Großauftrag der Bahn DB Regio ordert 940 MAN

Foto: MAN

Alle Jahre wieder bestellt die Bahn viele hundert Busse auf Abruf, die über mehrere Jahre ausgeliefert werden. So auch dieses Mal: Insgesamt stehen 1.200 Fahrzeuge in den Büchern, aufgeteilt auf MAN (940 Einheiten) und Ebusco (260 Stück).

Bei der Ausschreibung der Deutschen Bahn konnte sich MAN 2022 erneut den "Löwenanteil" sichern, nachdem 2018 schon ein ähnlicher Auftrag die 1.000er-Marke gerissen hatte. Diesmal sollen bei voller Nutzung der Verträge bis 2026 insgesamt 940 Busse allein von MAN ausgeliefert werden, weitere 260 Einheiten kommen vom niederländischen E-Pionier Ebusco. Der Gesamtauftrag beläuft sich laut DB Regio Bus auf rund 400 Millionen Euro.

Erstmals Absicherung durch Zweitlieferanten

Um die Versorgungssicherheit zu verbessern, habe man auch Rahmenverträge mit Zweitlieferanten abgeschlossen, erklärt die Bahn. Diese sollen zum Zuge kommen, wenn der Erstlieferant die vorgesehenen Fahrzeuge nicht liefern können sollte, etwa weil bestimmte Teile nicht verfügbar sind. Für die Dieselbusse wurde dafür Scania und für die E-Busse MAN ausgewählt. Bei dem Vertrag habe man strenge Maßstäbe an die ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung der Partner angelegt und vertraglich verankert, betont die DB.

"Mit diesen neuen Bussen erhöhen wir stark den Anteil der Fahrzeuge mit elektrischem und Hybridantrieb in unserer Flotte. Damit senken wir signifikant unseren CO2-Ausstoß und gehen einen weiteren großen Schritt in Richtung klimaneutraler Nahverkehr auch auf der Straße", so DB Regio Bus-Chef Frank Klingenhöfer. Bei der Vergabe standen unter anderem die Lebenszykluskosten und damit Fahrzeuge mit geringem Kraftstoff- beziehungsweise Stromverbrauch im Fokus. Ein hoher Anteil der Dieselbusse werde über einen spritsparenden Hybridantrieb verfügen und die Motoren könnten auch mit alternativen Kraftstoffen wie HVO betankt werden.

Die E-Busse wiederum seien besonders leise und lokal emissionsfrei unterwegs und kämen standardmäßig ohne fossile Zusatzheizungen aus. Hier kauft die DB erstmalig auch batterieelektrische Gelenkbusse.

Lion's City in allen Varianten

Unter den MAN sind sowohl Stadtbusse des 2018 erneuerten Typs Lion's City in allen Längenvarianten bis 18,75 Meter, als auch die neuen Überlandbusse des Typs Lion's Intercity LE. Bei den Lion's City setzt die Bahn auf eine Vielfalt an Antriebsvarianten: saubere Euro-6e-Diesel sowie (Bio-)CNG und Efficient-Hybrid-Mildhybride. Gerade die CNG-Bestellungen sind dabei interessant, da der Wettbewerber Daimler seine Produktion der NGT Citaro wieder eingestellt hat.

Der im letzten Jahr neu vorgestellte MAN Lion's Intercity LE konnte die Kategorie Überlandbusse des Auftrags für sich entscheiden. Das neueste MAN-Busmodell soll laut Hersteller mit einem fortschrittlich-modernen Look überzeugen, der sich gut in das urbane Bild einer modernen Stadt einfügt. Ab 2023 soll auch dieses Modell mit dem MAN Efficient-Hybrid-System erhältlich sein und wohl im Herbst als stadtorientierte Variante vorgestellt werden.

Ebusco mit Vielzahl an Konfigurationen

Den Zuschlag als erster Elektrobuslieferant der Jahre 2023 und 2024 für DB Regio erhielt der niederländische E-Pionier Ebusco, eine weitere Option würde den Auftrag bis 2026 verlängern. In diesem Falle würde der erste Abruf von 260 Bussen bis auf eine Zahl von 800 erweitert werden können.

Nach den ersten Bussen für München war der Einstieg der Bahn einer der größten strategischen Vertriebserfolge des Busbauers aus Deurne auf dem wichtigen deutschen Busmarkt. Es würden zuerst die Modelle des Typs 2.2 in 12 und 18 Metern Länge geliefert, der Vertrag ermögliche jedoch auch eine Lieferung des Modells 3.0. Der vor der Corona-Pandemie vorgestellte Leichtbau-Wagen mit Batterien im Boden kommt etwas verspätet in den Markt, zumal man dem Fahrzeug wohl doch noch ein massives Stahlfahrgestell unter das Monocoque-Gehäuse konstruiert hat. Ein Sprecher sagte uns auf Anfrage, die Kunden "mögen die Idee, mit dem Chassis ein wenig traditioneller zu bleiben", während der restliche Bus immer noch "innovativ und revolutionär" sei. Die Produktion werde nun planmäßig hochgefahren, sie sei jedoch durch die Lieferkettenproblematik der gesamten Industrie beeinträchtigt. Sollte Ebusco nicht liefern können, springt MAN als Zweitlieferant für E-Busse ein, was die Münchner sicher freuen dürfte.

DB Regio Bus: 420 Millionen Fahrgäste 2021

Mit rund 420 Millionen Fahrgästen im Jahr 2021 ist die Bahn der größte Anbieter im deutschen Busverkehr. DB Regio Bus betreibt mehr als 10.000 Busse in fast 300 Landkreisen und kreisfreien Städten, dies in mehr als 30 Betreibergesellschaften.

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