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Lang-Lkw: Erster Lang-Lkw aus Baden-Württemberg gestartet

Der erste Lang-Lkw aus Baden-Württemberg ist gestartet: Die Spedition Schwarz aus Herbrechtingen (Landkreis Heidenheim) hat am Mittwoch ihren ersten 25 Meter langen Lkw offiziell auf die Reise geschickt. An Bord sind Elektrogeräte des Herstellers Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) aus Giengen.

Zielstation ist das 440 Kilometer entfernte Leinefelde in Thüringen, wo ein lokaler BSH-Partner die Geräte zur Distribution übernimmt. Retour geht es dann über Bad Neustadt, wo der Lang-Lkw wieder Ware aufnimmt, ehe er die Rückreise nach Giengen antritt. „Hin geht es mit Kühlschränken, zurück mit Staubsaugern“, erläuterte Geschäftsführer Thomas Schwarz. Der Chef des BSH-Logistikzentrums, Manfred Brauckmann, sprach von einem großen Tag. „Nach Jahren der Irrungen und Wirrungen ist uns der Projektstart endlich gelungen.“ Der Chef des BSH-Transportmanagements, Andreas Tonke, wies darauf hin, dass der Einsatz des Lang-Lkw auch mit Blick auf die Nachhaltigkeitsbemühungen seines Unternehmens eine große Rolle spiele. Für Sendungen, die zeitkritisch seien oder auf kurzen Distanzen bewegt würden, sei die Schiene keine Option. Hier komme der Lang-Lkw zum Tragen.


Da Lang-Lkw in Baden-Württemberg außer auf der A 7 nicht fahren dürfen, führt die Spedition Schwarz das Langfahrzeug erst am Rasthof Lonetal an der A 7 zusammen. Auf den 14 Kilometern zwischen dem Rasthof und dem Auftraggeber BSH ist der Lang-Lkw in Form von zwei konventionellen Lkw unterwegs. Das sind ein Sattelzug sowie ein Motorwagen mit Dollyachse.


Um die beiden Einheiten zu einem 25-Meter-Zug zusammenzuführen, benötigen die Fahrer auf dem Rasthof zwei Parkplätze. Bei der offiziellen Vorführung klappte das Zusammenführen binnen weniger Minuten ohne Probleme. Die Parkplätze sind auf dem Rasthof auch ausreichend lang.


53 anstatt 38 Palettenstellplätze

Der Lang-Lkw, eine Kombination aus einer Euro 6-Zugmaschine von Daimler und Wechseleinheiten und Dolly aus dem Hause Krone, kann nach Angaben von Spediteur Schwarz 280 Großgeräte aufnehmen, ein Standard-Jumbozug nur 200. Statt 38 Palettenstellplätze verfüge das Langfahrzeug über 53. Das seien 40 Prozent mehr Palettenstellplätze und 40 Prozent mehr Volumen, sagte der Unternehmer.


Dem Unternehmer ist nach eigenen Angaben ein Stein vom Herzen gefallen, als er das grüne Licht zum Start bekam. „Seit Herbst letzten Jahres haben wir um Genehmigungen in Leinefelde und Bad Neustadt gekämpft“, sagt er. Mitte Juli schließlich seien die Strecken als Teil des sogenannten Positivnetzes im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. In Leinefelde fehlen zum Empfänger 1,7 Kilometer ab der Autobahn, in Bad Neustadt 5,1 Kilometer.


Den zeitlichen Mehraufwand für das Zusammenführen des Lang-Lkw am Rasthof Lonetal beziffert der Spediteur mit je einer Stunde für das Langfahrzeug sowie für die zusätzlich im Vor- und Nachlauf erforderliche Zugmaschine. Die Spedition Schwarz hat acht Fahrer speziell für die Lang-Lkw geschult. Die Firmengruppe setzt rund 250 eigene Fahrzeuge ein und beschäftigt mehr als 350 Mitarbeiter.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Rathmann

Datum

9. August 2012
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