2020 Nufam Edgar Christian Baustoffe Fahrtrainer Fahrschul-Truck Foto: Jan Bergrath 16 Bilder

Rothermel in Östringen setzt im modernen Fuhrpark auf alle derzeit verfügbaren Fahrerassistenzsysteme und legt bei der eigenen Aus- und Weiterbildung großen Wert auf praktische Schulungen.

Der Unterschied ist marginal. Nur vier Minuten. Das war der Zeitgewinn mit demselben Lkw, derselben Ladung und demselben Fahrer auf einer Nachtline in den Raum München. Die Strecke: jeweils 293 Kilometer. Einmal mit Tempomat auf 89 km/h und einmal mit 84 km/h. Vorausschauendes Fahren, bergab kontrolliert laufen lassen. Der Gewinn: bei der zweiten Tour ein maximaler Verbrauch von nur 23 Litern. Und gerade deshalb sind diese beiden Zahlen für Christian Rothermel (50), einen der beiden Geschäftsführer der Edgar Rothermel Internationale Spedition aus dem badischen Östringen, ein wichtiges Argument gegen die Vorstellung vieler Fahrer, man könne durch ständiges Vollgas und die dadurch bedingte, oft nicht ungefährliche Hetze auf der Autobahn eine wirklich entscheidende Zeit bis zum Kunden herausschlagen.

Wirtschaftlichkeit ist ein Teil des Erfolges

"Das ist eine vollkommen falsche Vorstellung", so sagt Rothermel. Er ist im 1963 von seinem mittlerweile stolze 85 Jahre alten Vater Edgar gegründeten Familienunternehmen für das operative Geschäft zuständig. Sein Bruder Martin (53) verantwortet die Administration und die Kundenbetreuung. Das Spektrum der Dienstleistungen umfasst unter anderem die Bereiche Automotive, Baustoffe, Maschinen, Lebensmittel und Verpackungen. Die 127 eigenen Fahrzeugkombinationen sind für diese höchst verschiedenen Aufgaben entsprechend konfiguriert.

Andreas Neher (53) hat diese zwei Touren gefahren, als Springer für einen Fahrer. Neher war von 2011 bis 2015 bei Rothermel in den Bereichen Baustoff- und Schwertransporte als Fahrer beschäftigt. "Dann wurde für mich eine Stelle als Eco-Trainer neu geschaffen, damit ich unseren Fahrern auf Augenhöhe das Thema Sicherheit und Wirtschaftlichkeit nahebringen kann", so Neher. "Dafür habe ich drei Tage im Daimler-Werk Wörth an den entsprechenden Profischulungen teilgenommen und gebe diese Erkenntnisse nun an unsere Fahrer weiter." Die Wirtschaftlichkeit ist ein Teil des Erfolges. "Die Auswertung der Verbräuche der Fahrer über die Telematik Fleetboard von Daimler spiegelt sich daher in entsprechenden Prämien wider", so Rothermel. "Andreas Neher hat durch diese zwei identischen Touren belegt, dass man durch eine wirtschaftliche Fahrweise diesel- und zeitsparend ans Ziel kommt. Daran arbeiten wir weiter."

Für die praktische Weiterbildung unterhält Rothermel sogar ein eigenes Schulungsfahrzeug mit drei Sitzen, einen Actros 1845 mit einem Planensattel. Zusammen mit Tobias Buhl, der nach seiner dreijährigen Ausbildung zum Berufskraftfahrer mittlerweile neben seiner reinen Fahrertätigkeit tageweise als interner Eco-Trainer beschäftigt ist, teilt sich Neher diese Aufgabe der theoretischen Modulschulung und der praktischen Weiterbildung. Das betrifft auch die Unterweisung von Fahrern, die sich bei Rothermel neu beworben haben und die zuerst mit einem der beiden Fahrertrainer eine Einweisungsfahrt absolvieren müssen. "Es gibt gute Fahrer", kommentiert Neher vorsichtig die daraus gewonnenen Erkenntnisse, "und es gibt Fahrer, die meinen, dass sie gut sind."

Spedition Rothermel FF 2/20 2/2020 Nufam Edgar Christian Baustoffe Fahrtrainer Fahrschul-Truck Foto: Jan Bergrath
Axel Zilm (52) aus Schwanheim: "Ich bin schon 2000 über Mundpropaganda zu Rothermel gekommen. Das ist ein Betrieb mit sozialer Verantwortung. Hier bin ich noch ein Mensch und keine Nummer."

"Rothermel ist ein Betrieb mit sozialer Verantwortung."

Wie derzeit jedes gut organisierte mittelständische Transportunternehmen hat auch Rothermel einen Stamm an langjährigen Fahrern, die im Alltag vor allem den sehr hoch gehaltenen zwischenmenschlichen Umgang hervorheben neben dem attraktiven Lohnpaket und der modernen Flotte, die seit 2017 auch mit dem radarbasierten Abbiegeassistenten von Daimler ausgestattet wird. So wie Oliver Klose, der schon seit 2002 bei Rothermel beschäftigt ist und mit seinem Kippsattel täglich in vier Touren Ton aus dem Odenwald in ein Dachziegelwerk bringt. "Die Lenk- und Ruhezeiten werden bei uns immer eingehalten", betont er.

Nicht nur das. Da die Autobahnen 5 und 6 rund um das Kreuz Walldorf ständig staugefährdet sind, hat sich Klose auf eigene Kosten das jüngste Navigationsgerät von Tom Tom mit Stauwarnungen in Echtzeit zugelegt. Seine Begründung spricht für das gute Betriebsklima, in dem beiden Seiten, Arbeitgeber und Fahrer, an einem Strang ziehen: "Ich will Geld verdienen, mein Chef will Geld verdienen, und deshalb will ich jeden Tag meine Touren ohne Verzögerungen schaffen." Kein Wunder: "Unser Fuhrpark wird regelmäßig gewartet, unser Lohn kommt immer pünktlich, alle Schulungen werden übernommen und die Geschäftsführung hat jederzeit ein offenes Ohr für unsere Belange", so lautet Kloses Begründung. "Man müsste sehr lange suchen, um eine Spedition mit ähnlich guten Bedingungen zu finden."

Das bestätigt auch Andreas Zilm, der 2000 über Mundpropaganda zu Rothermel gefunden hat. Mit seinem Planensattel fährt er im Nachtsprung Reifen eines regionalen Produzenten zu drei festen Kunden in Süddeutschland und bekommt als Rückladung entweder Retouren oder leere Gemüsekisten für einen Lebensmitteldiscounter.

"Rothermel ist noch ein Betrieb mit sozialer Verantwortung. Ich jedenfalls fühle mich hier noch als Mensch und nicht als Nummer." Sein besonders auffallender Actros 1848 trägt die dezente Aufschrift "NUFAM Edition". Aus gutem Grund. Alle zwei Jahre im September besucht auch Christian Rothermel mit verdienten Mitarbeitern die beliebte Fachmesse in Karlsruhe. Mit dem Filmteam des auf Youtube eingestellten Aufklärungsvideos "Augen-Blicke" stellte er sich am Stand der FERNFAHRER-Roadshow der Diskussion über eine möglichst bessere gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Lkw- und Radfahrern. Werbung in eigener Sache machte der erste neue Actros mit den Mirror-Cams – die aktuelle NUFAM-Edition. "Wir haben mittlerweile über 50 Berufskraftfahrer erfolgreich ausgebildet", berichtet Rothermel. "Auch wenn am Ende nicht alle ausgelernten Fahrer bei uns bleiben, so sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, diesen einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen."

MAX 80 Regeln
Rothermels Flotte steht unter Polizeischutz

Zahlen & Fakten

Anschrift: Edgar Rothermel Internationale Spedition GmbH, Industriestraße 2, 76684 Östringen
Tel.: 0 72 53/92 56-0
E-Mail: info@rothermel.de
Internet: www.rothermel.de
Gründungsjahr: 1963
Unternehmensgröße: Inhabergeführtes Speditions- und Logistikunternehmen im Selbsteintritt
Schwerpunkte der Transporte: Automotive, Baustoffe, Energieversorgung, Lebensmittel, Maschinen, Verpackungen
Mitarbeiter: 250
Fahrer: 170
Fuhrpark: 127 ziehende Einheiten, davon 100 Actros Big Space mit 450 bis 480 PS, 17 DAF XF Space Cab mit 460 bis 480 PS, 10 Scania R 450/500 mit allen Assistenzsystemen, Standklima, Alufelgen. 80 Planauflieger von Schmitz Cargobull, 30 Baustellenkranfahrzeuge von Schwarzmüller mit Palfinger-Kran, 15 offene Baustellenauflieger von Schmitz Cargobull, 10 Tiefbetten von Faymonville, 10 Plateauauflieger von Krone, 8 Sattelkipper von Kempf und Schmitz Cargobull
Einsatzgebiet: nationaler Nah-, Fern- und Schichtverkehr. Wochenende daheim
Laufleistung: circa 120.000 km im Fernverkehr, bis 250.000 km im Schichtverkehr

Alle Angaben laut:
Geschäftsführer Christian Rothermel

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