Alaska-Highway, Abenteuer FF 1/2018, US-Trucks. 13 Bilder Zoom
Foto: Frank Häußermann

Abenteuer in Kanada

Mit einem Oldtimer über den Alaska Highway

1942 bauten Soldaten einen rund 2.250 Kilometer langen Nachschubweg durch kanadische und amerikanische Wildnis. Heute gehört der Alaska Highway zu den Traumstraßen der Welt. Wir haben ihn mit einem Dodge Weapon Carrier aus der Bauphase erkundet.

In Europa, speziell in Deutschland, hat man sich ja fast schon daran gewöhnt, dass große Bauprojekte Jahrzehnte in Anspruch nehmen können. Da reden wir nicht nur vom Berliner Flughafen oder von der Hamburger Elbphilharmonie. Wir reden auch über Straßenbauprojekte wie beispielsweise die A 8 zwischen Stuttgart und München. Acht Jahre hat der Ausbau der Autobahn zwischen Ulm und München gedauert. Bis wann der Albaufstieg fertig ist, weiß kein Mensch. So viel Zeit hatten die Amerikaner und Kanadier anno 1942 nicht. Es war die heiße Phase des Zweiten Weltkriegs. Und spätestens nach dem Luftangriff der Japaner auf Pearl Harbor im Dezember 1941 wurde den Politikern der beiden nordamerikanischen Staaten schmerzlich bewusst, dass der Norden ihres Kontinents militärisch ziemlich schutzlos war und ein funktionierender Nachschubweg über Land unabdingbar.

Auf Entdeckungstour mit einem alten Militärtruck

Das beschleunigte sowohl die bilaterale Beschlussfassung als auch die Umsetzung eines Straßenbauprojekts, das schon Jahre zuvor diskutiert, aber nicht verwirklicht worden war. Im Februar 1942 ordnete US-Präsident Roosevelt den Bau an, im März unterzeichneten die USA und Kanada das zugehörige Abkommen und im selben Monat starteten die Bauarbeiten. Innerhalb von nur neun Monaten wurde die knapp 2.250 Kilometer lange Verbindung zwischen Dawson Creek in British Columbia (Kanada) und Delta Junction in Alaska (USA) buchstäblich aus dem Boden gestampft. Der Hauptteil der Strecke führt durch das Yukon Territory, das selbst für kanadische Verhältnisse extrem dünn besiedelt ist – hier leben mehr Elche als Menschen. Das Territorium ist etwa so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen und gibt heute rund 38.000 Menschen eine Heimat. Davon wohnen rund 28.000 im Gebiet der Hauptstadt Whitehorse. Armin und Verena Feurer sind Wahl-Yukoner. Sie wohnen rund 150 Kilometer von Whitehorse entfernt, aber auch direkt am Highway, in Haines Junction. Dort betreiben die beiden gebürtigen Schweizer ein Motel. Und sie besitzen ein Fahrzeug, das direkt am Bau des Alaska Highway beteiligt war: einen Dodge WC 51.

Mit Armin, Verena und ihrem sehr gepflegten Oldtimer geht es nun auf eine Entdeckungstour auf den Spuren der Highway-Pioniere. WC steht in diesem Fall für "Weapon Carrier", also Waffen- und Munitionstransporter. Waffen und Munition benötigte man beim Straßenbau aber eher weniger, allenfalls um die Bären in Schach zu halten. Auch heute noch sieht man sie auf dieser Strecke immer wieder: Ende Mai, Anfang Juni tauchen sie vermehrt auf. Da endet die Winterruhe der Grizzlys und Schwarzbären, die sich erst an ihrem Salatbüfett am Straßenrand bedienen, bevor sie auf die Jagd nach Lachsen oder Hirschen gehen. Auch wenn Menschen nicht unbedingt auf ihrer Speisekarte stehen, ist es absolut ratsam, die Bären ausschließlich aus einem geschlossenen Fahrzeug heraus zu beobachten. Schließlich beschleunigt Meister Petz, wenn er sich bedroht fühlt, so schnell wie ein ordentliches Motorrad. Der offene Dodge ist zur Bärenbeobachtung eher ungeeignet, für eine Flucht ganz und gar. Auch wenn der nahezu perfekt restaurierte WC 51 während der ganzen Tour eigentlich immer auf Anhieb anspringt – von Beschleunigung wollen wir hier nicht reden.

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FERNFAHRER Lastauto Omnibus trans aktuell
Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 01/2018.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Datum

11. Dezember 2017
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