BTG Plochingen, Yvette Wohlfahrth Zoom

Yvette Wohlfarth im Porträt: Mit Herzblut bei der Sache

Yvette Wohlfarth lebt und liebt ihren Job. Als Niederlassungsleiterin bei BTG in Plochingen stellt sie sich bald täglich neuen Herausforderungen.

Der Neubau der Bavaria Transport Gruppe (BTG) in Plochingen bei Stuttgart ist ihr ganzer Stolz. Und das nicht nur, weil Yvette Wohlfarth dort die Niederlassungsleiterin der Internationalen Spedition ist. "Unsere Zentrale in Augsburg hat uns – abgesehen natürlich von den Unternehmensfarben – freie Hand gelassen. Zwar musste ich mich in bauliche Vorschriften einarbeiten, dabei habe ich aber viel gelernt", berichtet Wohlfarth. Zudem wisse man vor Ort eben doch am besten, was wirklich benötigt werde, sagt sie. "Der Neubau ist für alle Mitarbeiter in Plochingen etwas Besonderes." 

Logistik ist ihr Steckenpferd

Enthusiasmus kommt bei der 48-Jährigen aber auch an anderer Stelle auf. Nämlich immer dann, wenn es um die Logistik geht. Nach ihrer Ausbildung zur Speditionskauffrau bei Lassen (heute Agility) in Stuttgart übernahm sie dort zunächst die Verkehrsleitung Import für Spanien, Portugal und Frankreich. Bei Thyssen Haniel Logistics wurde ihr dann die Gruppenleitung für den Export nach Großbritannien, in die Niederlande sowie für internationale Expressverkehre übertragen.

"Ich habe ein Faible für fremde Länder und andere Kulturen", erklärt sie. Kein Wunder, ist ihre Mutter doch Niederländerin, sodass Yvette Wohlfarth zweisprachig aufwuchs. Darüber hinaus hatte sie im Abitur Englisch und Französisch als Leistungskurse. Des Weiteren spricht Yvette Wohl­farth Spanisch, Katalanisch und Italienisch.  "Wenn ich verreise, möchte ich mich nicht als Tourist, sondern wie ein Einheimischer fühlen."

50 verschiedene Wörterbücher

Grundvoraussetzung hierfür seien aber nun mal Kenntnisse der jeweiligen Landessprache.
So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich im Regal neben ihrem Schreibtisch nicht nur Lektüre zur Logistik findet. Ebenso stehen dort mehr als 50 verschiedene Wörterbücher und Sprachkurse – unter anderem auch für Russisch. "Das ist einer Reise nach Moskau zu verdanken", erklärt sie. Dass sich dieser Spaß an fremden Sprachen auch gut mit der Arbeit in einer internationalen Spedition verträgt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
Aber auch sonst ist sie vielseitig interessiert. "Es macht mir großen Spaß, in meiner Freizeit an Kochkursen oder Geschichtsabenden teilzunehmen", berichtet Wohlfarth. Wobei sie gleich einräumt, dass  sie Geschichte als Schulfach eigentlich ziemlich langweilig fand. "Da es hier aber nicht ums trockene Auswendiglernen von Daten geht, sondern darum, Zusammenhänge zu verstehen, ist das buchstäblich eine ganz andere Geschichte."

Wenn es die Zeit erlaubt, steht auch noch Sport auf dem Wochenplan – Gymnastik und Energy Dance. "Um selbst noch zu musizieren, fehlt mit mittlerweile die Zeit. Aber Konzertbesuche lassen sich trotz des vollen Terminkalenders immer wieder einbauen", berichtet Wohlfarth. Ihr Musikgeschmack ist breit gefächert und reicht von Rock und Pop über Jazz bis hin zu Klassik. "Am liebsten höre ich jedoch die Musik aus den 70er-Jahren mit Gruppen wie Chicago, America oder Alan Parsons Project."

Spitzenfrauen Baden-Württemberg

Kaum zu glauben, dass der BTG-Niederlassungsleiterin trotzdem noch Zeit bleibt, um sich zusätzlich zu engagieren. Sie ist beim Stammtisch der mittelständischen ­Spediteure im Raum Stuttgart ebenso dabei wie bei der Steinbeis-Gruppe Spitzenfrauen Baden-Württemberg sowie auch beim IHK-Arbeitskreis der Unternehmerinnen und dem IHK-Arbeitskreis Schule–Wirtschaft.

Letzterer dokumentiert einmal mehr, mit wie viel Herzblut Yvette Wohlfarth an der Logistik hängt. Und es liegt ihr viel daran, diese Begeisterung an junge Menschen weiterzugeben. Daher nimmt sie mit ihrer BTG-Niederlassung an Bildungsmessen teil. Doch auch wenn sie eine der wenigen Frauen in der Logistik in einer Führungsposition ist, stellt sich ihr die Frage nach einer Frauenquote nicht. "Zunächst einmal muss man fachlich und menschlich geeignet sein. Das trifft auf Frauen und Männer in gleicher Weise zu."
Die Krux liege vielmehr in der Priorisierung des Jobs, soll heißen in der "uneingeschränkten Bereitschaft, immer die volle Leistung zu bringen und alles andere hinten an zu stellen".

In der Logistik sei man fremdbestimmt

Denn gerade in der Logistik sei man in einem hohen Maße fremdbestimmt. "Egal welche privaten Pläne man hat, plötzlich kommt eine Geschäftsreise aufs Tableau und alles andere ist plötzlich Makulatur." Wer das nicht könne oder wolle, werde an dem Balance-Akt zwischen Beruf und Privatleben scheitern.

Dennoch hat Yvette Wohlfarth Verständnis für junge Frauen, insbesondere junge Mütter, da diese zeitlich eingeschränkter beziehungsweise weniger flexibel sind. "Bei der BTG funktioniert das zwar heute schon, aber viele Logistiker oder Firmen allgemein sollten sich Konzepte überlegen, wie sie diese  gut ausgebildeten Arbeitskräfte einbinden können." Hier könne eine Quote womöglich doch den nötigen Druck aufbauen – wenn es nicht schon der Fachkräftemangel schafft. Sie selbst hat auf jeden Fall bald wieder Bedarf an guten Leuten. Denn durch den Neubau in Plochingen stehen die Zeichen auf Wachstum.

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BTG

Datum

30. September 2014
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