Uni Magdeburg forscht am Elektroauto

Superkondensatoren unterstützen Batterien

Lkw und Pkw auf einer Autobahn Foto: Alev Atas/ETM

Als eines der größten Probleme beim Elektroauto hat sich die Reichweite herausgestellt. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg will darum Batterien mit Superkondensatoren kombinieren.

"Das grundsätzliche Problem beim Einsatz von Elektromotoren ist der hohe Batterieverschleiß und Stromverbrauch durch die ständigen Belastungsspitzen beim Beschleunigen", sagt Prof. Dr.-Ing. Roberto Leidhold vom Institut für Elektrische Energiesysteme. "Wenn wir es schaffen, die auftretende Bremsenergie in einem zusätzlichen Kondensator zwischenzuspeichern, könnte sie anschließend für erneute Beschleunigungsprozesse wieder zur Verfügung stehen." Dadurch, so Leidhold, verringere sich die Zahl der Aufladezyklen, während sich die Reichweite des Fahrzeugs verbraucherfreundlich erhöhe. Die Forscher wollen daher den Antrieb so verändern, dass die gleichbleibende Grundlast beim Fahren aus der normalen Fahrzeugbatterie gespeist werde. Verbrauchsspitzen beim Beschleunigen bediene wiederum der durch Bremsvorgänge gut gefüllte Zwischenspeicher.

Das zweite Problem bei der Nutzung von elektrischen Antrieben ist laut Uni Magdeburg die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) des Antriebssystems. Einzelne Komponenten könnten sich demnach gegenseitig stören. Dadurch könne es passieren, dass beim Gasgeben das Autoradio knackt. Viel schlimmer wäre es hingegen, wenn der elektrische Triebstrang sicherheitsrelevante Systeme wie beispielsweise das ABS stört. Auch dies sei nicht ausgeschlossen. Darum untersucht die Uni in der nach eigenen Angaben größten EMV-Absorberhalle einer deutschen Universität diese Problematik. In der Halle könne man die Störungen präzise messen und analysieren. Ziel sei, die gegenseitigen Beeinflussungen im laufenden Betrieb zu minimieren oder sogar ganz zu beseitigen.   

Das vom Bund mit mehr als zwei Millionen Euro geförderte Programm "e-Mobilize – Intelligente und effiziente Elektromobilität der Zukunft" ist auf drei Jahre ausgelegt. Zusammen mit der Uni Magdeburg forschen Volkswagen und das Anhaltische Elektromotorenwerk Dessau an der Zukunft des Elektroautos.

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