Brennstoffzellentechnik

Michelin und Faurecia gründen H2-Joint-Venture

Foto: Michelin

Der Reifenhersteller Michelin und der Automobilzulieferer Faurecia bündeln ihre Aktivitäten im Bereich Wasserstoff-Brennzellen. Mit dem Joint Venture „Symbio, A Faurecia Michelin Hydrogen Company“ streben die französischen Konzerne an, ein weltweit führender Anbieter in der Wasserstoffmobilität zu werden.

Foto: Michelin
Französische Wasserstoffoffensive: Michelin und Faurecia bündeln ihre Kompetenzen, um ihre Marktposition im Bereich der Brennstoffzellentechnik vorzubereiten.

Mit jeweils 50 Prozent Anteilseignerschaft wollen sich Michelin und Faurecia nach eigenen Angaben der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen für leichte Nutzfahrzeuge, Nutzfahrzeuge und Lkw sowie für andere Bereiche der Elektromobilität widmen. Basis des Joint Ventures ist das 2010 gegründete Michelin-Tochterunternehmen Symbio, dass sich auf die Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme für Fahrzeuge, sowie deren Wartung und das entsprechende Flottenmanagement spezialisiert hat. Ergänzt wird dieses H2-Know-How künftig durch die Expertise im Bereich Forschung- und Entwicklung des Faurecia-Konzerns, der neben Bosch, Continental und ZF zu den wichtigsten Zulieferern der Automobilindustrie gehört. Mit dem Joint Venture einher geht eine Umfirmierung von „Symbio – A Michelin Group Hydrogen Company“ in „Symbio, A Faurecia Michelin Hydrogen Company“.

Michelin und Faurecia investieren 140 Millionen in die Wasserstofftechnologie

Nach eigenen Angaben vollen beide Unternehmen anfangs 140 Millionen Euro in das neue Gemeinschaftsunternehmen investieren, um die Entwicklung einer neuen Brennstoffzellen-Generation zu beschleunigen, eine entsprechende Massenproduktion aufzunehmen und das Geschäft in Europa, China und den USA auszubauen. Dabei strebt Symbio bis 2030 einen Marktanteil von 25 Prozent und einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro an. Derzeit verfüge das Gemeinschaftsunternehmen durch den Zusammenschluss über drei Industrieanlagen. Michelin und Faurecia gehen davon aus, dass bis 2030 der globale Marktanteil wasserstoffbetriebener Fahrzeuge etwa zwei Millionen Pkw und 350.000 Lkw umfassen wird.

Foto: Symbio
Symbio ist das neue Joint Venture von Michelin und Faurecia mit dem Ziel die Brennstoffzellentechnik weiter voranzutreiben.

Mit Symbio teilen Michelin und Faurecia eine gemeinsame Vision

Patrick Koller, Chief Executive Officer von Faurecia, sagt: „Die offizielle Gründung unseres Joint Ventures mit Michelin ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Strategie von Faurecia, ein weltweit führender Anbieter von Wasserstoffsystemen zu werden“, sagt Patrick Koller, Chief Executive Officer von Faurecia. Die Komplementarität der Expertise von Faurecia und Michelin und deren Geschäftsmodelle, sei ein wesentlicher Vorteil, um die wachsenden Kundennachfrage nach erschwinglichen emissionsfreien Technologien gerecht zu werden. Dies entspreche laut Florent Menegaux, Präsident der Michelin Gruppe auch der Vision und Strategie von Michelin, eine nachhaltigere Mobilität „einer größtmöglichen Anzahl von Menschen zugänglich“ zu machen.

Nutzfahrzeug-Know-How von Faurecia

Faurecia gehört nach eigenen Angaben zu den weltweit zehntgrößten Automobilzuliefern, mit einem Umsatz von 17,5 Milliarden Euro im Jahr 2018. Aus den Unternehmensbereichen Faurecia Seating (Sitze), Faurecia Interiors (Fahrzeuginnenausstattung und -beleuchtung) und Faurecia Clean Mobility (Abgasnachbehandlung, Energierückgewinnung) heraus beliefert Faurecia nahezu alle Hersteller aus den Pkw- und Nutzfahrzeugsegmenten. In letzterem Unternehmensbereich belegt der französische Automobilzulieferer nach eigenen Angaben zur IAA Nutzfahrzeuge 2018 Platz drei bei Lkw, Transportern und Bussen.

Wasserstofftechnik bereits zur IAA 2018 vorgestellt

Zur Hannover Leitmesse präsentierte Faurecia damals bereits technische Lösungen zur Optimierung von H2 -Hochdrucktanks, die das Technologieunternehmen zusammen mit der Airbus-Gruppe für die Luft- und Raumfahrt entwickelt hat. Darin lasse sich auf 350 bis 700 Bar komprimiertes Wasserstoffgas für die Erzeugung von elektrischem Strom in den Brennstoffzellen bereitstellen. Zum Vergleich: Der Maximale Fülldruck der LNG-Tanks eines Iveco Stralis NP sind nach Angaben des italienischen Lkw-Herstellers auf 16 Bar ausgelegt. Der Fülldruck eines Lkw-Reifen beträgt zwischen 6 und 9 Bar – abhängig von Reifengröße, Achsposition, Single- oder Zwillingsbereifung. Nebst Hochleistungstanks stelle Faurecia optimierte Brennstoffstellen-Stacks vor – Zellenstapel, bei denen einzelne Zellen in Reihe hintereinandergeschaltet werden, um die Leistung einer Zelleneinheit zu vervielfachen. Die Technik hierfür entwickelte Faurecia nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit dem französischen Zentrum für Kern- und alternative Energien (CEA).

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