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Frachtenbörsen: Lkw besser auslasten

Frachtenbörsen: Die EU-Kommision beklagt, dass beim Güterverkehr auf der Straße rund jedes fünfte Fahrzeug leer sei. Dabei lassen sich Ladungen bequem online suchen.

Die Zahlen sind alarmierend: Laut der Europäischen Kommission fahren rund 20 Prozent aller Lkw in der EU ohne Ladung. Im Inlandsverkehr betrage dieser Anteil sogar 25 Prozent, heißt es in einer aktuellen Studie, die im April dieses Jahres veröffentlicht wurde. Vor dem Hintergrund, dass ohnehin fast drei Viertel aller Güter über die Straße transportiert werden, sehen die Politiker einen dringenden Handlungsbedarf.

Brüssel denkt über die Aufhebeung der Kabotage nach

Wie bereits bekannt, denkt man in Brüssel daher über das Aufheben von Beschränkungen wie etwa der Kabotage nach. Ein anderer Weg wäre die verstärkte Nutzung von Frachtenbörsen. Schließlich ist für den Transportunternehmer eine Tour schlicht unwirtschaftlich, wenn er für sie beispielsweise keine Rückladung bekommt.

Frachtenbörsen mit ganz unterschiedlichem Service

An dieser Stelle kommen die Online-Frachtenbörsen zum Zug. Die erste elektronische Plattform Teleroute gibt es bereits seit dem Jahr 1985. Doch seit damals hat sich einiges getan. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Frachtenbörsen mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen – und auch ganz unterschiedlichen Services.

Timocom setzt auf Transparenz von Daten

Die nach eigenen Angaben größte Frachtenbörse Europas ist Timocom. Die lockt Nutzer nicht nur mit einem umfangreichen Sicherheitsnetz. Denn – auch das ist bekannt – auf den recht anonymen Webplattformen tummeln sich genügend Betrüger. Darüber hinaus setzt Timocom verstärkt auf die Transparenz von Daten. Möglich wird das mit dem Kalkulationswerkzeug TC E-Map. Damit kann der Transportdienstleister sehen, ob sich eine Fahrt rechnet. Dabei berücksichtigt Timocom nicht nur die Wegstrecke und damit den Dieselverbrauch, sondern auch Kosten wie beispielsweise die Maut.

Mit TC E-Map lassen sich aber auch die Telematikdaten von eigenen Fahrzeugen sowie die von Subunternehmern etwa über Telematik-Apps einbinden. Durch die damit gewährleistete Ortung erhöht sich natürlich ebenfalls die Sicherheit.  Es erleichtert aber zudem den Disponenten ihre Arbeit, die schlicht besser planen und auch Probleme frühzeitig erkennen können.

Angebundene Telematiklösungen nehmen zu

Die Liste der angebundenen Telematiklösungen ist lang und nimmt ständig zu. Einer der Timocom-Kunden, der die Telematikanbindung bereits ausgiebig nutzt, ist der belgische Logistiker Laztrans. Der in Houthalen-Helchteren in der Region Flandern beheimatete Dienstleister nutzt bereits seit rund zehn Jahren die Frachtenbörse Timocom.
"Wir haben zudem in allen unseren Fahrzeugen die Telematik von Sycada eingebaut", berichtet Laztrans-Inhaber Eyüp Kumas. Die Flotte von von 35 Fahrzeugen übernimmt Aufträge von Kurierfahrten bis hin zu Kühltransporten. "Da muss man sich gut organisieren", sagt er.

Daher loggen sich seine Mitarbeiter bei Arbeitsantritt erst mal auf der Timocom-Plattform  ein. Danach können sie direkt aus der Fracht- und Laderaumbörse TC Truck & Cargo heraus die Fahrtstrecke und Kosten zur jeweiligen Relation ermitteln. Auf diese Weise bleibe mehr Zeit für das eigentliche Geschäft, erläutert Kumas.

Lkw online bietet mobile Dienste an

Mobil geht es seit Mitte des Jahres auch beim Wettbewerber Lkw online zu. "Seitdem sind unsere Kunden in der Lage, sich auch unterwegs jederzeit über verfügbare Transportaufträge auf der von ihnen gewünschten Route zu informieren oder Ladungsangebote und freien Frachtraum zu inserieren", sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Lkw online, Anton Behringer.

Box 24 setzt auf geschlossene Benutzergruppen

Bei Box 24 wiederum stellt man "eine starke Tendenz zu geschlossenen Benutzergruppen fest", berichtet Inhaber Jörg Hülsmeier. Der Grund hierfür liegt für ihn auf der Hand: Die Industrie- und Handelsunternehmen würden teilweise hohe Anforderungen an Transportunternehmen stellen. Daher werde "in vielen Fällen mit einem festen Stamm zusammengearbeitet, um die Qualität und Zuverlässigkeit der Transporte zu gewährleisten".

Zusatzdienstleistungen bei Cargoclix

Bei Cargoclix setzen die Verantwortlichen auf Zusatzdienstleistungen. Dazu gehört unter anderem Cargoclix Time Slot, ein Zeitfenstermanagement für die Optimierung der Abläufe an der Rampe. Einer der Kunden ist der Pharmahersteller Stada, der seit März die Wareneingänge in seinen beiden Logistikzentren Florstadt und Bad Vilbel steuert. Aber auch Ausschreibung von langfristigen Transport- und Logistikkontrakten mit Zugriff auf das komplette Netzwerk sind bei Cargoclix möglich.

Chancen in der Zusammenarbeit mit östlichen Frachtführern

Laut einer Umfrage von Trans.eu sehen 89 Prozent der westlichen Verlader Chancen in der Zusammenarbeit mit östlichen Frachtführern. "Damit lassen sich die Kosten um bis zu 16 Prozent reduzieren, da die Frachtsätze dort viel niedriger sind", sagt ­Agnieszka Szubert, die bei Trans.eu für die Pressearbeit zuständig ist. Die Herausforderung: 20 Prozent der Befragten erklärten, dass sie keine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen haben und 42 Prozent gehen solche Geschäftsbeziehungen aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nur ungern ein.  Die in Polen beheimatete Frachtenbörse sieht sich daher als mögliches Bindeglied für eine Anbahnung derartiger Geschäftskontakte.
Die Schüttgut-Börse ist eher unter dem Namen fracht-suche.com bekannt. Wer das im Internet-Browser eingibt, landet allerdings auf trans-boerse.com. Die wiederum gehört wie die Schüttgut-Börse zum Unternehmen Diversa Hambach. Auf Anfrage erklärte Geschäftsführer Alexander Hambach, dass der Schüttgutbereich der bedeutendere Teil sei, wenn er auch eine Nische bediene.  Weil eben nicht jedes Fahrzeug für ein spezielles Schüttgut geeignet sei, helfe die Schüttgutbörse dabei, Fahrten optimal zu organisieren. Schließlich gilt es auch dort Leerfahrten zu vermeiden.

Hier finden Sie die Frachtenbörsen im Überblick.

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Foto: Rathmann, Montage: Mannchen

Datum

4. August 2014
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