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20 Jahre trans aktuell

Grußwort von DSLV-Präsident Mathias Krage

Mathias Krage, Präsident Deutscher Speditions-  und Logistikverband (DSLV) Foto: DSLV

Für Mathias Krage, Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV), hat der Megatrend zur Globalisierung das wirtschaftliche Umfeld der Betriebe vollkommen verändert.

Das für unsere Branche sicherlich bedeutendste Ereignis beschreibt einen Trend oder sogar Megatrend, der das wirtschaftliche Umfeld unserer Betriebe oder sogar der gesamten Wirtschaft verändert hat wie kein zweiter. Das Stichwort heißt Globalisierung. Durch das Zusammenwachsen der Weltwirtschaft ist das Speditionsgeschäft noch internationaler und vernetzter geworden. Ergänzt wurde diese Entwicklung durch den Liberalisierungsprozess in der EU und in Deutschland in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
 
Somit bildete das Inkrafttreten des Tarifaufhebungsgesetzes Anfang 1994 eine Zäsur in der Geschichte der meisten Kraftwagenspediteure. Die damit begonnene Liberalisierung setzte sich fort in der Kabotage-Freigabe auf dem Gebiet der EU sowie im Schienengüterverkehr mit der damals begonnenen Bahnreform. Auch wenn diese Einschnitte für viele schmerzhaft waren, so haben aus heutiger Sicht doch die meisten Spediteure davon profitiert. Die Liberalisierung hat uns den Kick gegeben, um neue Geschäftsfelder und eigene konkurrenzfähige Leistungsprofile zu entwickeln.

Liberalisierung gab wichtigen Anstoß für Kontraktlogistik

Sicherlich wäre die Geschichte der Kontraktlogistik ohne freien Transport- und Speditionsmarkt anders verlaufen. Die im Spediteur-Sammelgutverkehr ähnlich einem Tarif ausgestalteten Kundensätze des damaligen Bundesverbandes Spedition und Lagerei mussten Ende der neunziger Jahre nach der Änderung des Wettbewerbsrechts einer Mittelstandsempfehlung weichen. In diesem Jahr wird die Vereinigung der Sammelgutspediteure im DSLV auch dieses Instrument aufgeben und sich eines modernen Benchmarks in Form von Kostenindizes bedienen.

Die meisten Speditionen haben die Freiheit des Wettbewerbs als Chance begriffen, um über den Tellerrand zu schauen. Viele Mittel­ständler haben aus der Not eine Tugend gemacht und sich zu Kooperationen zusammengeschlossen, die, ausgestattet mit modernster IT, Sendungsverfolgung und Umschlagtechnik, national und international flächendeckende Verkehre anbieten. Es ist heute viel einfacher, einen Transport mit einem privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen abzuwickeln als zu Zeiten der Behördenbahn. Auch das Binnenschiff wird als leistungsfähige Transportalternative genutzt.

DSLV ist Heimat für Logistikdienstleister

Diese Entwicklung hat auch auf Verbandsseite konkrete Folgen gehabt. Darum hat mich die Fusion des Bundesverbandes Spedition und Logistik mit der Vereinigung Deutscher Kraftwagenspediteure im Jahr 2003 ganz besonders gefreut. Der Deutsche Speditions- und Logistikverband bietet heute allen Unternehmen eine Heimat, die sich als moderne Logistik-Dienstleistungsunternehmen verstehen. Zwar verkörpert er eine über 130-jährige Verbandstradition, doch genau wie seine Mitgliedsbetriebe hat sich unser Verband verändert.

Im Jahre 1994 fand nach 1953 der zweite Fiata-Weltkongress auf deutschem Boden in Hamburg statt. 2014 werden wir wieder einen Kongress des Weltspediteurverbandes in Berlin veranstalten. Dazwischen liegen 20 Jahre, geprägt von Globalisierung und Liberalisierung. Eine Zeit, in der sich unsere Branche und der Logistikstandort Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz eins hochgearbeitet haben. Eine Bilanz, die uns stolz machen sollte.

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