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Konsolidierte Paketzustellung

Studie: Keine Verkehrsreduzierung

UPS Lastenrad Foto: UPS

Die Konsolidierung von Paketsendungen für ein Stadtgebiet reduziert nicht merklich die Anzahl von Zustellfahrzeugen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) veranlasste Studie.

Autor der Studie, die vom BIEK in Auftrag gegeben worden war ist, ist Prof. Dr.-Ing. Ralf Bogdanski, Professor für Nachhaltige Unternehmensführung und Logistik an der Fakultät Betriebswirtschaft der Technischen Hochschule Nürnberg. Titel der Studie: „Quantitative Untersuchung der konsolidierten Zustellung auf der letzten Meile am Beispiel zweier KEP-Unternehmen in den Städten Nürnberg und München“.Dabei wurde erstmals anhand realer Sendungsdaten eine Gebietskonsolidierung zweier KEP-Unternehmen am Beispiel der Städte Nürnberg und München in Szenarien quantitativ untersucht. Das Fazit ist, dass eine merkliche Verkehrsreduzierung nicht eintritt.

Maximal ein Zustellfahrzeug weniger

Der Autor der Studie hat festgestellt, dass die Zahl der Zustellfahrzeuge in den Szenarien entweder nicht oder um maximal ein Zustellfahrzeug, also um rund zehn Prozent reduziert werden kann. Die konsolidierten Zustelltouren haben demnach kürzere Stoppdistanzen und Tourenlängen bei nur geringfügig veränderter Auslastung, infolgedessen sinkt teilweise die erforderliche logistische Leistung auf den einzelnen Touren.

Eine weitere Feststellung ist, dass die geringen Konsolidierungsgewinne an logistischer Leistung „durch die dann erforderlichen Inter-Depot-Verkehre selbst bei günstigen Depotlagen ganz oder teilweise verloren. Ungünstige Depotlagen führen zu erheblichen Mehrverkehren.“ Die Folgen von mehr Inter-Depot-Verkehren seien dann höhere Transportkosten und Laufzeitverlusten in der Zustellung. Und ein weiteres Ergebnis: Die eigentliche tourenplanerische Restriktion auf der letzten Meile sei die Arbeitszeit des Zustellers und nicht die Auslastung der Fahrzeuge in Gewicht oder Volumen.

BIEK lehnt konsolidierte Zustellung ab

Nach Ansicht des BIEK, der parallel zur Studie ein Positionspapier zum Thema erstellt hat, sind daher für eine nachhaltige Stadtlogistik andere Konzepte zielführender als das Konzept der konsolidierten Zustellung. Denn die Folgen wären erhebliche Qualitätsverluste zu Lasten der Versender und Empfänger, zudem seien neue Flächen für Konsolidierungsdepots praktisch nicht gegeben und auch der erforderliche Personalmehrbedarf könne nicht gedeckt. Zudem seien „betriebswirtschaftliche Zusatzkosten wegen fehlender Produktivitätssteigerung nicht zu erwirtschaften“.

Mikro-Depots und Lastenräder sinnvoller

Stattdessen hebt der BIEK sinnvolle, alternative Konzepte zur Reduzierung des Verkehrsaufwandes hervor, darunter folgende Aspekte: Interaktion mit den Empfängern, Routenoptimierung, Ladezonen, Arbeitsplatzbelieferung, Mikro-Depots und Lastenräder, anbieterübergreifende Paketstationen, Paketshops und optimierte Verpackungen. „Diese Maßnahmen und Konzepte garantieren eine effiziente und bürokratiearme Zustellung“, so der BIEK-Vorsitzende Marten Bosselmann.

BIEK zur Postgesetz-Novelle

Marten Bosselmann hat sich auch aktuell zu den Eckpunkten des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Novelle des Postgesetzes geäußert. Dabei applaudiert er besonders den Plan, die Entgeltgestaltung besser zu kontrollieren und die Kostenprüfungsmethoden sowie die Informationspflichten der Deutschen Post auszuweiten. Auch die Überprüfungsbefugnisse der Bundesnetzagentur sollen ausgeweitet werden.

Gleichzeitig fordert der BIEK-Chef, dass in dem Gesetz auch die Vorab-Regulierung (ex ante) für Briefsendungen nach Wettbewerbsmaßstäben streng kostenorientiert und verursachungsgerecht ausgestaltet werden. „Von den Briefporti gedeckt werden dürfen also nur solche Kosten der Briefprodukte, die ein effizient handelndes Unternehmen auch unter Wettbewerbsbedingungen mit seinen Entgelten decken könnte. Höhere Gewinne ermöglichten dem regulierten Unternehmen einen wettbewerbsverzerrende Quersubventionierung seiner Paketprodukte.“ Zudem fordert Bosselmann eine getrennte Rechnungsführung, „die eine klare Trennung zwischen dem Briefmarkt einerseits und dem Paketmarkt andererseits ermöglicht.“

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