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Foto: Dettendorfer Spedition

Dettendorfer Spedition aus Nussdorf am Inn

Dettendorfer erfolgreich dank Spezialisierung

Alles andere als Standard: Die Spedition Dettendorfer aus Nußdorf am Inn produziert Brennstoffe, betreibt ein Kraftwerk und einen Truck-Checkpoint. An 13 Standorten beschäftigt die Firmengruppe inzwischen rund 580 Mitarbeiter.

Standard kann die Spedition Dettendorfer auch: Ihre Mitarbeiter disponieren in Nußdorf am Inn täglich 500 Lkw – darunter klassische Ladungsverkehre innerhalb von Deutschland und Europa. Schaut man genauer hin, stellt man jedoch fest, dass ein guter Teil der Lkw mit speziellem Equipment unterwegs ist – zum Beispiel mit Aufliegern für den Transport von Stahl, Papier, Schüttgut oder Flüssigaluminium. Dadurch relativiert sich der Standard auch schon wieder.

In Könitz betreibt Dettendorfer ein riesiges Logistikzentrum für Stahl

Am Spezialgeschäft findet das Unternehmen, das in der Gruppe an 13 Standorten knapp 580 Mitarbeiter beschäftigt, nämlich deutlich mehr Gefallen. So gleicht kein Standort dem anderen, weil jeder mit seinen Aktivitäten eigene Akzente setzt. In Könitz (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) betreibt das Unternehmen für das Stahlwerk Thüringen auf 230.000 Quadratmetern ein riesiges Logistikzentrum, wo die Mitarbeiter Stahl lagern und umschlagen, aber auch Waggons reinigen und reparieren oder Schwerschrott aufbereiten. In Landshut engagiert sich die Spedition als Partner von DB Schenker Rail Auto­mo­tive im kombinierten Verkehr. Am dortigen Güterbahnhof schlägt sie Quarzsand um und bringt ihn in Silofahrzeugen in die Gießerei eines Fahrzeugherstellers.

Diese Aktivitäten sind für ein Logistikunternehmen vielleicht noch nicht außergewöhnlich. Eher die Ausnahme dürfte es aber sein, dass ein Dienstleister auch als Produzent von Brennstoffen tätig wird, wie es bei Dettendorfer am Standort Rohrdorf (Landkreis Rosenheim) der Fall ist. Die Tochterfirma Dettendorfer Rohrdorfer Wertstoff stellt aus Produktionsabfällen jährlich 40.000 Tonnen an Ersatzbrennstoffen her, ferner ist sie im Wertstoffhandel und als Partner des Dualen Systems tätig.

Dettendorfer Rohstoff bietet Holzprodukte für Industrie- und Privatkunden

Eine weitere Besonderheit ist der Betrieb eines Blockheizkraftwerks über die Tochterfirma Dettendorfer Rohstoff in Bruckmühl (ebenfalls  im Kreis Rosenheim). Befeuert wird die Anlage mit Restholz. Die gewonnene Energie reicht nach Firmenangaben, um 2.300 Durchschnittshaushalte zu versorgen. Der Rohstoff Holz ist dann auch die Verbindung zur anderen Säule von Dettendorfer Rohstoff: Die Gesellschaft bietet Holzprodukte für Industrie- und Privatkunden an, darunter auch Pellets oder Hackschnitzel.

So unterschiedlich die Segmente sein mögen, in denen die Spedition Dettendorfer tätig ist, so haben sie doch eines gemeinsam: einen immensen Transportbedarf. "Und wer kümmert sich darum?", fragt Georg Dettendorfer, der mit seinem Bruder Johannes die Spedition führt. "Natürlich unsere Dispo – denn hier kommt unsere Flotte ins Spiel." In der Gruppe sind rund 200 eigene Lkw und etwa 400 Auflieger im Einsatz. Etwa ein Fünftel macht die Spedition im Selbsteintritt, den Löwenanteil wickelt Dettendorfer mit festen Partnern ab.

Dettendorfer mit eigenem Truck-Checkpoint am Inntaler Logistik-Park in Kufstein

Sollte die Tour nach Italien führen – was nicht unwahrscheinlich ist, weil Dettendorfer auch in Verona eine Niederlassung betreibt  –, so ist für die eigenen Lkw, aber auch für die von Sub­unter­neh­mern ein Stopp am Inntaler Logistik-Park in Kufstein quasi Pflicht. Denn die Spedition ist der Betreiber dieses Rasthofs, der unter anderem über 14 Tankplätze für Lkw verfügt. Doch bietet die Anlage seit Neustem deutlich mehr als Sprit und Schmierstoffe: "Wir haben sie vor Kurzem um einen Truck-Checkpoint aufgewertet", erzählt Dettendorfer.

Wer die Anlage verlässt, bekommt automatisch die Profiltiefe seiner Reifen, den Reifendruck, aber auch das Achs- und Gesamtgewicht gemessen und digital angezeigt. Die Fahrer müssen dafür nicht mal aus dem Lkw steigen, ein bloßes Befahren des Checkpoints reicht. "Unternehmen, die sich auf unserer Seite inntaler.cc registrieren, bekommen die Werte automatisch per Mail – und natürlich einen Hinweis, wenn die Werte nicht im grünen Bereich sein sollten."

Eine solche Anlage ist nach Einschätzung von Spediteur ­Georg Dettendorfer bisher einzigartig – und zahle sich für die Nutzer in vielfacher Hinsicht aus. Da wäre zum einen die Ver­kehrs­sicher­heit, aber ebenso die Gewissheit, dass einem bei der nächsten Kontrolle kein Ärger blüht. Denn die Österreicher sind dafür bekannt, genau hinzuschauen, gerade bei dem Achs- und Gesamtgewicht. Auch der Spedition Dettendorfer bietet der Inntaler Logistik-Park mit seinem Truck-Checkpoint ein siche­res Gefühl – nämlich das, dass der Betrieb einer solchen Anlage für eine Spedition ebenfalls alles andere als Standard ist.

Mineralöltransporte auf der Schiene

Wer in einer sensiblen Landschaft und in einem Gebiet mit hoher Stau­gefahr agiert, ist gut beraten, wenn er alternative Verkehrsträger prüft. Das gilt erst recht beim Transport von Gefahrgut. Die Spedition Dettendorfer hat das in Kiefersfelden beherzigt und Mineralöltransporte von der Straße auf die Schiene verlagert. "2016 haben wir die Straße um 205.000 Tonnen Treibstoffe entlastet", bilanziert Geschäftsführer Georg Dettendorfer. Möglich macht es die Umstellung der Logistikabläufe: Die Raffinerien beliefern den Standort nicht mehr per Lkw, sondern per Direktzug. Dettendorfer übernimmt die Waggons, lagert und veredelt die Grundstoffe durch Additive, Farbe oder biogene Beimischungen. Nur noch die letzte Meile zum Mine­ralöl­handel erfolgt dann per Lkw. Das Lager umfasst 60.000 Quadratmeter, die zwei Tanklager fassen sieben und drei Millionen Liter.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

30. Juni 2017
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