Sammelaktion, Weihnachten im Schuhkarton Zoom

Weihnachten im Schuhkarton: Ein Weihnachtsmann namens Horst

Unter dem Motto Weihnachten im Schuhkarton sammelt die Hilfsorganisation "Geschenke der Hoffnung" Spenden. Mit von der Partie sind der Logistiker Logwin – und jede Menge Lkw-Fahrer.

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur das Christkind. Auch die Fahrer des Logistikdienstleisters Logwin sind dann wieder im Bundesgebiet unterwegs. Sie steuern die mehr als 800 Sammelstellen in Deutschland an. Anders als im normalen Speditionsalltag sind die Versender allerdings keine Logistikprofis. Da bilden die Schüler der Kaufmännischen Schule 1 (KS1) in Stuttgart eher die Ausnahme. Denn dort sind zumindest zum Teil angehende Speditionskaufleute vertreten. Ansonsten sind es häufig Kirchengemeinden, Vereine oder auch Privatpersonen, die sich für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton als Sammelstelle zu Verfügung stellen.

163 Schuhkartons gesammelt

An der Stuttgarter Berufsschule war es neben den Schülern unter anderem auch Studienrat Patrick Wagner von der Abteilung Logistik und Touristik, der sich hier engagierte. "Wir haben insgesamt 163 Schuhkartons gesammelt", erzählt er. Dabei war der Vorlauf denkbar kurz. Erst im Juli kam die Idee auf, sich an der Aktion zu beteiligen. "Mitte September fand dann in Stuttgart eine Infoveranstaltung von Geschenke der Hoffnung statt", sagt Berufsschullehrer Wagner gegenüber trans aktuell.

Von da an musste alles recht schnell gehen. Mit dabei waren auch die Logistik-Auszubildenden, von denen einige in der Schülermitverwaltung (SMV) organisiert waren. "Mitten im Projekt waren die Abschlussprüfungen, und ein Teil von ihnen geht nun gar nicht mehr zur Schule", erläutert Wagner. Noch so ein logistisches Problem, 
das der SMV-Verbindungslehrer aber zusammen mit seinen Kollegen und den übrigen Schülern meistern konnte.

Dabei ging es allerdings nicht nur darum, selbst beispielsweise Spielzeug und Schulartikel zu besorgen und entsprechend zu verpacken. Als Sammelstelle hatten die Lehrlinge der KS1 auch die Aufgabe, die eingehenden Spenden zu prüfen. Soll heißen, nicht geeignete Dinge wie verschlissene Kleider oder verderbliche Süßigkeiten auszusortieren. Aber auch gegebenenfalls Kartons umzusortieren, sodass der Wert ihres Inhalts nicht zu stark voneinander abweicht.

"Ein bisschen ist Weihnachten im Schuhkarton die moderne Version eines Care-Pakets in der Nachkriegszeit", erläutert Diana Molnar, die bei dem Verein Geschenke der Hoffnung das Projekt Weihnachten im Schuhkarton leitet. In den Päckchen stecken Alltäglichkeiten: ein Kuscheltier, etwas Warmes zum Anziehen, Schulmaterial, etwas zum Spielen, Naschen und Waschen.

Zu guter Letzt kamen die 163 Schuhkartons in die dafür vorgesehenen Versandkartons von Weihnachten im Schuhkarton. Die wiederum wurden von einem Lkw-Fahrer im Auftrag des Logistikdienstleisters Logwin abgeholt. Seit 2005 arbeitet das Unternehmen für Geschenke der Hoffnung und sammelt bundesweit an den Sammelstellen alle Versandkartons ein.

65 Fahrzeuge sind für Spendenaktion unterwegs

"Die Abholung erfolgt dabei im Rahmen unserer normalen Touren", sagt Fabian Müller, Niederlassungsleiter von Logwin in Köln und darüber hinaus Projektverantwortlicher für Weihnachten im Schuhkarton bei dem Logistikdienstleister. Im Einsatz seien dabei zumeist Sprinter oder auch 7,5-Tonner. Voriges Jahr waren rund 65 Fahrzeuge unterwegs. "Allerdings müssen wir hier anders planen als an der Rampe", sagt Müller im Gespräch mit trans aktuell. Schließlich habe man es in diesem Fall mit Menschen zu tun, die nicht aus der Logistikbranche stammen und dafür ihre Freizeit opfern.

"Wir kommen ihnen entgegen, indem wir möglichst kleine Zeitfenster fürs Abholen nennen." Auch haben die Fahrer die Anweisung, beim Verladen mitanzupacken. "Anders als an der Rampe muss man den Kunden dann auch zeigen, wo sie unterschreiben müssen und gegebenenfalls auch Fragen zu den Versandpapieren erläutern", sagt Müller. Laut dem Projektleiter werden die Fahrer aber im Vorfeld auch noch einmal gesondert darauf hingewiesen und entsprechend geschult.

Gesammelt werden die Kartons in elf Logwin-Regionallägern. Dort werden die Sendungen verdichtet und für den Transport in die einzelnen Länder vorbereitet.

An dieser Stelle kommt die internationale Spedition Quehenberger ins Spiel. Die ehemalige Logwin-Tochter übernimmt den Transport in die Zielländer. Geplant sind 74 Ladungen per Planensattel. Sind es bis Polen gerade einmal rund 400 Kilometer, legen die Pakete bis nach Kasachstan mehr als 4.000 Kilometer zurück. Außerdem geht ein 40-Fuß-Container per Seefracht ins Westjordanland.

Die esten Transporte sind in Kalenderwoche 48 abgefahren

Die ersten Transporte sind bereits in der Kalenderwoche 48 abgefahren und werden über die Partner in den Empfangsländern im Rahmen von Gottesdiensten ab der Kalenderwoche 50 verteilt. In Ländern wie Kasachstan und dem Westjordanland bleibt noch bis in den Januar hinein Zeit. Denn dort feiert man das orthodoxe Weihnachtsfest erst am 6. Januar. Ein Glück für die Logistiker, da es ansonsten allein schon aufgrund der Entfernung schwierig wäre, den Termin zu halten.

"Bei diesem Projekt können wir unser Logistik-Know-how einbringen und dazu beitragen, dass die Hilfstransporte schnell, kostengünstig und sicher an ihr Ziel, nämlich zu den Kindern, kommen", sagt Holger Philipowski, Niederlassungsleiter von Quehenberger Logistics in Heusenstamm.

Für den guten Zweck habe sich das Unternehmen auch bereit erklärt, einen Transport zu spenden. "Wir freuen uns, den Kindern mit den Geschenken ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können", erklärt Philipowski gegenüber trans aktuell.

Da fühlt man sich doch gleich an den – zugegebenermaßen etwas älteren – Werbespot von Mercedes-Benz erinnert. Da fragt ein Junge seinen Vater über den Weihnachtsmann aus. Plötzlich fährt ein Mercedes-Lkw mit roter Plane an ihnen vorbei. Auf einem Kfz-Schild im Fahrerhaus steht Horst. Daraufhin der Steppke: "Papa, heißt der Weihnachtsmann Horst mit Vornamen?" Ein klein wenig wie der Weihnachtsmann können sich die Lkw-Fahrer von Logwin und Quehenberger daher sicherlich auch fühlen.

Die Aktion

Die internationale Hilfsorganisation Samaritan’s Purse ist Träger der weltweiten Geschenkaktion Operation Christmas Child. Im deutschsprachigen Raum wird sie unter dem Namen Weihnachten im Schuhkarton von Geschenke der Hoffnung verantwortet. Mit Samaritan’s Purse verbindet das deutsche Hilfswerk dabei eine langjährige Partnerschaft. Die Teilnahme ist denkbar leicht: einfach einen Schuhkarton mit Geschenkpapier bekleben und ihn mit Geschenken für einen Jungen oder ein Mädchen füllen. Bewährt hat sich nach Angaben des Trägervereins eine bunte Mischung aus Spielsachen, Hygieneartikeln, Schulmaterialien, Kleidung und Süßigkeiten sowie einem persönlichen Weihnachtsgruß. Weitere Infos gibt es unter www.weihnachten-im-schuhkarton.org.

Die Wege

Woher die Päckchen kamen:

Deutschland 459.190
Österreich 27.684
Liechtenstein 1.512
Südtirol 6.515
Gesamt 494.901

Wohin die Päckchen gingen:

Bulgarien 35.711
Georgien  35.627
Kasachstan 29.610
Kosovo 51.819
Moldau 65.139
Mongolei 29.690
Polen 22.208
Rumänien 65.168
Serbien 51.819
Slowakei 29.610
Weißrussland 66.624
Westjordanland 11.876
Gesamt 494.901

Stand: 2011
Quelle: Geschenke der Hoffnung

Portraits

Autor

Foto

Geschenke der Hoffnung, Nallinger

Datum

18. Dezember 2012
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