Kommunen wollen Wasserstofftechnologie

Große Nachfrage, geringes Angebot

Wasserstofftankstelle Berlin Foto: Rüdiger Nehmzow

Europas Städte wollen im Kampf um bessere Luft auf Wasserstofftechnologie setzen. Laut einer Studie von Roland Berger mangelt es aber an Angebote der europäischen Autoindustrie für Brennstoffzellenfahrzeuge.

Der Studie "Fuel Cells and Hydrogen for Green Energy in European Cities and Regions" zufolge wollen bereits 90 Städten in den kommenden fünf Jahren rund 1,8 Milliarden Euro in die Zukunftsindustrie investieren, und damit etwa ihre Fahrzeugflotten emissionsfrei machen. Bis auf wenige Angebote aus Asien fehle es allerdings an passenden Fahrzeugen.

"Der Brennstoffzellenantrieb mit Wasserstoff ist gerade im Schwerlastbereich und Flottenbetrieb eine wettbewerbsfähige Technologie. Wenn die flächendeckende Umrüstung auf emissionsfreie Flotten gelingen soll, müssen die Hersteller jetzt dringend investieren, um sich wichtige Marktanteile zu sichern", sagt Heiko Ammermann, Senior Partner von Roland Berger und Leiter des Competence Centers Transportation.

Laut der Studie von Roland Berger zeichnen sich Brennstoffzellenfahrzeuge insbesondere im Flottenbetrieb und Schwerlastbereich durch kurze Betankungszeiten und größere Reichweiten aus. Die befragten 89 europäischen Kommunen wollen demnach in Stadtbusse, Autos und Lieferwagen mit Brennstoffzellen sowie in Elektrolyseure zur Wasserstoffproduktion und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen investieren sowie mittelfristig auch entsprechend ausgestattete Müllwagen, Züge und Schiffe anschaffen.

Die meisten Kommunen haben laut der Studie bereits konkrete Pläne und entsprechende Fördermittel bereits bewilligt oder mindestens bereits beantragt. Dazu gehört auch der Aufbau eigener Tankstellen. Vor allem ab dem Jahr 2022 soll es demnach zu einem zügigen Ausbau des Netzes kommen; der nötige Wasserstoff soll überwiegend durch Elektrolyse vor Ort hergestellt werden.

Weil derzeit nur wenige - vor allem asiatische - Hersteller kommerziell nutzbare Busse, Lieferwagen und Autos in kleinen Stückzahlen anfertigen, übersteige die Nachfrage aber das Angebot. Laufende Ausschreibungsverfahren wurden offenbar bereits zurückgezogen. "Zusätzlicher Bedarf an Lkw und Zügen dürfte in Kürze aus dem privaten Logistikbereich auf die Anbieter zukommen", so die Studie. Die Autoren empfehlen deshalb eine deutliche Ausweitung der Produktionskapazitäten vor allem bei europäischen Herstellern, die bislang oft nur nach Auftrag oder mit langen Lieferzeiten fertigen.

Der globale Industrieverband Hydrogen Council, in dessen Auftrag die Unternehmensberatung die Studie erstellt hat, rechnet damit, dass der Einsatz der Wasserstofftechnologie jährliche Umsätze von rund 2.000 Milliarden Dollar weltweit generiert - falls der Wasserstoff sich als globaler Energieträger durchsetzt und bis zu 18 Prozent der globalen Energienachfrage abdeckt.

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