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Euroforum-Jahrestagung

Leichtbau der zweiten Generation

Dr. Martin Hillebrecht, Leiter des Leichtbau-Centers von EDAG auf der 9. Euroforum-Jahrestagung in München. Foto: Andreas Wolf

In der Fahrzeugentwicklung nimmt der Leichtbau inzwischen rasend an Fahrt auf, erklärte Dr. Martin Hillebrecht, Leiter des Leichtbau-Centers von EDAG auf der 9. Euroforum-Jahrestagung in München.

Leichtbau in der Fahrzeugentwicklung bewegt sich laut Dr. Martin Hillebrecht zwischen neuen Werkstoffen und Produktionsverfahren. Treiber seien neben dem Ziel einer ambitionierten Kohlendioxid-Einsparung ab dem Jahr 2020 die Markteinführung einer ganzen Palette an elektrifizierten Fahrzeugen mit Änderungen in der Gewichtsverteilung und den Lastpfaden.

Den gebräuchlichen Nutzfahrzeugrahmen hält Hillebrecht nicht mehr für up-to-date, da er nur einen Teil des zur Verfügung stehenden Bauraums nutze. Weiter müsse er an seinem relativ schmalen Steg durch die ungünstig positionierten und immer höheren Lasten beispielsweise von Tank, Batterien und der Abgasnachbehandlung, unnötige Torsionsmomente aufnehmen.

Projekt Lkw Light Cab

Wie eine effiziente Produkt- und Prozessentwicklung mit Bezug auf Kosten, Performance, Kosten und Gewicht aussehen könnte, habe EDAG an dem Projekt Light Cab veranschaulicht, so Hillebrecht. Ziel sei eine Gewichtsreduzierung um mindestens 20 Prozent unter der Vorgabe einer aktuellen, europäischen Lkw-Hochdachkabine mit "erhöhten funktionalen Anforderungen" und Auslegung auf Euro-6-Maßgaben gewesen. EDAG habe so ein generisches Konzept für Stückzahlen von 40.000 bis 100.000 Einheiten pro Jahr mit hoher Typen-Flexibilität erreicht.
Dr. Martin Hillebrecht ist davon überzeugt, dass Leichtbau in naher Zukunft nicht nur eine Antwort kennt: Jeder  Werkstoff sei mit seinen spezifischen Vorteilen an der richtigen Stelle für den jeweiligen technischen Anwendungsfall einzusetzen. Als Beispiele für Leichtbau erwähnte Hillebrecht Karosserieknoten aus dünnwandigem Stahlguss, die Herstellung von Karosseriebauteilen aus Magnesiumblech, den hybriden Leichtbau mit sogenannten Organoblechen, Bauteile mit thermoplastischen Tapes, Faserverbund-Sandwichbauweise und die generative Fertigung von ultraleichten Komponenten mit Multifunktion.

Schöne neue Leichtbau-Welt

Ein Bauteil, ein Modul oder gleich eine ganze Karosserie aus einem Stück in einem Fertigungsprozess hält Hillebrecht  künftig nicht mehr für unwahrscheinlich - schöne neue Leichtbau-Welt. Die aktuellen Fortschritte in der generativen Fertigung habe diese Vision ein ganzes Stück näher gebracht.

Hillebrecht schlägt den Bogen zur 3D-Druck-Technologie: Konsumenten-Druckern würden zeitnah industrielle Anwendungen folgen, glaubt er. Der Automobil-Experte setzt auf generative Fertigung der Karosseriestruktur, bionische Prinzipien, topologische Optimierung  und lastgerechte Auslegungsstrategien. Leichtbau, meint Dr. Martin Hillebrecht, sei auch Vertrauenssache, erfordere er doch das Zusammenspiel von Spezialisten mit Generalisten.

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