Das MAN Bus Modification Center in Plauen

100 Jahre Busbau im Vogtland

MAN in Plauen Foto: MAN 7 Bilder

Einst war Plauen das letzte verbliebene Neoplan-Werk, in dem sogar Doppeldecker für Berlin und Dubai komplettiert wurden. Jetzt feiert der Busbau im Vogtland Jubiläum.

Im Jahr 2015 wurde die komplette Schließung des Standortes Plauen durch MAN in letzter Minute durch die Konvertierung in ein Modifikationswerk abgewendet, in dem zuletzt rund 180 Grußbusse und 260 Kleinbusse und Vans aus- und umgebaut wurden – womöglich der Beginn einer positiven Zukunft.

Anfang April jährte sich der Beginn des Busbaus im Vogtland zum 100.sten Mal, weswegen Man eine ganze Woche Programm am Standort inszenierte, inklusive eines hochrangigen „Bus Management Summit“, an dem rund 150 Führungskräfte des Busbereichs teilnahmen.

Am Ende dieser Woche fand zudem ein kombinierter Familientag und „Tag der offenen Tür“ statt, der ab Samstagmittag allen Plauenern und Interessierten offen stand. „Besucher konnten sich selbst ein Bild davon machen, wie hier vor Ort dank exklusiver Manufaktur selbst ausgefallene Kundenwünsche realisiert werden“, sagt André Körner, Standortleiter des BMC. Rund 140 Experten erfüllen in Plauen auf mehr als 60.000 Quadratmetern Fläche spezielle Anforderungen bei dem Ausbau von Bussen und Vans: von Sonderausstattungen für Fußballbusse über Club-, VIP- und Discobusse oder Tournee-Doppeldecker mit 20 Betten im Oberdeck bis hin zu Roadshow-Fahrzeugen. Ein sehr spannendes Projekt steht mit einer rollenden Artzpraxis in einem Gelenkbus der neuen Generation kurz vor Abschluss.

Neben individuell gestalteten und hochmodernen Bussen werden am „Tag der offenen Tür“ auch zahlreiche historische Fahrzeuge ausgestellt. „Es ist faszinierend zu sehen, wie fortschrittlich bereits vor Jahrzehnten der Busbau war, aber auch was sich in punkto Optik, Technik und Ausstattung getan hat und mittlerweile möglich ist“, erläutert Heinz Kiess, Leiter Sales & Marketing beim BMC, Neoplaner durch und durch seit seiner Ausbildung in Stuttgart-Möhringen. Zwar konnte kein echter VOMAG-Bus mehr gezeigt werden (einer befindet sich derzeit in aufwendiger Restauration), dafür aber der erste IFA Bus („Maikäfer“), einer der meistgefahrenen Ikarus Busse der DDR (Ikarus 55) sowie diverse Neoplan Modelle wie Starliner 1 und 2.

Die Besucher erwartete zudem ein abwechslungsreiches Programm rund um die Historie des Busbaus und des Standorts Plauen. „Schließlich feiern wir mit dem Tag das Jubiläum,100 Jahre Busbau in Plauen’. Eine Woche lang hat sich bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen alles um diesen Meilenstein gedreht“, so Kiess weiter. Um den Gästen eine möglichst große Bandbreite an Fahrzeugen und Aktionen bieten zu können, holte das Organisationsteam unter anderem die VOMAG-Gruppe des Vereins der Freunde und Förderer des Vogtlandmuseums Plauen e. V. und das Auwärter Museum ins Boot.

VOMAG-Tradition trifft auf NEOPLAN-Innovation

1919 baute die VOMAG die ersten Bus-Chassis am Standort Plauen. „Schon seit den Anfängen des Omnibusbaus hier im Vogtland waren die Plauener besonders aufgeschlossen und kreativ, wenn es um fortschrittliche Konzepte ging – und das hat sich bis heute nicht geändert. Die Kompetenz unserer Mannschaft baut maßgeblich auf diese lange Erfahrung und darauf, Fortschritt und Innovation ständig weiter voranzutreiben“, so Standortleiter André Körner.

Im historischen Bus-Werk in Plauen entstanden Tag für Tag individualisierte Linien-, Überland- und Reisebusse der Marke VOMAG und später der Marke NEOPLAN – ehe 2001 mit der Übernahme der NEOPLAN Omnibus GmbH durch MAN Truck & Bus die Neugestaltung des Werks eingeleitet wurde und schließlich 2015 das Bus Modification Center seinen Betrieb aufgenommen hat.

„In unserer hochspezialisierten Manufaktur erhalten heute Kunden Lösungen und Veredelungen nach Maß. Die nahezu unbegrenzte Vielfalt individueller Möglichkeiten lässt keine Kundenwünsche offen. Unser Leistungsspektrum reicht von Kommunalausbauten in unseren Transportern MAN TGE bis zu hoch individuellen Mannschaftsbussen für europäische Spitzenclubs und seit kurzem auch für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft“, sagt Körner und ergänzt: „Wir freuen uns sehr darauf, den Menschen zu zeigen, was das Team hier auf die Beine stellt.“

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