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DIHK-Report

Unternehmer finden keine Nachfolger

Wie der DIHK in seinem Report 2015 berichtet, fanden 2014 bereits 43 Prozent der Unternehmer keinen Nachfolger mehr.  

Für Unternehmer wird es immer schwieriger, die Unternehmensnachfolge gut und rechtzeitig zu regeln. Denn sich im Jahr 2014 bereits 5.943 Alt-Inhaber bei der Nachfolgersuche von ihrer IHK unterstützen ließen (plus sieben Prozent), interessierten sich nur noch 4.214 Personen für eine Betriebsübernahme (minus zehn Prozent). Damit wird das Matching immer schwieriger. Im Hotel- und Gastgewerbe, im Verkehr und im Handel gibt es nach IHK-Angaben mittlerweile doppelt so viele Senior-Unternehmer wie potenzielle Nachfolger. Trotz niederiger Zinsen bleibt die Finanzierung laut IHKs die größte Hürde bei der Betriebsübernahme (43 Prozent, minus sieben Prozent zum Vorjahr).

Hinzu kämen Faktoren wie der gesetzliche Mindestlohn, der Fachkräftemangel und intensiver Wettbewerb bei schmalen Margen, angesichts derer qualifizierte Personen lieber eine attraktive Anstellung wählen statt der Risiken einer Selbstständigkeit.

Verbessert hat sich laut dem Bericht die unternehmerische Qualifikation potenzieller Nachfolger sowie, dass Senior-Unternehmer häufiger einen nüchternen Blick auf Unternehmenslage und -perspektive haben. Für Unsicherheit sorgt immer noch die Erbschaftssteuer. Rund ein Fünftel der Unternehmer sehen sich von dieser Belastung oder sind unsicher über die künftige gesetzliche Regelung. Doch für eine gelungene Nachfolgersuche und Betriebsübergabe braucht es auch eine gute Vorbereitung. Während die IHKs von drei Jahren Vorlauf ausgehen, suchen drei von vier Seniorchefs erst zwei Jahre vor dem anvisierten Übergabezeitpunkt eine IHK-Beratung
auf.

Der DIHK-Report gründet sich auf mehr als 20.000 Kontakten von IHK-Experten
mit Senior-Unternehmern und Existenzgründern, die 2014 an der Übernahme eines Unternehmens interessiert waren. Mit 10.478 haben zehn Prozent mehr Teilnehmer IHK-Nachfolgetage und -seminare genutzt, was ebenfalls die Brisanz des Themas verdeutlicht. Auch die Bundesregierung scheint das Problem erkannt zu haben. In einer gemeinsamen Erklärung des DIHK, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der beiden Bundesverbände für Industie und Handwerk (BDI und ZHD) wird die Nachfolge als zentrale Herausforderung für einen zukunfts- und wettbewerbsfähigen Mittelstand hervorgehoben.

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30. November 2015
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