MB Arocs Neuheiten 2017 7 Bilder Zoom
Foto: Daimler AG

Mercedes Baufahrzeuge

Lücken im Sortiment geschlossen

Engmaschig war das Angebot von Baufahrzeugen bei Mercedes schon immer. Doch gab es hier und da noch kleine Lücken im Sortiment. Die sind jetzt größtenteils geschlossen.

Ein extra Kühlergrill und auch eine eigene Bezeichnung: Das waren zwei weitere Premieren für sich, als der Arocs im Januar 2013 seinen Einstand gab. Sinn der Übung unter anderem: Größtmögliche Eigenständigkeit der neuen Baufahrzeuge zu demonstrieren, die aber natürlich zu einem guten Teil aus dem gleichen Baukasten wie der zwei Jahre zuvor vorgestellte neue Actros stammten. Gar nicht nach jedermanns Geschmack war dabei der ziemlich hohe Einstieg, der vom Betonmischer über die Kipper bis hin zu den Sattelzugmaschinen das Ein- und Aussteigen zu einer etwas mühsamen Sache machte. Auch 170 Millimeter Höhe beim Motortunnel konnten die Einstiegshöhe nicht unter 1,70 Meter drücken. Und von einem 320 Millimeter hohem Motortunnel war zwar hier und da die Rede. In der Praxis aber machte der sich rar.

Das "Low Roof"schrumpft die Einstiegshöhe auf 1,55 Meter

Trat bei Exoten wie einem 8x8-Kipper zwar in Erscheinung, war aber für gängige Modelle wie Vierachskipper oder Betonmischer mit M-Fahrerhaus zum Beispiel lange Zeit einfach nicht zu haben. Doppelten Ärger handelte sich damit obendrein ein, wer mit alten Siloladestellen von nur 3,40 Höhe zu tun hatte. Denn Hand in Hand mit diesem relativ hohen Einstieg ging zudem eine Gesamthöhe, die gern auch mal über diesem Maß lag. Die Folge: Das Fahrerhausdach passte nicht mehr drunter durch. Abhilfe ist in dieser Hinsicht nun geschaffen. Passenderweise ebenfalls auf doppelte Art. So gibt es den 320 Millimeter hohen Motortunnel nun für den Arocs auf breiter Front. Um 200 Millimeter, sagt Mercedes, rücke der Fahrerhausboden – verglichen mit den 170-Millimeter-Motortunnel-Varianten – damit in die Tiefe.

Und wem das nach ganz oben hin immer noch nicht genug ist, der kann darüber hinaus zu den neuen, "Low Roof" genannten Varianten der Classicspace-Kabine greifen, deren Dach um weitere 100 Millimeter abgesenkt ist. Das nimmt auch dem übelsten Silo noch seinen Schrecken. Die große Kippershow im BIC zu Wörth, dem Modelljahr 2017 des Arocs gewidmet, ist genau der rechte Ort, das Maßband zu zücken. Und siehe da: Statt der vordem gut 1,70 Meter Einstiegshöhe schrumpft die Distanz zwischen Fahrzeugboden und Mutter Erde mit 320er-Motortunnel auf nur noch rund 1,55 Meter. Die andere Hand, bewaffnet mit Laser-Entfernungsmesser und kurz an der Dachkante angesetzt, führt als Resultat vor Augen: Ungefähr 3,20 Meter Gesamthöhe sind der Wert, auf dem da jetzt der Scheitel bei Bereifung 315/80 R 22,5 liegt. Zum Vergleich: Zuvor reckte solch ein Arocs mit besagtem 170er-Motortunnel und dem normalhohen Classicspace-Gehäuse das Haupt schon mal auf rund 3,5 Meter.

Mercedes trimmt den Triebstrang des Actros auf Sparsamkeit

Warum dieser Fortschritt bis zum Modelljahr 2017 auf sich warten ließ, ist eine Geschichte für sich. Sie handelt von einem Ausgleichsbehälter für Kühlflüssigkeit, der offenkundig so renitent war wie ein allseits bekanntes gallisches Dorf zur Römerzeit. Jahrelang also blockierte dieses Mini-Fässchen das Tieferlegen des Fahrerhauses, bis das störrische Teil nun doch an die frische Luft gesetzt werden konnte. Seine Umsiedlung aus dem Keller unterm Kabinengehäuse in den Rückraum hinterm Fahrerhaus ist es, was den Weg für jene neue Kabinen-Aufsetzhöhe frei machte, die den Einstieg entschärft und die gesamte Statur des Arocs deutlich silofreundlicher gestaltet. Mit solch einem 320-Millimeter-Motortunnel sind mittlerweile auch alle mit hydraulischem Vorderradantrieb ausgestatteten HAD-Varianten (Hydraulic Auxiliary Drive) des Arocs mit L-Kabine lieferbar. Was das M-Fahrerhaus angeht, so gibt es HAD jetzt auch in Verbindung mit einer Schüttgutabdeckung. Der hydraulische Vorderradantrieb selbst ist nun auch für Sattelzugmaschinen mit Radstand 3.300 Millimeter zu haben und auch für GGVS-Fahrzeuge erhältlich.

Insgesamt profitiert auch der Arocs gehörig von vielen der technischen Kniffe, mit denen Mercedes den Triebstrang des Actros auf mehr Sparsamkeit denn je getrimmt hat. Außen vor bleiben da naturgemäß zwar Finessen wie die neu gestaltete Bugspoilerlippe des Actros oder die extralange Hinterachsübersetzung. Mit von der Partie sind aber all die Neuerungen wie Reduktion der Abgasrückführungsrate zugunsten von mehr SCR-Anteil bei der Abgasnachbehandlung, höherer Einspritzdruck sowie reibungsoptimierte Getriebe und asymmetrische Einspritzung. Besonders willkommen beim Baufahrzeug ist der mit all dem verbundene Zuwachs an Kraft bei den Maschinen, für die heute im Drehzahlkeller pauschal gilt: Bis hinab auf 750 Umdrehungen liegt immer ein Drehmoment von mindestens 2.000 Newtonmeter an. Und auch im mittleren und oberen Drehzahlbereich hat Mercedes die Leistung verdichtet. Lautet die Nenndrehzahl dieser Tage doch 1.600 und nicht mehr 1.800/min. Und stellen die Motoren ihre Nennleistung schon ab 1.450 Touren nahezu vollständig parat.

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FERNFAHRER Lastauto Omnibus trans aktuell
Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 03/2018.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

28. Februar 2018
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