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Neuer VVL-Chef in Berlin

Schollmeyer folgt auf Martens

Berlin Foto: Matthias Rathmann

Fahrverbote und Tarifverhandlungen – den neuen VVL-Geschäftsführer Matthias Schollmeyer erwarten in Berlin anspruchsvolle Aufgaben.

Der Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg (VVL) hat einen neuen Geschäftsführer. Ihn erwarten in den nächsten Jahren anspruchsvolle Aufgaben, seien es die drohenden Fahrverbote oder die anstehenden Tarifverhandlungen. Mehr als zwei Jahrzehnte lenkte Klaus-Dieter Martens die VVL-Geschicke und setzte entsprechende Akzente. „Diese gut eingetretenen Wege werde ich erst einmal fortsetzen“, erklärt Matthias Schollmeyer, der am 1. März die Amtsgeschäfteoffiziell übernommen hat.

Martens hatte sich rechtzeitig nach einem geeigneten Nachfolger umgesehen und wurde schließlich in Sachsen-Anhalt fündig. Dort war Schollmeyer seit April 2011 Geschäftsführer des Landesverbands des Verkehrsgewerbes (LVSA). „Wir kannten uns durch die verschiedensten Verbandsveranstaltungen. Und da Klaus-Dieter Martens wusste, dass ich mich verändern wollte, sprach er mich gezielt darauf an“, erzählt der 39-Jährige. Das war Anfang 2018. Im April vorigen Jahres nickte auch der VVL-Vorstand die neue Personalie ab.

Matthias Schollmeyer VVL-Geschäftsführer Foto: Herbert Schadewald
Matthias Schollmeyer ist der neue VVL-Chef.

Drei Wochen nach seinem Wechsel von Magdeburg nach Berlin wurde Matthias Schollmeyer am 20. September auf dem 8. Berliner- und Brandenburger Speditions- und Logistiktag den VVL-Mitgliedern als neuer Geschäftsführer offiziell vorgestellt. „Das halbe Jahr Einarbeitungszeit konnte ich gut nutzen, um entsprechende Kontakte zu knüpfen und ein neues Netzwerk aufzubauen“, resümiert Schollmeyer.

Neben dem Besuch von Firmen gehört auch die Vorstellung des Verbands in Berufsschulen und Berufsbildungszentren zu Schollmeyers Aufgaben. Die Personalwerbung zählt zu seinen wichtigsten Aktivitäten. „Durch den angespannten Arbeitsmarkt bekommen wir kaum noch Mitarbeiter“, berichtet der VVL-Chef. Allerdings ist die Nachwuchsgewinnung nur ein Aspekt. Denn es geht ihm auch um die Fortführung der dualen Ausbildung, die ja über die VVL-Tochtergesellschaft – Berlin-Brandenburgische Speditionsgesellschaft (BSG) – erfolgt.

Tarifpoker vorbereiten

Als ein „durchaus dickes Brett“ bezeichnet Schollmeyer die anstehenden Tarifverhandlungen. Im vorigen Frühjahr konnte zwar nach mehreren zähen Verhandlungsrunden mit Verdi eine Eini­gung erzielt werden. So gibt es gegenwärtig Lohn-/Gehaltstarifverträge für alle Branchenbeschäftigten in Berlin und Brandenburg – mit einer Laufzeit bis Ende Februar 2020. „Wir gehen aber davon aus“, sagt Schollmeyer, „dass Verdi die Verträge wiederum fristgerecht kündigen wird. Da gibt es einiges vorzubereiten.“

Doch das ist nicht das Einzige, das ihn und die 150 Mitglieder gegenwärtig sehr bewegt. Denn das Thema Dieselfahrverbote hängt wie ein Damoklesschwert über der Branche in Berlin. Als Stauhauptstadt hat sich Berlin bereits einen Namen gemacht. Nun drohen noch Fahrverbote für Lkw auf verschiedenen Straßenabschnitten. „Wir sehen dafür eigentlich keine richtige Veranlassung“, sagt Schollmeyer. Nach den ihm vorliegenden Zahlen des Umweltbundesamtes „sind die Überschreitungen relativ unerheblich“, so Schollmeyer.

Sauer ist der neue VVL-Chef, weil der Verband nicht von der Umwelt- und Verkehrssenats­verwaltung dazu angehört worden sei. Auf ein kritisches Schreiben an den Regierenden Bürgermeister antwortete dieser nur ausweichend. „Wir sollten Förderprogramme in Anspruch nehmen und auf E-Fahrzeuge ausweichen“, fasst Schollmeyer die Grundaussage der Antwort von Michael Müller (SPD) zusammen. „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Alternative“, erklärt er.

Aber die Zeit drängt, denn die vom Verwaltungsgericht verhängten Fahrverbote in Berlin müssen bis zum 30. Juni umgesetzt sein. Allerdings seien die elf inner­städtischen Straßenabschnitte „sowieso nur Stückwerk. Damit ist keinem wirklich geholfen, wenn die dann umfahren werden“, stellt Schollmeyer klar. „Aber wenn die Ideologie siegt, dann setzt die Vernunft eben aus“, fügt er hinzu.

Den ebenfalls gegenwärtig in der Branche stark diskutierten Brexit sehen viele Spediteure im Hauptstadtbereich eher gelassen. „Denn viele unserer Unternehmer, die ohnehin Überseetransporte organisieren, sagen, dass es im Grunde gar nichts anderes ist. Die Briten werden dann genauso behandelt wie jetzt China, die USA und andere Staaten außerhalb der EU“, berichtet Schollmeyer. „Ob das dann wirklich so entspannt ist, werden wir mal sehen“, meldet er persönliche Zweifel an.

Obwohl er auf jeden Fall die gute Arbeit seines Vorgängers fortsetzen wolle, möchte der Neuberliner auch eigene Vorstel­lun­gen verwirklichen. Dazu gehört beispielsweise die Homepage (www.vvl-berlin.de) neu zu gestalten. Außerdem möchte er die gesamte Pressearbeit aktiver gestalten und mehr an die Öffentlichkeit gehen, „um unsere Leistungen besser herauszustellen. Wir haben viel erreicht, und das müssen wir einfach mehr kommunizieren“, betont er.

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