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Deutsche Bahn

Streiks belasten Ergebnis der Bahn

Duss-Terminal Hamburg-Billwerder Foto: Nicole de Jong

Das Sturmtief Ela im Sommer und der Lokführerstreik im Herbst haben der Deutschen Bahn das Ergebnis verhagelt. Auch die Schienengüter- und Logistiksparte DB Schenker mussten Rückgänge hinnehmen.

19.03.2015 Matthias Rathmann

Der Umsatz stieg gegenüber 2013 um 1,5 Prozent auf 39,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sank jedoch um 5,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Als Gründe für diesen Rückgang nannte Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Berlin die Folgen des Sturmtiefs Ela im Frühsommer sowie die Auswirkungen des Lokführerstreiks im Herbst.

Das Unwetter habe das Ergebnis um 60 Millionen Euro belastet, die 165 Stunden Streik hätten wirtschaftliche Schäden von 166 Millionen Euro verursacht. "Wenn diese beiden Negativfaktoren nicht gewesen wären, hätten wir das Ebit des Vorjahres sogar noch leicht übertroffen", erklärte Grube.

Verschärfter Markt- und Wettbewerbsdruck

Erschwerend hinzu kamen in der Schienengüter- und Logistiksparte nach Worten des Vorstandschefs ein verschärfter Markt- und Wettbewerbsdruck. Das führte sowohl bei DB Schenker Rail als auch bei DB Schenker Logistics zu Ergebnisrückgängen. Die Schienengütersparte musste einen Rückgang von elf auf 46 Millionen Euro verkraften, die Logistiksparte ein Minus von drei auf 332 Millionen Euro.

Beim Umsatz bleibt DB Schenker Logistics jedoch die mit Abstand größte Säule im Unternehmen. Der Logistikdienstleister steht mit Erlösen von etwa 15 Milliarden Euro annähernd für die Hälfte des Konzernumsatzes. Anders als beim Ergebnis legte er bei den Sendungszahlen deutlich zu. Im Landverkehr gab es laut Grube ein Plus von 3,5 Prozent auf 98.867 Sendungen, in der Luftfracht um 1,8 Prozent auf 1,1 Millionen Tonnen und in der Seefracht um 4,9 Prozent auf 1,9 Millionen 20-Fuß-Container. "Vor allem die Kontraktlogistik hat erneut kräftig zugelegt", sagte Grube. Dort verzeichnete der Konzern einen Zuwachs um 10,3 Prozent auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro.

Fokus liegt auf organischem Wachstum

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr gehen die DB-Verantwortlichen wieder von deutlichen Steigerungen aus. Beim Umsatz erwarten sie einen Wert von mehr als 41 Milliarden Euro, beim Ergebnis eine Steigerung von mehr als 2,2 Prozent. Zugleich betonte Grube, dass die Bahn sich verstärkt auf organisches Wachstum konzentrieren werde. Er räumte ein, dass die finanziellen Spielräume für mögliche Zukäufe kleiner geworden seien. Vor fünf Jahren hatten die Bahn-Manager angekündigt, den Umsatz bis 2020 auf 70 Milliarden Euro verdoppeln zu wollen. Davon sollten 14 Milliarden Euro durch Zukäufe und Beteiligungen erwirtschaftet werden. Solche Übernahmen werde es aber nur geben, wenn sich neue Spielräume ergeben, schränkte Grube ein. "Der Fokus liegt daher auch künftig zunächst auf organischem Wachstum – hier wollen wir bis 2020 über 50 Milliarden Euro erreichen."

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