Symposium bei BFS Stegmaier

Herausforderungen der E-Geschäfte

Foto: Karl-Heinz Augustin 18 Bilder

Elektrische Antriebskonzepte, Vernetzung und Datensicherheit – das WERKSTATT aktuell-Symposium „Elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge im Service“ zeigte, was auf die Werkstatt von morgen zukommen wird.

Unter dem Titel „Elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge im Service“ hatte WERKSTATT aktuell Serviceexperten sowie Vertreter von Fahrzeugherstellern und Dienstleistern zu Stegmaier Nutzfahrzeuge in Kirchberg an der Jagst eingeladen.

Stegmaier Nutzfahrzeuge als Gastgeber

Dass elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge und Busse zunehmend ein Thema sind und sich Werkstätten auf deren spezielle Anforderungen einstellen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, erklärte Stegmaier-Geschäftsführer Frank Neumann. Demnach stehen Werkstätten heute vor existenziellen Herausforderungen. Hierzu gehört, neben stetig steigenden Energiekosten und drohender Marktkonsolidierung, vor allem der Fachkräftemangel. Regelmäßige Schulungen, Weiterbildungen und die enge Zusammenarbeit mit Ausbildungsträgern sei für Stegmaier Nutzfahrzeuge deshalb unerlässlich – auch um das Berufsbild des Mechatronikers an die Elektromobilität anzupassen.

Elektro-Lkw ist die Zukunft

Deshalb hat der Betrieb, beziehungsweise der zur Unternehmensgruppe gehörende Fahrzeugvermieter BFS, solche Lkw auch ins Vermietportfolio aufgenommen. „Das ist heute noch nice to have. Doch bereits 2019 glauben wir, dass diese Fahrzeuge fester Bestandteil der Logistik sein werden“, bestätigte Hermann Stegmaier, Geschäftsleitung des Service-Vollsortimenters.

Wie weit die Elektromobilität im Nutzfahrzeugbereich ist, demonstrierte der Hersteller und BFS-Partner Framo. Die sächsische Traditionsmarke konzentriert sich auf elektrifizierte Nutzfahrzeuge von 7,5 bis 44 Tonnen. „Unser Fokus liegt dabei auf Werksverkehren, City-Logistik und Kurzstreckentransporten“, umreißt Firmenchef Andy Illgen den Einsatzbereich der Framo- E-Lkw. Mit Blick auf den Werkstattbetrieb müssen sich diese nach Ansicht Illgens auf neue technische Voraussetzungen einstellen. „Denn einen Schraubenschlüssel nimmt unser Serviceteam nur noch selten in die Hand“, so Illgen. Beim Thema Wartung greife Framo inzwischen weitest­gehend auf Onlinediagnosesysteme zurück.

Die Wartungskosten eines E-Lkw werden um 60 Prozent sinken

Auch der Getriebespezialist und Automobilzulieferer ZF befasst sich intensiv mit der Frage, in welche Richtung die Mobilität der Zukunft sich entwickelt. Derzeit gibt es mehr als 500 Städte, die basierend auf Luft- und Lärmverschmutzung die Einfahrt reglementiert haben. Beispiel: Hannover – die derzeit als lauteste Stadt Deutschlands gilt“, sagt Rolf Hildebrand, Leiter Service Readiness bei ZF Aftermarket.

ZF reagiere deshalb nicht nur mit der Entwicklung von Komponenten für Elektro­antriebsstränge, sondern auch mit Schulungsprogrammen für das Werkstattpersonal der Zukunft. „Wir gehen davon aus, dass die Wartungskosten für E-Fahrzeuge etwa 60 Prozent unter denen konventioneller Fahrzeuge liegen“, ergänzt Hildebrandt. Dennoch gebe es Wachstumspotenziale, die gehoben werden können, wenn sich eine Werkstatt entsprechend vorbereitet.

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