Container knapp - Frachtraten hoch

Schiffe mit Riesen-Verspätung

HHLA Foto: Thies Rätzke

Riesen-Verspätungen von bis zu fünf Wochen in der Containerschifffahrt belasten die Lieferketten. Nach Einschätzung von Experten bleibt das Problem zunächst einmal bestehen.

Der Chef von Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd, Rolf Habben Jansen, geht Medienberichten zufolge davon aus, dass der Verkehrsstau bis ins dritte Quartal hinein dauert. „Mittlerweile gibt es Schiffe, die bis zu fünf Wochen zu spät sind“, berichtet der Sprecher des Hamburger Hafens HHLA, Hans-Jörg Heims. In der Regel liefen die Schiffe neun bis 14 Tage später ein, als im Fahrplan vorgesehen, sagt er. Das Zusammenspiel aller Akteure im Hamburger Hafen funktioniere aber bestens, so dass die schwierige Lage gut bewältigt werde.

Engpass in Rotterdam

Nachdem ein havarierter Riesenfrachter fast 400 Schiffe an der Durchfahrt durch den Suezkanal gehindert hatte, wurde in Hamburg bereits in der vergangenen Woche das erste Schiff, das dort in den Stau geraten war, abgefertigt. „Bei uns gibt es keinen Ansturm“, sagte der HHLA-Sprecher. Wie erwartet habe sich der Engpass in Rotterdam gebildet. Der Hamburger Hafen sieht sich gut gerüstet, zumal das Einlaufen der Schiffe durch das Vessel Coordination Center in der Hansestadt gut getaktet werden könne. „Wir haben ausreichende Flächen und gut gefüllte Exportcontainer“, sagte Heims. Von den Reedern seien zudem noch keine Schiffsanläufe gestrichen worden.

Mangel an Leercontainer bleibt

In jüngster Zeit waren die neun großen Linienreedereien von der Transportbranche als Profiteure der Coronakrise stark kritisiert worden. Sie hätten auch durch eine Verknappung der Kapazitäten die Frachtraten in die Höhe getrieben und so 2020 ihre Gewinne verdreifacht, gleichzeitig seien Rundläufe durcheinander gebracht worden, lauten Vorwürfe. Aus alledem resultiert nicht zuletzt ein eklatanter Mangel an Leercontainern in Nordeuropa, der die Exportindustrie belastet. Betroffen sind unter anderen die Automobil- und Chemieindustrie, aber beispielsweise auch die Papierhersteller beklagen schlechte Verfügbarkeiten von Containern für den Transport von Zellstoff und gehen nicht von einer baldigen Trendwende aus.

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