Telematik-Studie

Vernetzung von Nutzfahrzeugen nimmt zu

Ab 2015 sind beste Voraussetzungen geschaffen, dass auch kleine Nutzfahrzeuge wie der Citroen Jumpy aufgerüstet werden, sagt eine Studie Foto: Citroen

Telematik-Funktionen wie die Echtzeit-Navigation sind für den Privatmann praktisch. Für den Flottenbetreiber können diese Funktionen aber sogar Geld wert sein. Ab 2015 sind beste Voraussetzungen geschaffen, dass auch kleine Nutzfahrzeuge aufgerüstet werden, sagt eine Studie.

Handwerker, Paketdienste oder Auslieferungsfahrer beziehungsweise ihre Chefs sind offenbar eine unterschätzte Zielgruppe für Telematik-Systeme. Während kleine Nutzfahrzeuge, die unter anderem von diesen Berufsgruppen genutzt werden, meist in Sachen Komfort karg ausgestattet sind, besteht größeres Interesse, sie besser zu vernetzen. Insbesondere bei Flottenmanagement-Programmen will die Unternehmensberatung Frost & Sullivan ein großes Potenzial ausgemacht haben.

Derzeit haben nur 6,2 Prozent der 29 Millionen leichten Nutzfahrzeuge in Europa, also solche unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, so genannte Light Commercial Vehicles (LCV), Telematik an Bord, so die Zahlen der Berater. Doch vor allem der Markt maßgeschneiderter Lösungen wachse: Laut Studie soll der Marktumsatz von 1,1 Milliarden Euro 2012 auf 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2019 ansteigen. Zu den Anwendungen gehört zum Beispiel ein digitales Flottenmanagement, das den Disponenten unterstützt, die Wegstreckenplanung optimiert und damit Kosten senkt. Auch Echtzeitdaten zu Verkehr und Parkmöglichkeiten werden in den kommenden Jahren in die Nutzfahrzeuge Einzug finden.

Vor allem die Rechtsvorschriften zum e-Call treibe die Marktentwicklung voran, sagt die Studie. Das automatische Notrufsystem ist ab 2015 in der EU für alle neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen verpflichtend. Unter anderem eine SIM-Karte und ein GPS-Modul müssen dann im Fahrzeug eingebaut sein. Diese Ausstattung ebnet den Weg für die Autohersteller, weitere Funktionen anzubieten. Bisher ist der Markt vor allem von Anbietern im Aftermarket-Bereich beherrscht. Genau wie beim Pkw wird es laut Studie aber auch maßgeschneiderte Apps geben, die über das Smartphone bedient werden. Sie werden vor allem bei Unternehmen mit fünf bis zehn Flottenfahrzeugen Anwendung finden.

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