Truck Rallye

Team Niedergesäß kehrt zurück

Truck Rallye Foto: Pawel Tobolski 8 Bilder

Sie waren über Jahre eine Säule im Geländesport mit Lkw: Peter und Markus Niedergesäß aus Cottbus mischten zunächst im Trialzirkus mit und dann die Rallyeszene auf. Vor fünf Jahren war dann Schluss mit Trucksport.

Die Idee entstand anlässlich der Trauerfeier für den tödlich verunglückten Mitbegründer und langjährigen Organisator der Rallye Breslau, Klaus Leihener im vergangenen Jahr. "Wir kommen zurück, wollen die Breslau wieder fahren," konstatierten Vater und Sohn übereinstimmend. Das passende Sportgerät parkt seit dem Ausstieg aus der Rallyeszene in einer Halle des familieneigenen Lackierbetriebs in Cottbus. Der spektakuläre Rallye-Scania scharrt schon lange mit den Hufen, schreit nach "artgerechter Haltung"! "Wir müssen allerdings ein paar Dinge auf den Stand der Zeit bringen," schielt Senior Peter Niedergesäß unter die Gürtellinie des schnellen Schweden Richtung Feder-Dämpfer-Paket.

Deshalb wurde der ursprünglich Gedanke, die Baja Deutschland als Ort für das come back zu nutzen, verworfen. "Das packen wir nicht. Die Zeit ist zu knapp," so Peter Niedergesäß ein wenig traurig. Aber der gut ausgelastete Betrieb geht vor. Schließlich will das Geld für das kostspielige Motorsport-Hobby auch verdient sein. Und der Scania möglichst optimal präpariert: Zu tief sitzen noch diverse Erfahrungen zum Beispiel mit einer gebrochenen Vorderachse beim vorletzten Breslau-Einsatz, als der Scania in Führung liegend plötzlich mit den Vorderrädern schielte. Denn den Ehrgeiz, möglichst weit nach Vorne zu fahren, haben Markus und Peter Niedergesäß immer noch. Einfach nur Mitfahren – das ist nicht das Ding der Brandenburger.

De Wit und Stoker mit neuen Trucks

Dazu noch die Erinnerung an Klaus Leihener hochhalten. Das Trucksportteam Niedergesäß hat sich viel vorgenommen für das Comeback des Jahres. Die Fans wird’s freuen und auch diverse Mitstreiter aus früheren Jahren. Schließlich hat das Team Winkel des Niederländers Leon de Wit, eng befreundet mit Niedergesäß, einen komplett neuen Rallyetruck aufgebaut, lackiert in der Niedergesäß-Werkstatt. Der spektakuläre Hauber hat bei seinem Premiereneinsatz  bei der MT-Rallye in Polen im Frühjahr mit Bravour bestanden: Platz eins. De Wit wird bei der Baja schon mal vorlegen und seinem alten Kumpel Niedergesäß die Tränen in die Augen treiben wollen.

Und noch ein alter Trial- und Rallye-Weggefährte der Cottbuser hat, rallyetechnisch aufgerüstet, seine Rückkehr angekündigt: Ton Stoker, ebenfalls mit dem gelben Kennzeichen unseres westlichen Nachbarlandes unterwegs, hat einen neuen Iveco auf die grobstolligen Rallyeräder gestellt und wird zur Breslau wieder angreifen. Niedergesäß, de Wit, Stoker – das ist mehr als nur die Erinnerung an gute alte Zeiten. Das sind die Zutaten für allerbesten Trucksport, die den Fans und Freaks das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Klaus Leihener schaut derweil von seiner Off Road Wolke auf die Breslau-Szene und hat zufrieden sein spitzbübischstes Lächeln aufgesetzt.

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