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Grüne Logistik

Südwesten schneidet gut ab

Foto: Rathmann

Speditionen aus Baden-Württemberg müssen sich im Bundesvergleich nicht verstecken. Ihre Bemühungen rund ums Thema Grünen Logistik gehen bereits sehr weit. Allein in der Region Stuttgart decken Unternehmen fast die komplette Klaviatur der Möglichkeiten ab.

Dort finden sich Logistikdienstleister, die mit alternativen Antrieben unterwegs sind, die bereits Umweltberichte veröffentlichen oder auch in der Lage sind, ihre CO2-Emissionen sauber auszuweisen.

Der Verkehr im Land ist recht "straßenlastig"

Das berichtet Prof. Dirk Lohre, Dekan des Studiengangs Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik an der Hochschule Heilbronn (HHN). Gemeinsam mit Prof. Tobias Bernecker (ebenfalls HHN) hat er im Auftrag der IHK Region Stuttgart eine Studie zur Grünen Logistik im Großraum Stuttgart erstellt. Und eine der Erkenntnisse ist, dass sich das Ländle nicht verstecken muss. Zwar sei der Verkehr im Land recht „straßenlastig“, sagte Bernecker bei der Vorstellung der Studie in Stuttgart. „Andererseits gibt es gut funktionierende Seehafen-Hinterlandverbindungen sowie alpenquerende Verbindungen.“
Mit der Studie wollte die IHK ermitteln, wo der Wirtschaftszweig in Sachen Nachhaltigkeit steht und was er noch alles verbessern kann. Das war das Hauptanliegen von Dr. Hans-Jürgen Reichardt, der als IHK-Geschäftsführer für Industrie und Verkehr zuständig ist.

Grüne Logistik ist in der Branche angekommen

Die Verfasser kommen zu dem Schluss, dass das Thema Grüne Logistik in der Branche angekommen ist. Nicht mehr die Frage ob, sondern die Frage, wie man sie betreibe, stehe im Mittelpunkt. Lohre geht davon aus, dass aufgrund von eigenen Interessen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit, aber auch durch politische Entwicklungen und durch eine entsprechende Erwartungshaltung der Kunden das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Doch nicht nur die Betriebe sind gefragt. Auch die Politik kann laut IHK Stuttgart das Ihre dazu beitragen, Grüne Logistik zu fördern. Da wäre einmal der Ausbau der Neckarschleusen für 135 Meter lange Schiffe. „Die Schleusen sind teilweise in verlottertem Zustand und müssten ohnehin erneuert werden“, argumentiert Geschäftsführer Reichardt.

Kommt die Grüne Umweltplakete?

Da wäre zum anderen das in Stuttgart geltende Lkw-Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Reichardt regt an, dass die ab nächstes Jahr im Stadtgebiet vorgeschriebene grüne Umweltplakette das Durchfahrverbot aufhebt. Und da wäre der geplante Feldversuch  mit Lang-Lkw. Die Kammer appelliert an das Land, sich daran zu beteiligen. Das Veto stelle eine Wettbewerbsverzerrung dar, da zum Beispiel Spediteure aus Bayern oder Hessen bei dem Testlauf mitmachen können.

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