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Flasbarth vs. Daum

Kontroverse um Oberleitungs-Lkw

Foto: Montage: Marcus Zimmer, Fotos: Matthias Rathmann, Hessen Mobil

Das Bundesumweltministerium wehrt sich gegen Kritik des Fahrzeugbauers Daimler am Oberleitungs-Lkw. Das sagt Staatssekretär Flasbarth zu den Äußerungen von Daimler Truck-Chef Daum.

Es ist schon einige Monate her, dass der Vorstandschef von Daimler Truck, Martin Daum, bei der Präsentation seines GenH2 Trucks den Oberleitungs-Lkw als „ausgemachten Blödsinn und eine Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen“ bezeichnet hat. Das Bundesumweltministerium will diese Kritik aber nicht unkommentiert stehen lassen. Er finde es schon sehr verwunderlich, wenn sich der Vorstandsvorsitzende eines großen Nutzfahrzeugherstellers so äußert, erklärt Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium nun im Interview der Fachzeitschrift trans aktuell.

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„Er kann ja gern fachliche Argumente ins Feld führen, warum sein Unternehmen diese Technologie nicht verfolgt. Die genannten Zahlen sprechen gegen ihn und zeigen im Gegenteil den Oberleitungs-Lkw als die volkswirtschaftlich günstigste Lösung“ sagt Flasbarth. „Nebenbei bemerkt ist es schon interessant, dass man in die Schweiz fahren muss, um einen realen Wasserstoff-Lkw im Einsatz zu sehen – und dann vor einem Fahrzeug von Hyundai steht“, fügt er hinzu. In Deutschland sei ja niemand davon abgehalten worden, die Brennstoffzelle oder den Wasserstoff im Nutzfahrzeugbereich voranzubringen.

Flasbarth: Ökostrom ist ein knappes Gut

Flasbarth verhehlt nicht, dass er im Wasserstoff nicht die Lösung der Verkehrsprobleme auf dem Weg zur Klimaneutralität sieht. „Das System Wasserstoff/Brennstoffzelle schneidet in punkto Effizienz nicht gut ab. Das wird häufig von den Befürwortern der E-Fuels übersehen“, erklärt der Staatssekretär. „Diese Effizienzverluste können wir uns auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht leisten. Denn Ökostrom ist ein knappes Gut, die Nachfrage steigt in allen Wirtschaftsbereichen.“

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Das Verkehrsministerium in Baden-Württemberg hatte kürzlich angekündigt, auch einen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw am geplanten Feldversuch mit Oberleitungs-Lkw teilnehmen zu lassen. Ebenso wird auch ein batterie-elektrischer Lkw von Daimler dabei sein. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erhofft sich vom Wetteifern der Technologien Erkenntnisse zur Eignung und Effizienz dieser Antriebe. Die Redaktion eurotransport.de wollte im Zusammenhang mit dem Feldversuch auf der B462 im Murgtal wissen, welche Technologie die Leserinnen und Leser für die aussichtsreichste halten. Das Ergebnis: 82 Prozent (172 Stimmen) denken, dass der Wasserstoff-Lkw die größten Chancen hat, 8,5 Prozent (18 Stimmen) denken, dass batterie-elektrisch angetriebene Lkw das Rennen machen. Und 9,5 Prozent (20 Stimmen) sind vom Potenzial des Oberleitungs-Lkw überzeugt.

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