Nissan NV 300 dCi 145 7 Bilder Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Nissan NV300 dci 145 L2H1

Ordentlich Laderaum und Platz für die Kollegen

Nissan hat dem NV300 eine Frischzellenkur verpasst. Zum Test tritt der mittelgroße Transporter als Doppelkabine mit 145 PS und trotz der sechs Sitzplätze ordentlich Laderaum an.

Vorn am Kühlergrill prangt deutlich sichtbar das Nissan-Logo. Doch die Verwandtschaft des NV300 zum Renault Trafic ist nicht zu übersehen. Diese beginnt bereits bei der Designlinie und setzt sich im Innenraum fort. Vor allem bei der Keycard muss dieser Abstammung das Wörtchen "leider" folgen. Die Karte, bekannt aus Renault-Fahrzeugen der frühen 2000er, wirkt alles andere als robust. Die Haptik ist billig, die Karte scheppert. Gleichzeitig fehlt der Mehrwert. Statt den Schlüssel im Loch zu drehen, steckt der Fahrer die Keycard in einen Schlitz im Armaturenträger und muss danach an anderer Stelle auf den Startknopf drücken. Dies verkompliziert den Vorgang unnötig – wenn schon Keycard, dann bitte gleich mit Keyless Go. Auch der Antriebsstrang von Renault überzeugt nicht in jeder Hinsicht.

Zwar hält er sich akustisch zurück und zieht auch im höheren Geschwindigkeitsbereich sauber durch, bei niedrigen Drehzahlen fehlt es jedoch an Mumm. Zudem ist das 1,6-Liter-Motörchen deutlich durstiger als es laut Werksangabe sein dürfte. Insgesamt laufen 38 Prozent mehr Kraftstoff durch, auf der lastauto omnibus-Verbrauchsrunde immerhin noch 33 Prozent. Dazu kommt das ungenaue Getriebe, das eine kraftvolle Hand verlangt.

Externes Navi zwingend nötig

Im Kapitel Ergonomie zeigt sich der japanische Einschlag mit Hang zum Linksverkehr. Die abschraubbare Antenne sitzt auf der rechten Seite. Ein kontinentaleuropäischer Fahrer muss also um das Auto herumgehen, um sie abzunehmen. Immerhin passt der Nissan – ohne Antenne – mit knapp zwei Metern noch in gängige Tiefgaragen. Innen ist der Bediensatellit an der Lenksäule für Lautstärke und Co. nicht optimal positioniert. So versteckt hinter dem Lenkrad hilft er nur Kennern wirklich weiter und wirkt gleichzeitig wie eine nachträgliche Verlegenheitslösung. Wer den Satelliten tatsächlich blind ertastet, profitiert von den zusätzlichen Bedienelementen. Positiv zu erwähnen ist die 12-Volt-Steckdose in der Mittelkonsole, wenn sie auch etwas unglücklich platziert ist. Wer sein Handy-Navi in die Nissan-eigene – überaus gelungene – Handyhalterung einspannt, muss das Stromkabel quer über die Mittelkonsole legen und verdeckt dabei diverse Regler für Heizung, Radio und Konsorten.

Ein externes Navi ist im Testwagen auch zwingend nötig. Das Infotainment ist zumindest in Serienausstattung vor ein paar Jahren stehen geblieben: Radio, CD, AUX, USB und immerhin eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung sind an Bord. Davon sollte man sich aber nicht blenden lassen. Denn eigentlich ist der Transporter mit einem Testwagenpreis von 32.920 Euro netto ganz passabel ausgestattet. Seine Eigenschaft als Doppelkabine mit dem stärksten Motor bringt dem Wagen serienmäßig neben besagtem Radio eine Einparkhilfe am Heck, Klima, Licht-/Regensensor, Nebelscheinwerfer und Tempomat ein. Zudem ist das Heck verglast, was in die Rundumsicht einzahlt, den Laderaum aber neugierigen Blicken offenbart.

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Nissan NV 300 dCi 145

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FERNFAHRER Lastauto Omnibus trans aktuell
Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 10/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Ford Transit Custom

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Datum

10. Oktober 2017
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