62 Unternehmen schmieden Pläne

100.000 Wasserstoff-Lkw bis 2030

Foto: Hyundai Hydrogen Mobility

Die Pläne für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für den schweren Güterverkehr nehmen Formen an. Hersteller, Energieversorger und einige Logistikdienstleister bündeln dazu ihre Kräfte.

Im Kampf gegen den Klimawandel sollen Wasserstoff-Lkw schnell in großer Stückzahl auf Europas Straßen kommen. 62 Hersteller, Energieversorger, Fahrzeugzulieferer, Logistikunternehmen und weitere Unterstützer wollen ihre Kräfte bündeln, um bis 2030 ein Ökosystem aufzubauen. Dieses soll bis 2030 bis zu 100.000 mit Wasserstoff angetriebene Trucks und bis zu 1.500 entsprechende Tankstellen umfassen. Von 2030 an rechnen die Unternehmen dann mit einer jährlichen Verdopplung der Zahl der Wasserstoff-Fahrzeuge.

DB Schenker, Fercam und Schnellecke dabei

Die in dem EU-Projekt H2 Haul organisierten Unternehmen sprachen bei der ersten Europäischen Wasserstoffwoche – einer Videokonferenz mit mehr als 1.000 Teilnehmern – von einem weiteren Meilenstein. Bereits im März hatten sich 44 Unternehmen von ihnen mit einer Absichtserklärung dazu bekannt, ihren Beitrag zu leisten, um bis 2025 zwischen 5.000 bis 10.000 Wasserstoff-Lkw und mindestens 100 Tankstellen an den Start zu bringen. Im Projekt H2 Haul organisiert sind die Fahrzeugbauer Daimler, Honda, Hyundai, Hyzon, Iveco und VDL, Zulieferer wie Ballard, Faurecia oder Michelin, Energieversorger wie Air Liquide, Shell und Total sowie Logistikdienstleister, darunter DB Schenker, Fercam und Schnellecke.

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„Die Dringlichkeit bei der Bekämpfung des Klimawandels hat nicht nachgelassen“, erklären die Bündnispartner nun, indem sie eine noch ehrgeizigere Zielsetzung formulieren. Seit der Erklärung im März haben die beteiligten Unternehmen nach eigenen Angaben Fortschritte bei ihrem Engagement in Richtung Wasserstoffantrieb erzielt. Und auch weitere Unternehmen, vor allem Logistikunternehmen, hätten sich auf den Weg gemacht. „Die Erklärung zeigt daher das Engagement aller Akteure, obwohl die Covid 19-Pandemie die Branche hart getroffen hat.“ Die Teilnehmer sprachen auch über die ersten Ergebnisse einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, die das Marktpotenzial von schweren Wasserstoff-Lkw untersucht und im Dezember veröffentlicht werden soll.

Sauberer Wasserstoff spielt Schlüsselrolle im Green Deal

Die Europäische Wasserstoffwoche findet diese Woche auf Initiative der Organisation Fuel Cells and Hydrogen Joint Untertaking (FCH JU) als Videokonferenz statt, organisiert in den Räumen der EU-Kommission. Die FCH JU ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien in Europa unterstützt, um ihre Markteinführung zu beschleunigen.

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Für die EU-Kommission als eines der Mitglieder der FCH JU spielt sauberer Wasserstoff eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung unter anderem des Verkehrssektors. Als Kernstück des Europäischen Green Deal solle erneuerbarer Wasserstoff erheblich zur Umstellung auf grüne Energie beitragen, heißt es.

Auch Deutschland stellt seine Weichen für einen klimafreundlichen Verkehr, wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aus Anlass der Wasserstoffwoche betonte. „Der Verkehr ist zurzeit noch zu über 95 Prozent vom Einsatz fossiler Energien abhängig. Daher brauchen wir dringend mehr Mobilität, die auf erneuerbare Energien setzt“, sagte er. „Die Klimaziele können wir nur mit Null-Emissions-Fahrzeugen erreichen. Grüner Wasserstoff ergänzt – quer über alle Verkehrsträger hinweg – andere alternative Antriebsformen sinnvoll und klimafreundlich.“

Scheuer fördert Anwendungen im Bereich Wasserstoff

Sein Haus fördere die Forschung und Entwicklung entsprechender Anwendungen im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasser- und Brennstoffzellentechnologie (NIP), 80 Millionen Euro stehen dafür jährlich ab 2021 zur Verfügung. Weitere 1,6 Milliarden Euro sind zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie bis 2024 eingeplant. Zusätzlich ist das Ministerium dabei, ein neues Förderprogramm auf den Weg zu bringen, von dem auch Lkw mit Wasserstoffantrieb profitieren können. Es ist Teil des Gesamtkonzepts klimafreundliche Nutzfahrzeuge, das Fördermittel von 1,16 Milliarden Euro umfasst.

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