Porträt Pema Landsberg

Alle unter einem Dach

Foto: Mathias Heerwagen

In Landsberg betreibt das Vermietunternehmen Pema eine markenunabhängige Werkstatt. Seit 25 Jahren kümmern sich die Mitarbeiter dort um Lkw und Trailer fast aller Fabrikate.

Praktisch alle Werkstätten schreiben sich auf die Fahnen, einen Rundumservice zu bieten. Im Falle der Pema-Werkstatt in Landsberg, rund 15 Kilometer nördlich von Leipzig, trifft das aber ganz besonders zu. Denn der Fuhrpark des großen Vermietunternehmens umfasst Lkw von MAN, Mercedes, Volvo, Renault und DAF, dazu kommen Trailer von nahezu allen großen Herstellern.

Foto: Mathias Heerwagen
Pema Landsberg: Ein Blick auf den Hof zeigt die Vielfalt: Zugmaschinen von MAN, Volvo und Renault sind bereit für die Vermietung.

Pema war bereits in der DDR vertreten

Deutschlandweit gibt es vier Pema-Servicecenter, der Standort in Leipzig ist der einzige in den neuen Bundesländern. „Durch die Lage an den Autobahnen 9, 14 und 38 decken wir den Umkreis Halle/Leipzig ab, es kommen aber auch Kunden aus Dresden, Chemnitz und Erfurt zu uns“, sagt Niederlassungsleiter Torsten Henning. Er arbeitet bereits seit fast 20 Jahren im Unternehmen. Auch Serviceleiter Jens Förster ist von Anfang an dabei. „Pema war als eines der wenigen westdeutschen Unternehmen schon in der ehemaligen DDR vertreten“, berichtet der Niederlassungsleiter und fährt fort: „daher sind wir schon lange in der Region zuhause und bestens vernetzt.“

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Niederlassungsleiter Torsten Henning (li.) und Serviceleiter Jens Förster arbeiten schon seit 25 Jahren bei Pema in Landsberg.

Pema Landsberg: Platz für 300 Fahrzeuge

Das Ausmaß des riesigen Geländes ist schwer zu überblicken. 60.000 Quadratmeter umfasst das Areal, rund zwei Drittel stehen als Parkflächen zur Verfügung – genug Platz für etwa 300 Fahrzeuge. In einer Ecke reihen sich mehr als ein Dutzend Zugmaschinen aneinander, in einer anderen warten nagelneue Wechselbrückenzüge sowie Mulden-, Silo-, Tank- und Kühlauflieger auf ihren Einsatz in der Vermietung. „Jedes Fahrzeug wird durchgecheckt, bevor es an einen Kunden übergeben wird“, sagt Förster. Dabei sei eine saisonale Nachfrage zu erkennen: „Jetzt im Herbst, zur Erntesaison, sind sehr viele Mulden- und Schubbodenauflieger vermietet“, berichtet der Serviceleiter.

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Schwarzfahrer: Beim Befüllen spritzte Teer über Tank und Zugmaschine, der sich nun nicht mehr entfernen lässt – ein wirtschaftlicher Totalschaden für Pema in Landsberg.

Fachkräftemangel in der Region trifft auch die Pema-Werkstatt

In zwei Schichten kümmert sich das Team pro Tag um bis zu 25 Einheiten; der Fokus liegt auf schnellen Reparaturen und Wartungsarbeiten. Obwohl die Mannschaft weit mehr kann als nur Öl wechseln und Bremsen belegen: HU/AU, Tachografenprüfung, Klima- und Reifenservice, Wartungsarbeiten an Kühlaggregaten, Kran- und Hydraulikservice, um nur einiges zu nennen. „Wir reparieren auch Motoren, aber das eher selten, weil es zu viel Kapazitäten bindet“, erklärt Serviceleiter Förster. Die Kompetenz ist vorhanden, jedoch fehlt ausreichend Personal: Der Fachkräftemangel in der Region trifft auch die Pema-Werkstatt. Seit längerem sind zwei Stellen ausgeschrieben, Bewerber gibt es kaum. Dabei ist die Fluktuation im Unternehmen gering. Viele Kollegen gehören seit 15 oder gar 20 Jahren zum Team, jeder zweite Mechatroniker hat hier seine Berufsausbildung absolviert und wurde übernommen. Doch auch Azubis seien immer schwerer zu finden. Unverständlich für Torsten Henning, denn: „Wer bei uns lernt, ist später wirklich vielseitig einsetzbar, da wir markenunabhängig arbeiten und sehr viel können, was sonst nur Vertragswerkstätten machen.“ So seien Diagnosegeräte für fast alle Fabrikate vorhanden, die Mitarbeiter werden regelmäßig geschult und haben die erforderlichen Berechtigungen. Lediglich sehr spezielle Reparaturen, etwa das ausbessern von Unfallschäden an Kühlaufliegern mit anschließender Lackierung, vermitteln die Landsberger an die Pema-Zentrale in Herzberg im Harz.

Foto: Mathias Heerwagen
Im Vordergrund die beiden Service-Fahrzeuge, dahinter das Aufenthaltsgebäude der Pema Niederlassung in Landsberg für Fahrer mit Sitzecke und Ruheraum.

Ab 400.000 Kilometern Laufleistung fallen höhere Servicekosten an

Während sich die meisten Vertragswerkstätten keinen eigenen Reifenservice mehr leisten, wird in Landsberg fast im Akkord montiert. „Pema betreibt sehr viele Fahrzeuge, in Deutschland rund 11.000 Einheiten, und Reifen sind in der Vermietung ein großer Kostenfaktor“, sagt der Niederlassungsleiter. Vor einigen Jahren investierte man in ein eigenes Lager, in dem rund 400 Reifen verschiedener Hersteller und Dimensionen auf ihren Einsatz warten. Das dauert meist nicht lange, denn die Laufleistung der Fahrzeuge liegt bei rund 120.000 Kilometer pro Jahr. „Im Schnitt werden die Lkw alle vier Jahre ausgetauscht, Trailer alle fünf bis sechs Jahre. Ab einer Laufleistung von etwa 400.000 Kilometern können bei den Zugmaschinen höhere Servicekosten anfallen, sodass wir dem Kunden manchmal neuere Fahrzeuge zum Tausch anbieten“, berichtet Torsten Henning. Eine Win-win-Situation: Pema reduziert das Risiko teurer Reparaturen und der Kunde erhält regelmäßig moderne Lkw und Trailer. Wobei die meisten Kunden wenig Markenaffin sind und es in der Vermietung oft keine Rolle spielt, ob der Trailer von Kögel, Krone oder Schmitz Cargobull kommt.

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Das Pema-Team in Landsberg repariert auch Motoren, aus Kapazitätsgründen aber eher selten.

Bandbreite des Pema-Portfolios

Beim Rundgang fallen ein gutes Dutzend Tanks auf, die auf dem Hof lagern. „Bei Umbauten auf einen zusätzlichen Kompressor, Hydraulikpumpe oder Nebenantrieb muss manchmal der zweite Tank raus. Neufahrzeuge ordern wir dann nur mit einem und bauen den anderen nachträglich selbst an“, erklärt Jens Förster. In der Werkstatt zeigt sich dann die ganze Bandbreite des Pema-Portfolios. Ein neuer Baustoff-Pritschen-Lkw samt Palfinger Kran wird zur Auslieferung vorbereitet, daneben steht ein Siloauflieger, daneben ein Kühlauflieger mit Anfahrschaden am Kühlgerät; an einer Zugmaschine werden gerade die Bremsen neu belegt. Vorteil als Werkstatt eines Vermietunternehmens: Die Monteure müssen bei einer nötigen Reparatur nicht erst auf die Freigabe der Spedition warten, sondern können sofort mit der Arbeit beginnen.

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Hat auch nicht jede Werkstatt: die eigene Reifen-Lagerhalle der Pema in Landsberg bietet Platz für 400 Reifen.

Als unabhängiger Dienstleister, der Lkw fast aller Marken wartet und repariert, hat das Werkstattteam in Landsberg im Laufe der Jahre einen guten Überblick über die Entwicklung der Technik bekommen. So hätten sich beispielsweise herstellerübergreifend trotz längerer Wartungsintervalle die Servicekosten kaum verringert; denn nun sei beispielsweise das vom Hersteller vorgeschriebene Motoröl teurer. Zudem seien die Fahrzeuge heutzutage zwar mechanisch haltbarer als noch vor zehn Jahren, dafür treten häufiger Elektrik- und Elektronikdefekte auf. Auch die Abgasnachbehandlungssysteme verlangen nach Aufmerksamkeit. Fest steht also: dem Team um Torsten Henning und Jens Förster wird die Arbeit so schnell nicht ausgehen.

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Die Pema-Niederlassung in Landsberg.

Info/Unternehmen

Name: Pema GmbH, Niederlassung Landsberg

Anschrift:
Carlsfelder Straße 2
06188 Landsberg

Telefon: 0346022800

URL: www.pema.eu

Mitarbeiter: 32, davon 15 Mechatroniker, 5 Meister, 5 Lageristen, 2 Auszubildende, 5 Vertriebler

Leistungen (Auswahl):
Markenübergreifender Service und Reparaturen an Lkw und Trailern, alle gesetzlichen Untersuchungen, Reifen-, Klima-, Hydraulikservice, Nachrüstung von Gasanlagen, Kühlaggregate-Service

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Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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