Rallye Dakar 2022 Wieder siegt der Blaue Reiter

#511 Casale Ignacio (chl), Leon Alvaro (chl), Sikola Tomas (cze), Tatra Buggyra Racing, Tatra Phoenix, T5 FIA Camion, action during the Stage 5 of the Dakar Rally 2022 around Riyadh, on January 6th 2022 in Riyadh, Saudi Arabia - Photo Frederic Le Floch / DPPI Foto: A.S.O. /F. Le Floch / DPPI 13 Bilder

Die Übermacht der Kamaz-Teams ist auch im Jahr 2022 ungebrochen. In diesem Jahr gelingt den Russengar erneut ein echtes Husarenstück: Die Plätze eins bis vier gehen komplett an die Herren in Blau.

Zuletzt 2011 gelang es den Kamaz-Teams, die Alleinherrschaft auf den ersten Plätzen zu etablieren. Doch selbst wenn sich ein Konkurrent dazwischengeschoben hätte, ist die Dakar-Bilanz der Russen bemerkenswert. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts fuhr Kamaz 18 Siege ein mit insgesamt sechs verschiedenen Fahrern am Steuer des Führungsfahrzeugs. Diesmal holte sich Dmitry Sotnikov die Krone und verteidigte so seinen Titel aus dem letzten Jahr. Auf Rang zwei kam der viermalige Dakar-Sieger Eduard Nikolaev ins Ziel mit nicht einmal zehn Minuten Rückstand. Bester Nicht-Kamaz ist der Niederländer Janus van Kasteren im De-Rooy-Iveco, der die diesjährige Dakar auf Rang fünf beendete mit gut drei Stunden Rückstand auf den Spitzenreiter. Gerard De Rooy, Chef des gleichnamigen Fuhrunternehmens und des Rallye-Teams, ist einer der wenigen, der in der jüngeren Geschichte die blaue Übermacht bezwingen konnte. Er holte sich 2012 und 2016 die Dakar-Krone. Die weiteren Kollegen aus der De-Rooy-Riege folgen auf den Rängen sechs, acht und zehn.

Bestes deutsches Team auf Rang 16

Bestes deutsches Team ist Q Motorsport Team um Mathias Behringer auf Rang 16 mit knapp 21 Stunden Rückstand auf Sotnikov. Und wohin hat es die aus dem Truck Race bekannten Buggyras verschlagen? Während sich Ignacio Casale auf dem 27. Rang einordnen muss – 75 Stunden Rückstand –, fehlt Youngster Téo Calvet komplett im Reglement. Für ihn war die Dakar schon vor der ersten Etappe gelaufen. Mit Gipsarm und positivem Coronatest musste der junge Franzose die Rallye aus der Ferne verfolgen. Ein kurzes Gastspiel gab der Gaussin-Brennstoffzellenprototyp. 2022 war er nur für eine Etappe mit von der Partie, rund 20 Kilometer. Man darf gespannt sein, wann der erste Stromer sich an die komplette Rallye wagt.

Die Kabinen der Kamaz wirken optisch teilweise noch etwas angestaubt. Ein Blick unters Blech zeigt aber, dass die Technik topmodern ist. Dabei wird aber auch klar, wie wichtig im Rennsport Gewicht und Schwerpunkt sind. Beim hohen Aufbau regiert der Leichtbau. Und gleichzeitig spendet er angenehmen Schatten in der Wüste.

Umfangreiche Logistik hinter einer Rallye

Allein optisch versprüht die Dakar jede Menge Abenteuer, die auch alte Recken wie der MAN KAT unten gern noch mal erleben. Das Biwak schlagen die Teams einfach im Nirgendwo auf. Dabei wird klar, welche Logistik hinter so einer Rallye steckt. Bei voller Fahrt durchs Gelände bleibt es nicht aus, dass selbst die tonnenschweren Trucks abheben.

Die Dakar ist seit jeher auch eine Augenweide für die Freunde interessanter Fahrzeugkonstruktionen, zum Beispiel des H2-Prototyps von Gaussin oder des International-Lonestar-Haubers mit Scania-Maschine.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 03 2022 Titel
FERNFAHRER 03 / 2022
5. Februar 2022
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