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ADAC Staubilanz für 2017

Zahl und Länge der Staus steigen

Foto: Fotolia

Rund vier Prozent mehr und etwa fünf Prozent länger waren die Staus im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016. Das vermeldet der ADAC in seiner Staubilanz.

23.01.2018 Carsten Nallinger

Die Zeit, die Autofahrer im Stau verbringen, nimmt weiter zu. Das berichtet der Automobilclub ADAC in seiner Staubilanz für das Jahr 2017. Demnach gab es im vergangenen Jahr rund 723.000 Staus, das sind etwa vier Prozent mehr als 2016. Auch bei den Staukilometern gab es ein erneutes Plus: Sie summierten sich auf eine Gesamtlänge von 1.448.000 Kilometern – ein Plus von fünf Prozent. Im Schnitt bildete sich damit nach Angaben des ADAC jeden Tag eine Blechlawine von knapp 4.000 Kilometern. Die Zeit, die die Verkehrsteilnehmer im Stau verbrachten, stieg auf 457.000 Stunden, neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine Ursache für die Zunahme sei die weiter gestiegene Kfz-Fahrleistung. Diese hätten nach Angaben der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) gegenüber 2016 um 1,3 Prozent zugenommen, heißt es in der Begründung. Aber auch "die anhaltend rege Bautätigkeit".

NRW, Bayern und Baden-Württemberg besonders betroffen

Wie in den Vorjahren entfielen auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (35 Prozent), Bayern (18 Prozent) und Baden-Württemberg (elf Prozent) etwa zwei Drittel aller Staus. Die Summe der Staukilometer stieg in Nordrhein-Westfalen um 17 Prozent auf rund 455.000, in Bayern war ein Rückgang von vier Prozent auf etwa 283.000 Kilometer zu verzeichnen. Gemessen an der Länge des Autobahnnetzes sind die Stadtstaaten Hamburg und Berlin erwartungsgemäß Stau-Spitzenreiter, bei den Flächenstaaten rangieren aber Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen auf den vorderen Plätzen.

Die schlimmste Autobahn-Staustrecke ist die A3

Von den überregional bedeutsamen Fernautobahnen war wie in den Vorjahren die A3 die schlimmste Staustrecke. Dort wurden 208 Kilometer Stau je Autobahnkilometer gemessen. Platz zwei belegt die A5 mit 180 Kilometer vor der A8 (177 Kilometer). Der mit Abstand am meisten von Stau betroffene Streckenabschnitt war die A3, Passau – Linz. Ursache dafür waren die Kontrollen der Grenzbehörden bei der Einreise von Österreich nach Deutschland. Weitere Top-Stauabschnitte sind die A3, Oberhausen – Köln sowie die A 8 Stuttgart – Karlsruhe.

Staubelastung ist unterschiedlich – Tipps zur Vermeidung

Die längsten Staus bildeten sich im Juni (147.306 Kilometer) und im September (143.485 Kilometer). Im Urlaubsmonat August waren es vergleichsweise geringe 110.572 Kilometer. Die wenigsten Staus gab es in den Monaten Januar, Februar und Dezember. In dieser Zeit waren viele Baustellen beendet oder pausierten.

Damit baustellenbedingte Staus vermieden werden können, sollte laut ADAC die Zahl der Fahrstreifen nach Möglichkeit aufrechterhalten werden. Potenzial zur Stauvermeidung bietet auch die Bauzeit. An vielen stauträchtigen Stellen ruhen die Arbeiten oftmals lang. Gleichwohl ist der Druck, Engpässe im Autobahnnetz zu beseitigen, immer noch groß. Von den 2.200 Kilometer Autobahn, die bis 2015 vordringlich hätten ausgebaut werden sollen, konnte bislang nur etwas mehr als die die Hälfte realisiert werden.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
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