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Foto: Spedition Schober

Prozesse und Disposition im Blick

Spedition Schober verbessert Fahrzeugeinsatz

Grün ist modern. Das gilt erst recht in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem ersten grünen Ministerpräsidenten. Bei Schober aus Weinstadt (Rems-Murr-Kreis), östlich von Stuttgart, stehen die Zeichen aber schon viel länger auf Grün: Der Slogan "umweltbewusste Transportlösungen" prangt seit mehr als 20 Jahren in weißer Schrift auf den grünen Planen.

"Das Umweltbewusstsein wird bei uns auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen", sagt Geschäftsführer Steffen-Kai Schober (53) im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Sein Sohn Pascal Schober (26), der die vierte Generation der Familie verkörpert, betont: "Das ist bei uns kein Marketing-Ballon."

Deutlich wird das an der Vielzahl an Maßnahmen, die Schober im Laufe der vergangenen Jahre in Richtung Nachhaltigkeit angestoßen hat. Lag das Augenmerk bisher stark auf dem Fahrzeug, – etwa auf der Auslastung oder der Aerodynamik, – haben Steffen-Kai und Pascal Schober nun mehr die Prozesse und die Disposition im Blick. Im Einsatz sind rund 110 eigene Lkw, die deutschlandweit und auch im europäischen Ausland unterwegs sind. Damit sie effizient laufen, hat die Spedition feste Linien identifiziert und sie zu Rennstrecken mit hohem Aufkommen ausgebaut.

Fünferketten für ausgeklügelten Fahrzeugeinsatz

"Ein Beispiel dafür sind unsere Fünfer-Ketten", berichtet Pascal Schober. Die betreffenden fünf Fahrzeuge verkehren auf immer demselben Korridor, an den auch unterschiedliche Schober-Standorte angebunden sind. Dort besteht die Möglichkeit, Fahrer zu tauschen, um damit ideal mit der Ressource Lenk- und Arbeitszeit zu haushalten. "Durch eine intelligente Planung kommen wir in etwas mehr als einer Schicht vom Bodensee bis nach Schleswig-Holstein", erklärt Pascal Schober.

Doch nicht nur ein ausgeklügelter Fahrer- und Fahrzeugeinsatz entscheidet über den Erfolg einer Tour. Hohen Anteil daran hat auch die Fahrweise, weshalb Fahrertrainings für Schober ein Dauerthema sind. Der Anspruch ist es, den Verbrauch jährlich zu reduzieren. "Von 2015 auf 2016 ist uns eine Einsparung von zwei bis drei Litern gelungen", bilanziert Steffen-Kai Schober. Einen Durchschnittswert für die Flotte nennt er nicht, weil das aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbedingungen weder seriös noch fair gegenüber den Fahrern sei. "Sie können ja nichts für das Ladungsgewicht oder die jeweilige Topografie."

Telematik von Trendfire im Einsatz

Umso mehr schätzen sein Sohn und er die Telematiklösung von Trendfire, die bei der Analyse des Fahrstils eben solche Parameter berücksichtigt. Über eine Smartphone-App sind die Mitarbeiter über ihre Performance im Bilde und erkennen, wo sie im Wettbewerb mit den Kollegen stehen. Die Daten der anderen erscheinen dabei anonymisiert. "Seit wir eine gute Bewertung des Fahrstils mit einer Prämie verbunden haben, entwickelt sich bei den Fahrern ein noch größerer Ehrgeiz und wir sehen erhebliche Fortschritte", erklärt der Geschäftsführer.

Der beste Fahrer kann sein Potenzial aber nicht beweisen, wenn er nicht das entsprechende Equipment hat. Daher hat die Spedition auch die Fahrzeuge unter die Lupe genommen: Bei den gezogenen Einheiten, die fast alle von Daimler stammen, begann die Spedition 2009 damit, sie mit etlichen Anpassungen zu "Eco-Linern" zu machen. Acht Prozent Kraftstoffeinsparung lautete das ehrgeizige Ziel, dem sich Schober durch Drehen an vielen Stellschrauben näherte. Die Eingriffe reichten vom Einsatz von Energy-Reifen über ein Abregeln der Geschwindigkeit bei 85 km/h, dem Einbau eines optimierten Getriebes bis hin zu einer verbesserten Aerodynamik. In dem Zuge verschwanden auch die Sonnenblenden von den Kabinen.

Schober als Pionier bei der Doppelstockbeladung

Besonders stolz aber ist der Geschäftsführer auf die Erfolge bei der Auslastung der Auflieger: So war Schober einer der Pioniere bei der Doppelstockbeladung. Bereits vor 25 Jahren entwickelte die Firma mit dem Nudelhersteller Birkel einen auf maximales Volumen ausgerichteten Trailer. Der Clou waren Schienen in der Wand, an denen sich Ladebalken befestigen ließen. Je zwei Balken hintereinander schufen einen Ladeboden und damit einen neuen Palettenplatz. Ein spezieller Stapler von Lafis ermöglichte es den Mitarbeitern, gleichzeitig den Trailer- sowie den Zwischenboden zu beladen. Heute sind Doppelstockbeladungen in der Lebensmittellogistik gang und gäbe.

Schober war durch das Projekt mit Birkel auf den Geschmack gekommen: Zehn Jahre später stellten die Weinstädter gemeinsam mit der Spedition Emons aus den Niederlanden das Konzept 2Win vor. Es ermöglicht auf zwei Ebenen wahlweise die Beladung von Paletten oder von Rollcontainern, was den Anforderungen des Lebensmittelhandels Rechnung trug.

Mit Innovationen im Fuhrpark will Schober auch weiterhin von sich reden machen. Zwar macht die Kontraktlogistik inzwischen rund die Hälfte des Jahresumsatzes von 45 Millionen Euro aus. "Wir haben aber entschieden, dass wir am eigenen Fuhrpark festhalten", betont Steffen-Kai Schober. Letztlich könne man nur mit der eigenen Flotte die Werte garantieren, für die Schober nach Ansicht des Firmenchefs seit 80 Jahren steht. Das sind Qualität, Kontinuität und Zuverlässigkeit. Außerdem sind die Schober-Verantwortlichen überzeugt, dass nur der eigene Fuhrpark „umweltgerechte Transportlösungen" bieten kann. Auch an dieses Versprechen fühlt sich Schober gebunden – erst recht, seit Grün so modern ist.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

8. Februar 2017
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