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Förderprogramme für Nachhaltigkeit

Bei Umweltschutz und Energieeffizienz punkten

Windrad, alternative Antriebe, Solar, Strom, Energiewende Foto: Fotolia/Massimo Cavallo

Wer kann, setzt auch betrieblich auf einen geringen CO2-Fußabdruck, saubere Fahrzeuge und Zubehör sowie auf energieeffiziente Betriebsausstattung. Hilfe gibt es dafür von staatlicher Seite, denn Nachhaltigkeit ist auch politisch gewünscht.

Transport- und Logistikbetriebe haben in diesem Segment der Fördermittel die Möglichkeit, sich gleich aus mehreren Töpfen zu bedienen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) haben Förderprogramme in ähnlichen Segmenten aufgelegt. Fördermittel im Bereich Forschung und Entwicklung, genauer für gesellschaftliche Herausforderungen, zu denen auch umweltfreundlicher Verkehr gehört, gibt es zudem von der EU.

Am Anfang steht die Beratung. Dabei sollten sich Unternehmer in einem ersten Schritt Gedanken machen, in welchem Segment sie sich fördern lassen möchten. "Energieeffizienz und Umweltschutz stehen für Transport- und Logistikfirmen wohl ganz oben auf der Bedarfsliste", erklärt Wolfram Schweickhardt von der KfW Bankengruppe.

Die Kreditbank bietet für den ersten Punkt gleich mehrere Förderprogramme, die sich auf die drei Bereiche Produktionsanlagen und betriebliche Prozesse, gewerbliche Gebäude und Abwärme aufteilen. "Beim Neubau und der Sanierung gibt es unterschiedliche Effizienzniveaus", ergänzt Kollege Peter Daub. "Hier gilt: Je höher der Grad an Energieeffizienz, desto höher ist die Förderung."

Der erste Gang sollte zur Hausbank führen

Den Tilgungszuschuss abhängig vom erreichten Effizienzniveau bis zu 17,5 Prozent gebe es nach Durchführung der Maßnahme und werde am Ende von der bleibenden Kreditschuld abgezogen. Dabei sollte der erste Gang immer zur Hausbank führen. Diese stellt den Antrag an die KfW. "In diesem Programm müssen Sie zudem einen Energieberater zur Hand nehmen", betont Daub. Zu finden sind diese bei der Deutschen Energie Agentur (DENA). In dem neu geschaffenen Abwärme-Programm ist zudem noch ein Einsparkonzept notwendig. Ist das Unternehmen nach DIN ISO 50001 oder EMAS zertifiziert, muss dieses nicht von einem Energieberater abgesegnet werden. "In der Regel liegt der Höchstbetrag bei 25 Millionen Euro pro Vorhaben; bei besonderer Förderwürdingkeit, können wir auch mehr fördern", erklärt Daub. Diese liegt zum Beispiel vor, wenn die Energieersparnis über 30 Prozent liegt.

Das andere für Transport- und Logistikunternehmen interessante KFW-Umweltprogramm teilt sich in die Segmente Luft, Lärm, Abwasser und umweltfreundliche Verkehre. In den letztgenannten Bereich fallen auch Elektro- oder Hybridfahrzeuge. Dazu könnten zum Beispiel auch Flurföderzeuge mit E-Motor zählen. Die Fördersumme als zinsverbilligtes Darlehen liegt hier in der Regel bei maximal zehn Millionen Euro. Für kleine Unternehmen gibt die KfW einen verbesserten Zinssatz aus. Die Programme der KfW sind meist miteinander kombinierbar.

Dazu mag auch das Programm der KfW zu erneuerbaren Energie gehören. "Mit dem Standard-Programm können Unternehmen unter anderem große Photovoltaikanlagen finanzieren", erklärt Schweickhardt. Einen Tilgungszuschuss gibt es zwar nicht, aber der zinsgünstige KfW-Kredit ist zu haben. Hier sind die Anschaffung und Finanzierung von Solaranlagen wohl der interessanteste Baustein für Logistikunternehmen. Ob Lidl, BayWa, Saturn, der Transport- und Logistikdienstleister Hammer oder die Spedition Diez – sie alle setzen auf Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Lagerhallen.

BAFA bietet Anreize zur Verbesserung der Energieeffizienz

Auch das BAFA bietet Anreize zur Verbesserung der Energieeffizienz. Das hat einen Grund: Die BAFA sieht in diesem Bereich einen wichtigen Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit. "Was Investitionen in erneuerbare Energien angeht, kann gerade die Unabhängigkeit des Unternehmens von fossilen Energien zur Zukunftsfähigkeit beitragen", betont Michael Rostek, Pressereferent beim Bundesamt. "Mit Investitionen in Elektrofahrzeuge investieren Unternehmen in die Mobilität der Zukunft."

Im Gegensatz zur KfW fördert die BAFA den Erwerb zum Beispiel von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Hier zahlt es bis zu 2.000 Euro. Allerdings nur dann, wenn auch der Hersteller diesen Umweltbonus auf den Kaufpreis gewährt. Im Bereich Energieeffizienz und -managementsysteme können sich Unternehmen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten für eine Beratung beziehungsweise für die Erstzertifizierung nach DIN EN ISO 50001 zurückholen. "Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Anträge vollständig ausgefüllt werden und alle erforderlichen Nachweise vorhanden sind", rät Rostek. "Das BAFA kann dann die Anträge zügig bearbeiten und den Zuschuss auszahlen." Im Bereich Elektromobilität erfolgt die Beantragung in zwei Schritten: Antragstellung und Nachweisführung. 

Kleine und mittelständische Unternehmen sollten sich auf jeden Fall nicht entmutigen lassen, meint Ringo Thomas von der Fördermittelberatung PNO Consultants. "Gerade für diese Betriebe gibt es oft mehr Fördertöpfe als für die Konzerne." Allerdings habe sich die große Masse der Betriebe Thomas’ Meinung nach noch nicht intensiv genug mit dem Thema beschäftigt. "Oft sind auch einfach nicht die nötigen Ressourcen da, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen."

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