Volvo FH 16 16 Bilder Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Supertruck von MB Transporte

Gemüseexpress Volvo FH16

Stolz präsentiert sich das neueste Pferd im Stall von MB Transporte aus Güster vor dem neuen Wahrzeichen Hamburgs: der Elbphilharmonie.

Der innerdeutsche Transport von temperaturgeführten Lebensmitteln mit Thermolastern ist eine anspruchsvolle Disziplin. Der Handel erwartet extreme Pünktlichkeit und in den Großlagern müssen die Fernfahrer nach anstrengenden Fahrten oft auch selbst noch ihre Paletten mit dem Hubwagen abladen. Viele Firmen können ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, dafür heutzutage noch geeignete und motivierte Chauffeure zu bekommen. MB Transporte aus dem holsteinischen Güster, etwa 50 Kilometer östlich von Hamburg gelegen, demonstriert mit einer feinen Flotte von neun Lastzügen, dass es auch anders geht. Firmenchef Michael Brünger ist stolz auf seine kleine Truppe von motivierten Kollegen, die sich überdurchschnittlich für ihren Job einsetzen und dabei meist noch ihren Spaß haben.

Es ist fraglich, ob das mit einem Fuhrpark mit weißen Standardschleppern und aufgeklebtem Firmenschild auch so funktionieren würde. Der 46-jährige Michael Brünger hat sich bei seinem Vater, der Lkw-Fahrer war, mit der Begeisterung für schwere Lastwagen infiziert und nach der Schule eine Lehre als Lkw-Schlosser gemacht, damals noch die korrekte Bezeichnung für diesen Beruf.

Vom Fitnessstudio zum Transportunternehmen

Bei der Bundeswehr machte er den passenden Führerschein und fuhr militärische Tankzüge. Danach ging er in den zivilen Fernverkehr, erst mit dem Frigos nach Skandinavien, später mit dem Tankzug in sämtliche osteuropäische Länder. Weitere Stationen des Fahrerdaseins waren Thermotransporte zwischen Griechenland und England, später wieder Tankertouren. 2007 begann er mit etwas anderem – der Gründung eines Fitnessstudios. Sieben Jahre später waren es vier davon. Doch wenn einer mal Diesel im Blut hat, verstummt der Ruf der Straße nie so richtig, und so machte Michael nebenbei alle Schulungen und Prüfungen zum Transportunternehmer.

Eigentlich nennt er sich einen großen Scania-Fan, begründet in den schönen Erfahrungen, die er in seiner Zeit als ein angestellter Kraftfahrer mit Fahrzeugen dieser Marke gemacht hat. Doch wie abweisend und nach seinem Empfinden hochmütig sich einige Verkäufer bezüglich seiner Anfragen zur Existenzgründung verhielten, enttäuschte ihn sehr. So wandte er sich an Carsten Uhl von Uhl Trucks, einen engagierten Volvo-Händler, der nicht nur Serienmaschinen vertreibt, sondern seinen Kunden genauso bei der Umsetzung ungewöhnlicher Lastwagenprojekte hilft.

Nur Volvos bei MB Transporte

Aus einem Lastzug sind mittlerweile neun geworden, alles Volvo, meist mit rund 500 Pferden unter der Hütte. Jetzt hat sich der Firmenchef, der aktiv selber Fernverkehr fährt, eine Krönung seines schönen Fuhrparks gegönnt: einen beeindruckenden FH16 mit 750 PS und dreiachsigem Fahrwerk. Für Michael sollte es die Erfüllung eines persönlichen Lastwagentraums werden, dafür hat er auch einen beträchtlichen Aufwand getrieben.

Die Zugmaschine ist mit Bügeln, Scheibengitter und Rammschutz veredelt, die der charakteristischen Front des Volvo einen eigenständigen Ausdruck verleihen. Oft wird gegen solche Anbauteile argumentiert, dass sie der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer abträglich sein sollen. Dass sie dafür aber der Sicherheit des Fahrers dienen, der kaum eine Knautschzone vor sich hat, lässt man gerne unter den Tisch fallen. Weit vom Serienstandard entfernt, ist die komplette Verkleidung des Fahrwerks. Eine glänzende Edelstahlplatte deckt den Rahmen hinter der Kabine ab. Schwedischer Herkunft ist ein Tank aus demselben Material, der den Platz zwischen dem Rahmen maximal ausnutzt und auf der linken Seite bis zu 800 Liter Dieselkraftstoff fasst. Rechts sind ein großer Adblue-Tank und die Abgasnachbehandlungsanlage montiert.

Cottbusser Lackiererei Niedergesäß für Farbgestaltung zuständig

Beides wird ebenfalls von einer Edelstahlplatte abgedeckt, in die das Firmenlogo des schwedischen Herstellers eingelasert ist. Prächtig ist auch die Leuchteinheit am aufwendig begradigten Heck. Für die farbliche Gestaltung des Fahrerhauses hat sich der Unternehmer für die Cottbusser Lackiererei Niedergesäß entschieden. Michael Brünger erklärt: "Der Junior Markus ist in meinen Augen ein Künstler, dem man bloß ein paar Denkanstöße gibt und der daraus anschließend mit seiner Kreativität faszinierende Lackbilder entwickelt." Nur dezent sind die roten Streifen auf dem schwarzen Lack verteilt, doch bei Lichteinstrahlung und Sonne erzeugen gerade die sparsam gesetzten Akzente herrlich leuchtende Effekte.

Die Innenausstattung der Kabine wurde bei In-Truck in Padborg mit Leder und Alcantara verschönert. Hinter so eine Supermaschine würde ein Standard-Thermoauflieger einfach nicht passen. Händler Böcker aus Lohne hat daher einen Schmitz-Auflieger mit einem speziellem Chrompaket und Staukisten verfeinert – leider war er zu unserem Fototermin noch nicht ganz fertig. Dazu kommen schöne Details wie das ebenfalls von Markus Niedergesäß lackierte Heckportal. Dessen Schwester Maria hat eine Folierung für die Seitenwände entworfen. Jetzt demonstriert der Sattelzug, dass es Menschen gibt, für die Straßentransport mehr als nur ein beliebiger Job ist.

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 04/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

1. April 2017
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