Dusch- und WC-Container für Lkw-Fahrer

#LogistikHilft verspricht bessere Versorgung

Foto: Martin Stollberg

Das Thema wird seit Wochen heiß diskutiert. Lkw-Fahrer finden unterwegs oft nicht die nötige Hygiene-Infrastruktur. Nun kommen die versprochenen Sanitär-Container.

Dazu hat das BMVI mit weiteren Partnern die Initiative #LogistikHilft ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es demnach, faire und angemessene Arbeitsbedingungen für all jene zu schaffen, die durch ihre Arbeit im Transport- und Logistikbereich die Versorgung in Deutschland sicherstellen. Das gelte nicht nur in Zeiten der Corona-Krise, sondern auch langfristig und vor allem mit Blick auf die Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer. Das Projekt will unter anderem Handel, Industrie und Logistik sowie Betreiber von Parkplätzen, Rast- und Autohöfen einbinden.

„Unsere Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer machen tagtäglich einen ultraharten Job: Trotz Corona-Krise sind sie unermüdlich im Land unterwegs, um den Waren- und Güterverkehr am Laufen zu halten. Umso wichtiger ist, dass sie selbst gut versorgt werden – mit Essen, Toiletten und Duschen. Das aber ist nicht überall der Fall: An einigen Rampen werden sie nicht mit dem Respekt behandelt, den sie verdienen. Sie dürfen nicht aussteigen, nicht Händewaschen. Das kann ich nicht akzeptieren“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. „Mit der Initiative #LogistikHilft wollen wir ab sofort Defizite aufdecken und unbürokratisch beheben. Hier geht es um Solidarität. Ich will die Unternehmen, die Hilfe brauchen, mit jenen zusammenbringen, bei denen durch die Corona-Krise Stillstand herrscht. Firmen, die in normalen Zeiten Volksfeste, Messen, Konzerte oder Baustellen mit Sanitäranlagen versorgen, könnten ihre Container nun da aufstellen, wo es hapert. Davon profitieren beide Seiten. Ich appelliere daher an alle Unternehmen: Engagieren Sie sich! Wir als Bund flankieren die Aktion, indem wir auf den besonders stark genutzten, unbewirtschafteten Rastplätzen zusätzlich zu den vorhandenen Toiletten Duschcontainer aufstellen lassen. Den ersten schon heute.“

Situation spürbar und nachhaltig verbessern

Auch Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMVI unterstützt die Forderung: „Wir hoffen hier auf maximale Unterstützung aller Akteure der Logistikbranche wie auch der Anbieter und Nachfrager von Logistikdienstleistungen. Außerdem kann ich nur alle Lkw-Fahrer ermuntern, den Verbänden und auch uns weiter alle Missstände bei den hygienischen Bedingungen zu melden. Sie tun das nicht umsonst! Wir kümmern uns gemeinsam darum, dass sich die Situation spürbar und nachhaltig verbessert.“

Als kurzfristige Sofortmaßnahme für die Hochphase der Corona-Krise wird die Initiative #LogistikHilft demnach dort Dusch- und WC-Container aufstellen, wo zurzeit keine Waschgelegenheiten vorhanden sind. Auch Atemschutzmasken, Wasch-, Dusch- und Desinfektionsmittel wolle man beschaffen. Man habe bereits einige mögliche Standorte identifiziert. Dazu zählen laut der Initiative Be- und Entladestellen, Logistikzentren, Containerterminals und Umschlagbahnhöfe sowie unbewirtschaftete Rastanlagen an Bundesfernstraßen. Eine dauerhafte Lösung für diese Orte sei aber angestrebt. Möglich seien beispielsweise Umbauten oder eben, die Sanitär-Container auf lange Zeit zu mieten.

Erste Container nehmen Betrieb auf

Vor dem Güterverkehrszentrum Großbeeren in Brandenburg wurde demnach bereits der erste dieser Sanitär-Container aufgestellt. Und auch an der A8 an der Rastanlage Höllberg-Nord steht bereits ein neuer Sanitär-Container. Dieser bietet laut Angaben des Baden-Württembergischen Verkehrsministeriums auf einer Fläche von sechs mal drei Meter vier Duschen und vier Handwaschbecken als Ergänzung zur vorhandenen WC-Anlage des Rastplatzes. Sobald alle nötigen Anschlüsse, Wasser und Strom, verlegt sind, gehe der Container in Betrieb.

Weiter appelliere die Initiative #LogistikHilft an die Logistikwirtschaft, bestehende Ressourcen optimal zu nutzen und den Zugang zu sanitären Einrichtungen an allen Be- und Entladestellen zu gewährleisten. Diese Orte sollen dann auch in der Datenbank von SaniStop, der Hygiene-Aktion des Vereins „DocStop für Europäer“ sichtbar sein. Die SaniStop-Standorte lassen sich zudem in der FERNFAHRER-Truck Stops-App abrufen.

#LogistikHilft ist eine gemeinsame Initiative des BMVI, des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Logistics Alliance Germany (LAG), des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) und von „DocStop für Europäer“. Schirmherren der Initiative #LogistikHilft sind Bundesminister Andreas Scheuer und der Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger.

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