Sattelauflieger rein elektrisch versetzen

ATM spart jährlich 35 Tonnen CO2

Automotive Trailer Mover oder kurz ATM von Blydd Foto: Blydd

Die zu 100 Prozent elektrische Terminal-Zugmaschine ATM nutzt sämtliche Möglichkeiten, die ein E-Antrieb bietet. Angefangen von der Platzierung der Fahrerkabine über Emission bis hin zu den Kosten.

Das Unternehmen BHT agiert als Distributor für das frühere Start-up Blyyd. Das einzige Produkt von Blydd ist der Automotive Trailer Mover oder kurz ATM. Über die zu 100 Prozent elektrische Terminal-Zugmaschine sagt der Geschäftsführer von BHT, Thomas Schmehl: „Beim Leistungsniveau liegt der ATM mit verbrennungsmotorischen Maschinen gleichauf, auch im 24-Stunden-Dauereinsatz. Es ist nicht nur ein altes Dieselgerät einfach elektrifiziert worden. Vielmehr wurde der Schlepper durchweg neu konstruiert.“

Der ATM nutzt demnach konsequent sämtliche Möglichkeiten, die ein Elektroantrieb bietet. Das erkenne man an der Fahrerkabine. Die tiefe Platzierung gestatte den sicheren und ermüdungsfreien Einstieg. „Zum An- und Abkoppeln eines Anhängers bedarf es ebenfalls nur eines kleinen Schritts. Die mittige Anordnung des Führerstands gewährt zudem volle Rundumsicht“, so Schmehl.

Kleiner Fußabdruck

Als weiteres Charakteristikum betrachtet BHT den geringen Energiebedarf. „Verglichen zu den wenigen anderen elektrischen Terminaltrucks erreichen wir die gleiche Einsatzautonomie mit kleineren Batterien und damit kleinerem Investment, so Schmehl. Der Anschaffungspreis liegt allerdings über dem eines vergleichbaren Verbrennermodells. Dies werde durch die niedrigeren Betriebskosten mehr als wettgemacht. „Bei 2400 Betriebsstunden pro Jahr lädt der ATM elektrische Energie für 2.640 Euro in die Akkus. Ein Dieselrivale verfeuert im gleichen Zeitraum Treibstoff im Wert von 20.280 Euro“, versichert der Geschäftsführer.

Der ATM amortisiert sich in demnach nach vier Jahren, bei höherer Auslastung den Angaben nach noch schneller. Als weiteres, entscheidendes Argument fürs Batteriefahrzeug nennt Schmehl die geringen Emissionen: „Angenommen, der Kunde hat unser Gerät acht Stunden täglich in Betrieb – anstelle eines Selbstzünders. Dann ergibt sich eine jährliche CO2-Einsparung von knapp 35 Tonnen.“ Diese Rechnung basiert nach Angaben des Geschäftsführers auf dem durchschnittlichen deutschen Strommix. Mit grüner Elektrizität entlastet der Anwender seine Klimabilanz demnach sogar um über 41 Tonnen Kohlendioxid.

Der ATM verfügt serienmäßig über Klimaanlage, Heizung sowie ein Rückfahrsystem mit vier Kameras. Chassis, Kabine und Sitz sind separat luftgefedert. Der ATM ist bislang im Unternehmen Barilla in Betrieb, ebenso bei Carrefour, Kühne + Nagel und Yves Rocher. Blyyd lässt den ATM von der börsennotierte Firma Gaussin SA fertigen. Die Gaussin SA hat den Angaben nach 50.000 Transport- und Logistikfahrzeuge bei 1500 Kunden im Einsatz.

BHT

Das Unternehmen BHT ist seit der Gründung 1976 im Bereich Intralogistik aktiv. Seit 2003 engagiert sich das Familienunternehmen bundesweit als Distributor für ausgewählte Fabrikate. Das Team um Geschäftsführer Thomas Schmehl etablierte zunächst die Marke TCM in Deutschland. Seit 2013 steht Hangcha im Fokus. BHT repräsentiert heute ein Vertriebs- und Servicenetz von 38 Flurförderzeug-Händlern. Das Unternehmen beschäftigt 450 Mitarbeiter. Jährlich rollen über 500 neue Hangcha-Geräte zu ihrem Einsatz. 2021 erweiterte Schmehl das Portfolio um Blyyd.

Aktuelle Fragen Bullenfänger illegal? Sind Bullenfänger in Deutschland erlaubt? LNG/LPG (Unterschied) Warum LNG statt LPG? Tageskontrollblätter Können die Lenk- und Ruhezeiten über Tageskontrollblätter aufgezeichnet werden?
Kostenloser Newsletter
eurotransport Newslettertitel Jetzt auswählen und profitieren

Maßgeschneidert: Die neuen Themen-Newsletter für Transportprofis.